Archäologen stellen Verbindung zwischen der Akustik in Höhlen und prähistorischen Wandmalereien her

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Prähistorische Höhlenmalereien sind nicht zufällig im Untergrund verteilt. Archäologen lassen sich darum bei ihrer Suche nach Wandgemälden in spanischen Höhlen statt von ihrer Taschenlampe vom Echo leiten. Das Vorgehen basiert auf einer Entdeckung, dass mit Höhlenmalereien dekorierte Bereiche auch über spezielle akustische Eigenschaften verfügen.

Im letzten Jahr erforschten Rupert Till und eine Forschergruppe die Kunst in einigen Höhlen in Kantabrien und machten sich mit Laptop und Lautsprecher daran, die Akustik der Höhle und besonders der Aufenthaltsorte von Gemälden zu erfassen.

Die Gruppe stellte dabei starke Unterschiede zwischen den sehr alten und etwas neueren Gemälden fest. Die ältesten Gemälde, von vor bis zu 40.000 Jahren – manche nur einfache Punkte oder Handabdrücke -, sind besonders an engen, versteckten Orten zu finden, bei denen es weniger hallt, so Till gegenüber Nature.

15.000 bis 20.000 Jahre später tauchen Gemälde von Tieren wie Wild oder Bisons, manchmal auch übereinander, an Stellen auf, an denen ein wesentlich stärkeres Echo hörbar ist. Diese Orte sind so groß, dass sich dort ganze Gruppen für Rituale aufgehalten haben könnten. 

Neben den Malereien haben unsere Vorfahren auch auf alle möglichen Arten Musik in Höhlen produziert. Instrumente wie Flöten aus Knochen oder sogenannte Schwirrgeräte wurden so auch unterirdisch gefunden. Die besonderen akustischen Gegebenheiten der Fundorte von Malereien können dadurch Aufschluss liefern, ob die Malerei beispielsweise als Teil eines musikunterlegten Rituals entstanden oder die Orte prinzipiell als eine Art Tempel dekoriert wurden. [Nature, Songs of the Caves]

Bild: Patrick Poendl/ Shutterstock

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