Spritz: Lesen mit bis zu 1000 Wörtern pro Minute

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Die Lesetechnik Spritz baut darauf, dass wir mit unseren Augen nicht mehr von Zeile zu Zeile springen sondern einen Punkt anstarren, der farblich markiert ist. So könnte man auch auf winzigen Bildschirmen schnell und viel lesen.

Die meisten Menschen können nicht mehr als 200 Wörter pro Minute lesen. Wir müssen aber alle immer mehr Wissen aufnehmen und da kommt Spritz gerade recht. Damit sollen trainierte Nutzer bis zu 1000 Wörter pro Minute lesen können.

Beim Lesen verwenden wir einen Großteil der Zeit darauf, mit den Augen die Zeilen zu verfolgen. Die Entwickler von Spritz sagen: Das muss nicht sein und markieren den mittigen Buchstaben des Wortes, das der Anwender lesen soll, mit roter Farbe. Spritz blendet immer nur ein Wort des Satzes ein – und der rote Buchstabe befindet sich auf dem Bildschirm immer an genau der gleichen Stelle. Die Augen müssen so nicht bewegt werden.

Die Technik hat noch einen großen anderen Vorteil: Sie funktioniert auch auf winzigen Bildschirmen, weil eben immer nur ein Wort angezeigt wird. Das wäre ideal für eine Smartwatch.

Die Entwickler geben an, dass man mit Spritz bis zu 1000 Wörter pro Minute lesen kann. Eine kleine Demonstration gibt es auf der Website zu sehen. Wir haben sie ausprobiert und konnten den Text tatsächlich deutlich schneller wahrnehmen als bei einer zeilenweisen Darstellung.

Wer die Technik zu zuerst implementiert, ist noch nicht bekannt. Wenn Spritz gut funktioniert, dürfte bestimmt auch Apple oder Google schnell an der Tür der Entwickler klingeln und das gesamte Unternehmen übernehmen – und sei es, um die Technik der Konkurrenz vorzuenthalten.

Via Learn 2 Spritz

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  1. Habe es auf der Website ausprobiert und obwohl es auf Englisch ist, hatte ich keine Probleme mit 400 wpm zu lesen. Hoffe es gibt bald eine App oder ähnliches um ganze Texte zu lesen.

    1. Es gibt ein programm um es auf allen seiten zu lesen. Für Handy sowohl als auch Pc. Für meinen laptop benutze ich Squirt. Und fürs Handy schau einfach nach sprtiz, da gibt es mehrere apps.

  2. Erstaunlich. Wirklich erstaunlich. Bin auf Anhieb auf 450/Minute gekommen. Deutsche Texte gehen wohl noch ne ganze Ecke fixer.

  3. Ich denke dabei wird vergessen, dass es beim lesen nicht nur um das fressen von Informationen geht, sondern dass man das gelesene auch geistig verarbeiten muss. Oder schaut sich jemand filme im schnell vorlauf an oder Hörbücher? Ginge auch doppelt so schnell und man würde noch jedes Wort verstehen. Aber vielleicht nicht mehr begreifen?…

    1. Also ich benutze auf Youtube HTML5 Erweiterung mit der ich die Videos auf x1,5 – x2 Geschwindigkeit anschaue. Klappt nach einer kurzen Eingewöhnungszeit bestens ;) Außerdem beschäftige ich mich seit ca. 1 Woche mit SpeedReading-Techniken und ob du glaubst oder nicht, schneller lesen heißt nicht gleich weniger verstehen. Bei richtig eingesetzten Technik verstehst du sogar mehr beim schnelleren Lesen.

      Grüße Darius

    2. Speed-Reading, egal mit welcher Technik, hat nichts mit Genuß zu tun. Wenn ich Lesegenuß haben will, dann setze ich mich mit dem Buch und einem guten Whisky in einen bequemen Sessel und lasse mir alle Zeit der Welt mit der Lektüre. Aber dann les ich auch sicher keine Handbücher über Servervirtualtisierung oder so. Also nicht alles über einen Kamm scheren.

