Die Suche der NASA nach Zielen für die Asteroid Redirect Mission

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Die NASA hat sich das Ziel gesetzt, im nächsten Jahrzehnt einen Asteroiden einzufangen und mit einem Robotersystem in die Mondbahn zu transportieren. Im Titelbild sieht man, wie bei dem Projekt mit dem Titel Asteroid Redirect Mission der Asteroid eingefangen werden könnte. Astronauten an Bord eines Orion Raumschiffes sollen anschließend Proben sammeln und diese zur Erde zurückbringen.

Zur Umsetzung hat die NASA zwei unterschiedliche Konzepte. Bei dem ersten wird ein großer Gesteinsbrocken von einem größeren Asteroiden gelöst und in die Mondbahn gelenkt. Der Brocken soll dabei etwa 12 Meter Durchmesser haben.

Die einfachere Möglichkeit wäre es, einen ganzen, kleineren Asteroiden einzufangen und umzulenken. Bei diesem Unterfangen gibt es Paul Chodas, einem Wissenschaftler des Near-Earth Object Program Office, zufolge nur ein Problem:

Dort draußen gibt es Abermillionen Objekte in diesem Größenbereich. Sie sind aber so klein, dass sie nicht besonders viel Sonnenlicht reflektieren und ziemlich schwer zu erkennen sind. Am besten kann man sie erkennen, wenn sie am hellsten und damit nahe an der Erde sind.

Die NASA arbeitet bereits an der Identifizierung von Zielen für ARM. Die internationale Gemeinschaft lässt Astronomenteams mit optischen Teleskopen den Himmel nach Objekten absuchen. Die Ergebnisse werden an einen Computer des Near-Earth Object Program Office im Jet Propulsion Laboratory in Pasadena geschickt.

Dieser Computer berechnet Flugbahn und Größe und speichert das Ganze in einer Datenbank. Ein zweites System scannt die Datenbank permanent auf Kandidaten und sendet eine Email mit dem Betreff „New ARM Candidate“ im Falle einer Entdeckung. Chodas zufolge sind seit dem Systemstart im März 2013 mehrere Dutzend solcher Emails angekommen.

Mit den Daten wendet sich Chodas wiederum an die Deep Space Network Station der NASA, das Arecibo-Observatorium in Puerto Rico und die Infrared Telescope Facility in Hawaii. Diese Stationen können dann gemeinsam genauere Daten zu Größe und Rotation sammeln und manchmal sogar eine Aufnahme der Asteroidenfläche erstellen oder Infos über Spektraltyp, Reflexivität und Zusammensetzung sammeln. Mit diesen Daten wird ein Asteroid dann auf eine Zielliste gesetzt – die bisher viel zu klein ist. Bei dem aktuellen Budget erfasst die NASA auf diese Weise etwa zwei ARM-Ziele pro Jahr.

Die Agentur arbeitet mit einem Budget von weniger als 15 Millionen Euro pro Jahr, zusätzliche 70 Millionen gab es 2014 für das ARM. Gleichzeitig kontaktiert man darum andere Unternehmen und Organisationen für finanzielle Unterstützung. Ein kleines Budget in Anbetracht der Zielsetzung, die Menschheit zu beschützen und neue Wege der Expansion von unserem Ressourcen-armen Planeten zu finden.

Bisher haben Astronomen weltweit 10.713 erdnahe Objekte identifizieren können. Das Near-Earth Object Program Office ist nicht nur auf der Suche nach potentiellen Zielen für die ARM. Zusätzlich dient das Programm dem Schutz des Planeten.

So sollen Informationen über die Zusammensetzung und Struktur dabei helfen, die Ursprünge des Sonnensystems und die Rolle von Asteroiden bei der Entstehung von Leben zu verstehen. Außerdem will man Informationen darüber sammeln, wie potentielle Bedrohungen wie der Meteor, der über Tscheljabinsk explodierte, abgewehrt werden können.

Ein anderer Nutzen der Mission ist die zukünftige Erkundung des Weltraumes. Die Erfahrungen aus den ersten eingefangenen Asteroiden könnten dabei behilflich sein, irgendwann größere Asteroiden zum Abbau einzufangen. Viele Asteroiden sind reich an Elementen, die hier bei uns selten und oft wichtig für die Entwicklung in vielen Industriezweigen sind. [ARM via NASA, Titelbild: NASA]

Tags :
  1. # Resourcenarmer Planet?
    # Menschheit beschützen, in dem man an größeren Kieselsteinen probt, was an Hunderten von Tonnen schweren richtigen Brocken sowieso nicht gelingt?
    # Abbau von seltenen Erden uÄ. aus Bröckchen, die in die Schubkarre passen?
    # Schutz des Planeten, der 4.000.000.000+ Jahre seine Sache recht gut ohne Schutz auskam?
    Ich glaub’s ja nicht!

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