Stephen Hawking: Schwarze Löcher gibt es nicht

BlackHoleNASA

Der britische Physiker Stephen Hawking hat im Bestreben, den wissenschaftlichen Streit um Schwarze Löcher weiterzubringen, kurzerhand deren Ereignishorizont abgeschafft. Damit postuliert er gleichzeitig ein Ende der Schwarzen Löcher, wie sie allgemein in der Wissenschaft angenommen werden.

Hawkings Papier ist ein Resultat einer bereits 40 Jahre andauernden Debatte. Damals entwickelte Hawking die Hypothese, dass Schwarze Löcher nicht nur Materie in sich aufnehmen, sondern durch die Hawking-Strahlung auch wieder abgeben. Darauf aufbauend postulierte eine Gruppe Physiker aus Kalifornien im Jahre 2012, dass nach den Gesetzen der Quantenmechanik der Ereignishorizont eigentlich kein stiller Point of no Return sein dürfte, sondern sich einem ins Loch fallenden Astronauten vielmehr als alles verbrennende Feuermauer präsentieren müsste. Diese Idee war quantenmechanisch sinnvoll, widersprach aber nun plötzlich Einsteins Theorie der Schwerkraft, einem Grundstein der allgemeinen Relativitätstheorie. Auf deren Basis waren aber so ziemlich alle bisherigen Aussagen über Schwarze Löcher getroffen worden. Die klassische Ansicht vom Objekte und Licht unwiederbringlich verschlingenden Schwarzen Loch funktioniert auf der anderen Seite mit der Quantentheorie nicht, nach der Information nicht zerstört werden kann. Das Problem spiegelt ein generelles Dilemma in der Wissenschaft wieder, physikalische Vorgänge im Universum auf Makro- und Mikro-Ebene in einem theoretischen System zu vereinen.

Hawkings Hypothese schafft jetzt das Streitobjekt, den Ereignishorizont, einfach wieder ab. Das von Hawking angenommene Schwarze Loch besitzt keine Singularität mehr in der Mitte, auf die alle Materie jenseits des Ereignishorizontes hingezogen und zu einem unendlich kleinen Punkt vereinigt wird. Stattdessen besitzt es einen Scheinhorizont, unterhalb dem die Materie nicht vollständig zerstört, sondern durcheinandergewirbelt wird, um in neuer Kombination wieder auszutreten. Damit blieben die Information aus quantentheoretischer Sicht erhalten, gleichzeitig gehorcht das neue Konzept weiterhin den Gesetzen der Relativitätstheorie. Das hieße aber auch, dass es keine Schwarzen Löcher im klassischen Sinn mehr gäbe, deren Hauptmerkmale bisher eben Ereignishorizont und Singularität gewesen sind.

Das neue Papier wurde von der übrigen Fachwelt mit Skepsis aufgenommen, ein Peer Review steht noch aus. Es basiert auf einem Vortrag vom letzten Jahr.

[Nature (01), Nature (02), Nature (03), Cornell University Library, Cambridge UK] / (Bild: NASA/JPL-Caltech)

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  1. Ich po-stuliere das Ende aller Po-stulate.
    Nur dadurch kann das Bohnenaradox gelöst werden. Nur zur Erninerung, diese Paradox besteht darin, wie etwas das bereits verdaut ist, Wind erzeugen kann. Nicht nur, dass es der guten naturwissenschwapplichen Erziehung widerspricht, es würde auch bedeuten, dass es einen Effekt ohne Ursache gäbe. Um dieses auch als Hülsenfruchtdilemma bekannte Phänomen zu lösen, wurde nun das Konzept der dosenlosen Bohnen vorgestellt. Ohne Dosen kein Verbrauch, so die einfache Gleichung. Von Verbrauchern und Erzeugern wurde das Konzept gleichermaßen mit Skepsis aufgenommen. Besonders ein Heinz soll sich besonders missfällig geäussert haben. Die Fraktion der Furzkissentheoretiker zeigten sich begeistert. Man wird sehen, welches Erklärungsmodell sich in größter Entfernung zur Realität als überlebensfähig erweisen wird.

  2. “Hawkings Hypothese schafft […] den Ereignishorizont […] ab.”

    Das wäre die richtige Überschrift gewesen. Ihre Überschrift ist reißerisch und leitet den Leser in die Irre. Hawking negiert in keinster Weise die Existenz von Schwarzen Löchern, sondern modifiziert unsere Betrachtungsweise über den Ereignishorizont, um zweier besser beschriebenen und verstandenen Theorien wiederspruchslos zu verknüpfen. Das Ereignishorizont selber ist keine notwendige Bedingung für die Existenz eines Schwarzen Loches und somit auch kein Grund Hawking Sätze in den Mund zu legen, die er so nicht gesagt hat. Bitte das nächste Mal auch inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzen und wenn nicht möglich das Thema den Wissenschaftsjournalisten überlassen. Dafür sind die nähmlich da.