  4. Funktioniert tatsächlich! Habe vor ca einem Jahr schon mal etwas ähnliches gesehen, nur ohne den roten Buchstaben. Allerdings muss man das Gelesene auch verarbeiten können, bzw manchmal muss man einen Satz noch einmal lesen, wenn man ihn nicht verstanden hat oder abgelenkt war. Deswegen werde ich das auf keinen Fall für längere Texte verwenden. Für SMS oder sonstige Nachrichten beispielsweise auf einer Smartwatch könnte ich mir das allerdings schon vorstellen.

    1. Wenn ich weniger Zeit für fachliche Lektüre verschwende habe ich mehr Zeit meine Lebensqualität zu erhöhen. Das wäre doch ein Ansatz, oder?

      1. Möglicherweise. Kommt wohl aufs Fachgebiet an. Wenn Sie Steuerberater sind, werden rund 15% aller weltweit produzierten ‚Literatur‘ auf deutsch veröffentlicht. Das hat sich bisher auf 200+ laufende Regalmeter akkumuliert. Sollten Sie das lesen? Nein, weil es in den allermeisten Fällen a. nicht zu einer Steuerprüfung kommt :-) und b. jetzt ernst gemeint, es sowieso zu einer abweichenden Auslegung seitens des Finanzamtes kommen wird. Sich dann in die entsprechende Gesetzgebung einzulesen reicht völlig aus. Es gibt natürlich Kollegen, die sich und ihre Mandanten immer auf dem neuesten Stand zu halten versuchen. Die Resultate im Vergleich zu den lesefaulen Beratern unterscheiden sich nicht wesentlich. Der Zeitaufwand beim Lesestoff allerdings schon. – Als steuerzahlender Selbständiger sollten Sie sich fragen, warum Ihnen Ihr Steuerberater ‚Monatsbriefe‘ mit erhellenden Neuerungen zur Gesetzgebung zukommen lässt und noch wichtiger, warum Sie das lesen sollten. Wenn der Berater seinen Job macht reicht doch völlig aus. Oder schickt Ihnen Ihr Hausarzt Informationen über die neuesten Operations- oder Behandlungsmethoden zu? Sie sehen, Nichtlesen ist in diesen Fällen die richtige Maßnahme für mehr Qualität.

  5. Ich habe es ausprobiert und nach nur ein paar Sätzen haben sich die beiden schwarzen, horizontalen Linien in meine Netzhaut für ein paar Minuten eingebrannt. Ich möchte damit nicht einen Text mit z.B. 30 – 40 A4 Seiten lesen/lesen müssen. Die „Devices“ werden immer kleiner und wir haben Sie immer öfter immer näher vor Augen. Ich bin kein Experte, aber meine immer stärker werdende Kurzsichtigkeit führe ich auf den Gebrauch die Geräte zurück. Seit dem ich ca. 10 Jahre bin hatte ich einen Computer und sitze seit ich 16 Jahre bin, beruflich und privat täglich mehrere Stunden vor einem Monitor – was im Grund nichts anderes ist als ständig in eine Lichtquelle zu schauen. Ich halte diese Art des „Schnell-Lesens“ für schlecht für die Augen.

    Aus http://www.scinexx.de/dossier-detail-18-11.html

    >>Normalerweise sind unsere Augen immer in Bewegung. Der Mensch vollführt kleinste so genannte sakkadische Augenbewegungen, die eine Überlastung der Sehzellen verhindern. Die unnatürliche Fixierung auf einen Punkt erschöpft die Sehzellen durch den anhaltenden gleichen Farbreiz, sie passen sich an diesen Zustand an. Blicken wir nun auf eine weiße Fläche entsteht vor unseren Augen ein negatives Nachbild: Flächen erscheinen in der Komplementärfarbe ihrer ursprünglichen Farbe bzw. Weiß als Schwarz und umgekehrt.<<

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