NSA & GCHQ: auch App-Daten von Smartphone-Besitzern werden ausgespäht

(Bild: Wikipedia)

Wen wundert es noch: Die NSA sowie der britische Auslandsgeheimdienst GCHQ greifen Berichten zufolge auch persönliche Daten von Handybesitzern ab. Um Informationen über das Alter, den Standort, die sexuelle Ausrichtung oder die politischen Ansichten einer Person herauszufinden, sollen sie auf die Daten von iPhone- und Android-Apps zugreifen können. Das berichtet der Guardian, die New York Times und ProPublica.

Hervorgehen soll dies aus Präsentationsfolie, die den Zeitungen vorliegen. Als Beispiele werden die von Nutzern auf Facebook, Twitter, LinkedIn oder Flickr hochgeladenen Bilder angeführt. Angeblich bedienen sich die Geheimdienste bei den im EXIF-Format vorliegenden Metadaten. Außerdem sollen sie in der Lage sein, Google-Maps-Anfragen abzufangen. In einem Dokument heißt es dazu, jeder, der den Kartendienst von Google nutzt, der unterstützt auch eines der Systeme des GCHQ.

Einige der Daten, die Anwendungen wie Google Maps sammeln, dienen auch der Einblendung von kontextbezogener Werbung. Ob auch diese Informationen von NSA und GCHQ ausgespäht werden, geht nicht aus den jetzt veröffentlichten Dokumenten hervor. Die Berichte legen allerdings die Vermutung nahe, dass die Geheimdienste diese Informationen als “Inhalte” und nicht als Metadaten ansehen.

Darüber hinaus wird in den Dokumenten aufgeführt, welche Apps welche Daten liefern können. In dieser Liste ist auch das beliebte Spiel Angry Birds des Entwicklers Rovio enthalten. Rovio wiederum teilte dem Guardian mit, es habe bisher keine Kenntnis von der Datensammlung der Geheimdienste gehabt und arbeite auch nicht mit ihnen zusammen.

Die New York Times berichtet indes, dass Informationen wie ethnische Zugehörigkeit, Familienstand und sexuelle Ausrichtung aus Profilen stammen, die Werbetreibende anlegen, die wiederum mit den App-Entwicklern zusammenarbeiten. Namentlich wird das in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland ansässige Unternehmen Millennial Media genannt.

Der britische Geheimdienst kann den Berichten zufolge aber auch gezielt Daten von einzelnen Smartphones abfangen. Dazu verfügt er über eine Werkzeugsammlung, die nach der Kinderserie “Die Schlümpfe” benannt ist. Der “Tracker-Schlumpf” kann beispielsweise sehr präzise Standorte ermitteln, währen der “Naseweis-Schlumpf” einen Zugriff auf das Mikrofon eines Handys erlaubt. Der “verträumte Schlumpf” wiederum kann ein offensichtlich abgeschaltetes Handy, ohne dass es für den Nutzer erkennbar ist, aktivieren.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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  1. Um der Bespitzelung der USA = NSA zu entgegnen, bzw. diese zu erschweren,
    sollten alle Menschen, weltweit Produkte und Dienste von USA Firmen MEIDEN,
    weil solche USA Firmen freiwillige oder gezwungene Vasallen der Schnüffler NSA & Co sind !
    Das gilt auch für alle Firmen & Produkte die einen Server in USA- Machtbereich nutzen !
    Das gilt auch für deutsche Firmen die in USA investieren, weil die von USA abhängig und erpressbar sind ! (z.B. Deutsche Telekom AG) !
    Und das gilt auch für Produkte und Dienstleitungen aus Staaten die bekannte Vasallen der USA sind, insbesondere England und die UK- Firma Vodafone.
    Das gilt auch für Tochter- Firmen weltweit, die von USA Firmen kontrolliert werden !
    >
    Die meisten Firmen behaupten (lügen) scheinheilig, nicht aktiv mit NSA & Co zu kooperieren, weil sonst den viele Kunden weglaufen würden, und das zu RECHT !
    Aber auch nur die Bereitstellung der Kunden- Daten zu Ausspähung ist bereits grob-fahrlässige und bewusste Kooperation mit NSA & Co. Z.B. in Form von verlegen bzw. spiegeln von Firmen-Server oder nur die Backups auf Server in USA, bzw. in USA- Machtbereich.
    >
    Hier müssten die DE / EU / Welt- Gesetzgeber streng regeln, welche Daten, Produkte nach USA / NSA / Co. senden dürfen, bzw. zu Ausspähung bereit stellen dürfen,
    und wenn dann immer nur nach expliziten, individuellen Bestätigung durch betroffene Anwender.
    Mit drastischen Strafen für jedes schnüffelnde Produkt- Exemplar, das nach DE / EU eingeführt wurde.
    Inklusive Durchgriffshaftung auf die Herstellers, falls die Vertriebs- Zwischenfirma sich durch Konkurs der Haftung entziehen sollte.
    (Aber ob der deutscher Staat es auch wirklich will ???)