    1. Die Irre in die ich als Leser von Gizmodo geleitet werde, ist auch nicht größer als die Irre in die ich von den Wissenschaftlern geschickt werde. Die Scheibenwelt ist gerade mal 650 Jahre her ;-)

    2. Roland, sie haben ja recht, was die Überschrift betrifft. Der Inhalt des Artikels ist aber korrekt. Und überlassen wir nicht viel zu viel den Fachleuten? Und degradieren wir damit nicht auch unser eigenes Urteilsvermögen? Ich brauch wirklich nichts von all den Theorien zu verstehen, um zu kapieren, dass zur Erklärung von einander widersprechenden Theorien einfach eine Neue erfunden wird. Darüber kann man dann vergnüglich oder erbittert Auseinandersetzungen führen, als Wissenschaftler oder W-Journalist sein Honorar rechtfertigen und sich schon auf die nächste Dusselei freuen. Meine Bitte ist, hört nicht auf, mir die Welt erklären zu wollen, aber hört damit auf durch einen Titel oder Berufsbezeichnung den Anspruch auf Besserwisser zu begründen und alle anderen zum Schweigen bringen zu wollen. Eine Theorie ist so gut oder schlecht wie jede andere. Die des Lesers genauso wie die des Erfinders. Es ist und bleibt eine Theorie, ob sie nun zu einer anderen Theorie passt oder nicht, älter oder “anerkannt” ist, macht da keinen Unterschied. Theorie ohne Praxis ist grau, und Praxis ohne Theorie ist grausam.

      1. Hilde, Sie sind eine Frau nach meinem Geschmack. Es gibt sowas wie Wissensgewissheit. Ich brauch keine verstandesmäßige oder wissenschaftliche Erklärung zum Begriff Atomwaffen, um zu wissen, dass dies das Gefährlichste ist mit dem die Wissenschaftler je herumgespielt haben und noch spielen. Mir reicht, das Wort zu hören und so ein Ding gesehen zu haben. Allen wissenschaftlichen Wahrscheinlichkeitstheorien zum Trotz fliegen uns auch die Atomkraftwerke um die Ohren. Ich wusste schon vorm Bau des ersten, dass die Dinger mehr Probleme schaffen als lösen. Damit meine ich, ich war mir absolut sicher. Mathematische Wahrscheinlichkeitsrechnungen haben mich nicht vom Gegenteil überzeugt. Ich habe es mir abgewöhnt, mich von meinem Verstand oder den bezahlten Verständen von anderen verunsichern zu lassen. Ich weiss das, von dem ich mir sicher bin. Ist für mich wahr, braucht für keinen anderen wahr zu sein. In diesem Zusammenhang ist ein Ereignishorizont in einem theoretischen schwarzen Loch für mich einfach Wissenschaftsgelaber ohne Sinn aber mit viel Verstand.

  3. von Herrn Hawkins so eine Theorie zu veröffentlichen. Lässt diese doch im Nebensatz auch die Existenz – zumindest theoretisch – eines Perpetuum Mobiles zu. Ich kann mir vorstelen, dass es den Energiekonzernherren nicht gefällt.

    1. Wenn sie dieses Universum als Maschine betrachten wollen haben sie möglicherweise ihr Perpetuum Mobiles denn innerhalb dessen gilt nach wie vor der Energieerhaltungssatz. Für alle praktisch Veranlagten gilt leider noch immer das Prinzip der Entropie. Also Insofern Sie sich nicht für Gott halten oder sind bringt Ihnen dieses theoretische Maschinchen nicht mehr als allen anderen Wesen in diesem Universum.

      1. @Täuschi: Eine meiner Freundinnen hatte für Menschen mit beschränkter Vorstellungskraft mal einen guten Spruch. “Manchen Leuten ist der Horizont halt etwas näher.”

        1. Ja dann stoßen Sie sich bitte nicht an Naturgesetzen und träumen Sie sich daß Leben so schön wie bislang. Alle anderen flüchten sich auch weiterhin nicht in Lügen und Märchen weil Ihnen das Leben zu kompliziert erscheint.

      2. Täuschilein Liebes, beantwortest Du auch mal ne Frage oder arbeitest Du weiterhin lieber mit Unterstellungen?
        Die Frage von weiter oben lautet, was willst Du uns eigentlich mitteilen.

        1. Sparen Sie sich Ihren bräsigen Zuckerguss!
          Wer nicht in der Lage ist den zum Verständnis meiner Aussage nötigen Inhalt aus meinen einfach gehaltenen Sätzen zu entnehmen, muss wohl damit leben.

          Wem das Unruhe bereitet dem empfehle ich einen Wechsel auf ein anderes Thema z.B. Kochrezepte oder ruhige Musik.

      3. Süssilein,
        ich hab ‘bräsig’ nachschlagen müssen und was steht da im Duden : Adjektiv – nicht imstande, willens, sich auf jemanden, etwas einzustellen; dickfellig. – Da zeigen doch drei Fingerchen wieder auf das Täuschilein.

        1. Sie schlagen also ein zum Textverständnis unbedeutendes Wort nach nur um etwas zu finden mit dem Sie mich nerven können? Ersetzen Sie in Gedanken schlicht das etwas zu allgemeine bräsig bitte mit dümmlich, schleimig, hinterfotzig. Und nun seien sie weiter sinnlos.

      4. Täuschilein, gottchen, was kannst Du rüde sein. Und das alles wegen eines teoretischen Perpetuum Mobiles. Um Dich zu nerven brauchst Du aber mich nicht, das bekommst Du doch schon ganz alleine hin. Tschüssili.

  4. Mal abgesehen von den kleinen Patzern wie dem reißerischen Titel: Vielen Dank, dass so eine Nachricht hier zu finden ist … und nichts über irgendwelche Stars in irgendeinem Dschungel.

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