Fruchtfliegen sollen als Krebssensoren die Krankheit riechen

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Wissenschaftler der Universität Konstanz haben erstmals Krebszellen über Geruchssinn von Fruchtfliegen nachgewiesen. Die kleinen Insekten könnten künftig als Krankheitssensoren eingesetzt werden.

In einem internationalen Kooperationsprojekt hat eine Forschergruppe um den Konstanzer Neurobiologen und Zoologen Prof. Dr. Giovanni Galizia erstmals nachweisen können, dass Fruchtfliegen über ihren Geruchssinn Krebszellen von gesunden Zellen unterscheiden können. Die Insekten können eindeutige Muster der durch die Gerüche aktivierten Duftrezeptoren zeigen. Dabei konnte nicht nur klar zwischen den gesunden Zellen und den Krebszellen unterschieden werden, sondern auch innerhalb der verschiedenen Krebszellen Gruppierungen erkannt werden.

“Das Neue und Spektakuläre an diesem Ergebnis ist die Kombination aus einem objektiven, spezifischen und quantifizierbaren Laborergebnis mit der extrem hohen Sensitivität eines natürlichen Lebewesens, die durch künstliche Nasen oder Gaskromatographie nicht erreicht werden kann”, erläutert Giovanni Galizia. Um die sehr geringen Verschiebungen des Geruches von Krebszellen im Vergleich zu gesunden Zellen zu erkennen, sei der natürliche Geruchssinn besser geeignet, wie aus Versuchen mit Hunden bereits bekannt ist, deren Ergebnisse allerdings nicht objektivierbar und für eine systematische medizinische Diagnose geeignet sind.

Für die Versuchsreihe wurden die Antennen der Fliegen genutzt, an deren Rezeptorneuronen einzelne Duftmoleküle binden und so die Neuronen aktivieren. Die unterschiedlichen Duftmoleküle der jeweiligen Geruchsproben erzeugen in einem durch die Wissenschaftler entwickelten bildgebenden Verfahren verschiedene Muster von aktivierten Neuronen, welche durch eine genetische Veränderung unter dem Mikroskop bei Aktivität fluoreszieren.

Damit könnte ein preiswertes, schnelles und hocheffizientes Pre-Screening entwickelt werden, das eventuell sogar schon funktioniert, lange bevor man den Krebs mit bilddiagnostischen Verfahren erkennen kann, so die Forscher.

[Via Uni Konstanz, gizmodo.com]

Bild: Tomatito/ Shutterstock

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