    1. An dem ganzen Mist sind doch unsere Datenschützer und Gesetze (das Internet ist für uns Neuland) selbst schuld. Erinnerst du dich noch an Studie-VZ & Co? Wer hier auf Deutschland einen Dienst wie Facebook aufbaut hat die Datenschützer und Mahnanwälte gleich auf der Matte stehen. Eine Suchmaschine wie Google ist hier undenkbar, da die automatischen Crawler natürlich nicht wissen welche Seite sie besuchen. Schon hat der Suchmaschinenanbieter eine illegale Seite erwischt und wird haftbar gemacht. Fotodienste wie Instagram kaum umsetzbar, da sie für jede „Recht am Bild“-Verletzung haftbar gemacht werden können. Location Based Services verstoßen gegen unseren Netzparagraphen. Wer so eine App hier programmiert bewegt sich in einer gefährlichen Grauzone. Deshalb sind doch die ganzen Server jetzt in Amerika und die NSA freut sich.

      So verrückt es klingt, aber wir müssen die Datenschutzgesetze hier in Deutschland lockern um das Problem zu beheben. Datenschutz muss gewährleistet bleiben aber die Softwareentwickler müssen hier freie Hand haben, die Apps und Dienste zu entwickeln die sonst ein amerikanisches Startup umsetzen würden und wo dann die NSA Zugang zu unseren Daten hat. Daher ist deine Forderung nach strengeren Gesetzen der völlig falsche Weg. Wir müssen statt dessen neue Dienste entwickeln, die die Amerikaner nicht mehr einsehen können. Und die Server müssen hier in Deutschland stehen mit staatlichen Garantien dass die Daten nicht von irgendeinemen anderen als den Dienstanbieter angezapft werden dürfen. Statt sich über die NSA aufzuregen und sinnlose Gremien zu gründen sollte der Staat lieber Internetstartups subventionieren. Wir pumpen hunderte Milliarden nach Griechenland. Warum nichtmal eine Milliarde für ein Datacenter für eine eigene Google Suche, Google Maps, einen Bilderdienst oder vor den NSA abhörsicheren Telefonverbindungen investieren.

    2. Hast ja recht, aber dann darfst du auch nichts von Samsung nutzen, siehe Google. Die Regelung durch die EU bringt meiner Meinung nach rein gar nichts, denn die NSA interessiert sich einen Sch… für solche Regelungen. Das bringt schon mal gar nichts. Die Einzigen, die hier etwas ändern können, sind die USA selbst. Aber eh das passiert, fängt eher das nächste Jahrtausend an.

      1. Deswegen zu Zeit USA- Produkte nur „MEIDEN“, und noch nicht ganz verweigern / eliminieren.
        Den leider gibt es noch manche Technologien, die noch nicht aus Regionen sind, die frei von USA = NSA Einfluss / Schnüffelei sind!

        Eine EU weite Strafe für jeden Produkt- Exemplar, der in EU eingeführt wird, und der verdeckt schnüffelt, wäre vorab ein brauchbarer Kompromiss.
        Z.B. bei 100 € Strafe für jedes einzelne Smartphone, Tablett, TV-Gerät, usw. der schnüffelt, sollte die Hersteller / Importe abschrecken !

    1. Was meinst Du mit „…wie in einer Firma“?
      Du bist in der BRD in einer Firma, deshalb hast Du auch einen PERSONAL-Ausweis und keine IDENTITÄTS-Karte wie alle anderen. Die BRD ist übrigens als GmbH registriert ;-) Klagen also zwecklos, bei der Staatsverschuldung ist da nichts mehr zu holen.

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