Apple als Mobile-Payment-Anbieter: Wacht der schlafende Riese auf?

(Bild: Shutterstock/Tashatuvango)

Apples Bezahlsystem in iTunes und im Mac App Store funktioniert seit vielen Jahren und zwar nicht nur am Rechner sondern auch mobil. Was hält Apple davon ab, das System auch für Dritte zu öffnen? Vielleicht bald nichts mehr.

Bezahlen wir bald per Apple Smartphone auch unseren Einkauf an der Supermarktkasse, bezahlen damit Benzin an der Zapfsäule oder kaufen uns damit eine Eintrittskarte für ein Konzert? Bislang ist das nicht möglich, weil Apple zwar ein gut funktionierendes, mobiles Bezahlsystem betreibt, es aber nicht für Dritte geöffnet hat. Ein neues Patent, das die Handybezahlung von Artikeln beschreibt, befeuert jetzt die Spekulationen, dass Apple sich zum Anbieter für Mobile Payment aufschwingen könnte.

Das Patent ist aber nicht der einzige Hinweis. Eddy Cue von Apple soll bereits laut Insiderinformationen mit Industrievertretern über ein Mobile Payment-Verfahren gesprochen haben.

Apple hätte einen riesigen Vorteil gegenüber anderen Anbietern. Das Unternehmen besitzt Millionen von Kundendaten, von Nutzern, die über itunes einkaufen und das System kennen und ihm vertrauen. Bleibt nur noch die Frage, wie die Autorisierung von Zahlungen vonstatten gehen soll. Da würde sich unter anderem der Fingerabdrucksensor anbieten, der derzeit aber nur im iPhone 5S steckt, doch das kann sich ja bei kommenden Geräten noch ändern. Besser als ein Passwort wäre es allemal.

Bild: Shutterstock/Tashatuvango

Via WSJ

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  1. Es ist wohl weniger, dass der schlafende Riese aufwacht. Apples Erfolgsrezept ist vielmehr, dass sie sich sehr genau ein Konzept überlegen was funktioniert, bevor sie es rausbringen. Android NFC Chips sind zum Beispiel ein riesen Flop. Seit fast zwei Jahren tümpeln die Chips in den Androidgeräten vor sich hin und es hat sich damit immer noch kein richtiges Bezahlsystem durchgesetzt.
    Dagegen lösen die iBeacons, die Apple erst bei der letzten WWDC vorgestellt hat, jetzt schon einen gewaltigen Hype aus. Darauf wird auch vermutlich das Bezahlsystem von Apple basieren genau wie auf den Fingerabdrucksensor. Vorteil bei den iBeacons, sie können auch für Android-Apps verwendet werden. Apple hat jedoch einen weiteren Vorteil, da die iPhone Kunden bereits gewohnt sind mit ihren iTunes Accounts und Kreditkarte zu bezahlen. Google oder Samsung werden es schwer haben, die Kunden zu überreden, ihre Kreditkartennummern preiszugeben. Apple dürfte damit sehr leicht zum Marktführer des Mobile Payment werden.
    Wenn sich das in 1-2 Jahren durchgesetzt hat brauchen sie das System nur um properitäre Zusatzfeatures erweitern, die es nur beim iPhone gibt, und viele Leute werden von Android wechseln. Genau das hat Google damals mit Google Maps ja auch versucht, als manche Funktionen nicht in der iPhone App enthalten waren, nur dass Apple direkt gekontert hat indem sie ihr eigenes Kartensystem rausgebracht haben. Das ist beim bargeldlosen Bezahlen nicht so einfach, wenn man die Kreditkartennummern der Kunden nicht hat.
    Mobile Payment dürfte dabei der wichtigste Dienst im Kampf gegen Android sein. Wer den Bereich beherrscht, der wird früher oder später den Smartphonemarkt dominieren.

    1. Naja, was ist denn mit den Kartendaten, die Google seitens Playstore hat? Ich hab zwar keinen Schimmer, wieviele das aktuell sind, aber ganz wenig dürften das auch nicht sein, zumal die Verbreitung von Android ja insgesamt schon etwas größer ist. Ich denke allerdings nicht, dass allein der Besitz der größeren Menge an Kartendaten hier den ausschlagebenden Punkt darstellt, sondern eher die Art der Möglichkeiten und die (vermeintliche) Sicherheit, die geboten oder zumindest dargestellt wird. Noch weniger glaube ich, dass dauerhaft wirklich ein nennenswerter Teil der Smartphonebesitzer genau deswegen die Marke wechseln wird, eher glaube ich, dass sich alle Seiten (also auch BB und Windows) Stück für Stück an ähnliche Bezahlsysteme annähern und wie üblich (mit viel Rumgeklage) gegenseitig kopieren. Man sollte ja auch nicht vergessen, dass den Verkäufern letztlich völlig Wurst ist, welches System zahlt, die werden schon von sich aus darauf drängen von allen zugänglich zu sein.

    2. Hervorragend!
      Aber trotzdem noch steigerbar: Hättest du „Dual LED“ und „64 Bit Täknolotschie“ auch noch eingebaut, wäre es perfekt gewesen.

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