Test: Goophone i5c – das iPhone 5c Klon für 100 Euro

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Es sieht nahezu so aus wie das iPhone 5c und kostet nur 100 Euro.  Von Außen verrät nur eine Biene statt dem üblichen Apple-Logo, dass es sich hierbei um einen Klon handeln muss.  Doch das Goophone i5c erhält letztendlich nur den Schein des Originals von Apple. Wir haben uns das China-Smartphone einmal näher angesehen.

Beim ersten Eindruck denkt fast jeder, dass es sich um ein Apple iPhone 5c handeln muss. Auch bei genauerer Betrachtung des Gehäuses erkennt man das Klon nicht sofort. Lediglich die freche Biene auf der Rückseite, das Logo von Goophone, deutet darauf hin, dass es sich um eine Kopie von Apples iPhone 5c handelt.goophone

Auspacken und überrascht sein

Die Verpackung des Goophone i5c kann natürlich nicht mit der eines iPhones mithalten. Obgleich haben wir schon wesentlich schlimmeres gesehen. Ein schlichter weißer Karton enthält das eingefolte Smartphone (sogar schon mit Schutzfolie), ein Handbuch, Goophones Interpretation der EarPods, ein Ladekabel, eine Ersatzfolie und ein paar Plugs für Kopfhörerausgang und das Lightning-Modul.

Das Gehäuse: Ein nahezu perfektes Immitat

Wir waren ziemlich erstaunt: Alle Knöpfe und Eingänge am Goophone i5c stimmen mit Apples iPhone 5c überein. Sogar eine Art Lightning-Adapter wurde verbaut. Eine Art deshalb, weil fast alle Kabel und Dockingstations das i5c erkennen, das mitgelieferte Kabel von Goophone funktioniert allerdings ausschließlich mit dem i5c.front

„Designed by Goophone in California Assembled in China“

Sogar der Schriftzug auf der Rückseite soll suggerieren, dass das Goophone ein tolles mobiles Endgerät sein muss. Lediglich die dann doch entscheidende IMEI-Nummer fehlt.

Android mit iOS-Maske

Nach einem Ladezyklus schalten wir das Goophone i5c ein. Sobald der Schriftzug des chinesischen Unternehmens verschwunden ist, erstrahlt ein perfektes iOS-Klon – auf den ersten Blick. Wir wischen nach recht und entsperren das Smartphone. Im Hauptmenü blicken wir auf die gewohnten Icons, obwohl sich ab und an ein chinesischer Android Store und andere obskure Apps entdecken lassen. Deutsch gibt es zwar als mögliche Sprache, übersetzt wurden aber nur etwa zehn Wörter. Also auf Englisch. Hier ist alles einheitlich.

Links Android, rechts iOS.

Links Android, rechts iOS.

Beim Wischen über den Screen merkt man zwar, dass es sich um kein iPhone handelt, doch ansonsten bewegt sich alles ohne große Verzögerung. Ein Punkt nervt uns aber ziemlich rasch: Es handelt sich um Android. Das soll jetzt kein Angriff gegen Android sein, doch mit nur einem Homebutton kann die Menüführung zur Tortur werden. Wo wir sonst bei gewöhnlichen Androiden noch Tasten wie Home, Zurück und Untermenü haben, müssen wir beim Goophone i5c solange auf den einen Homebutton drücken, bis wir wieder im Hauptmenü sind. Abhilfe schafft nur die digitale Bedienungshilfe – von Apple beim Original.

Zudem haben die Entwickler keine einheitliche iOS-Maske geschaffen. Immer wieder stoßen wir auf gewohnte Symbole und Menüs von Android. Manche vorinstallierten Programme wurden vollständig angepasst, einige andere, darunter Musik und E-Mail, offenbaren sofort den androiden Kern. appstore

Viel Spaß beim App Store

Wir haben lange gebraucht um überhaupt einen vernünftigen Store zu finden. Alles ist auf chinesisch, was für uns ein Problem darstellt. So brauchten wir circa zehn Minuten bis wir einen vernünftigen Store ausgemacht hatten. Dieser präsentierte dann sofort WhatsApp, Facebook und andere Essentials. Dass wir Facebook gefunden haben und dieses komplett mit der gewohnten Version identisch war, verwunderte uns dann doch sehr. Es handelt sich schließlich ein Gerät von und für den chinesischen Markt. Wer allerdings alle seine gewohnten Apps finden möchte, sollte dann doch einen Crashkurs in Chinesisch belegen.

Telefonie und Kamera

Beides dürfte unter einem Begriff gut zusammengefasst sein: mangelhaft. Die Rückkamera löst angeblich mit 5 Megapixel auf. Wir nehmen aber maximal 2 Megapixel wahr und das reicht daher dann nur für einige Schnappschüsse. Für mehr aber eben auch nicht.back

Das Telefonieren ist dagegen so schrecklich, dass man am besten nur schreibt. Der Nutzer des Goophone i5c kann seinen Gesprächspartner zwar erstaunlich klar hören, doch der arme Mensch auf der anderen Seite des Hörers muss fortlaufend mit Störungen und Tönen kämpfen. Leider funktioniert auch der Sensor des i5c nur schlecht, der für das Ausschalten des Displays während eines Telefonates verantwortlich ist. So kommt es vor, dass man immer wieder in Untermenüs landet oder gar den Gesprächspartner wegdrückt. Das ist ärgerlich und muss wirklich nicht sein.

Fazit

Das Goophone i5c hat uns eigentlich positiv überrascht. Das Meiste funktioniert reibungslos, das Gerät ist sehr gut verarbeitet und iOS-Nutzer fühlen sich größtenteils wohl. E-Mail Clients, Messenger und Social Networks lassen sich gut einrichten. Und auch der Touchscreen reagiert sehr gut. Die Auflösung des Displays reicht vollkommen aus, obgleich man bei 854 mal 480 Pixel einige Unschärfen erkennt. Sogar die Akku-Leistung überraschte uns positiv, denn das i5c hielt im Gebrauch gut zwei Tage durch. Rundum: Für 100 Euro kann und darf man wirklich nicht meckern.

3,5 Sterne gibt es aber, da das Smartphone in puncto Telefonie und Kamera quasi vollständig durchgefallen ist. Eine Anschaffung lohnt sich also nur, wenn man gerne ein Zweit-Smartphone hätte, was dem Apple iPhone 5c täuschend ähnlich ist. Wer allerdings Apple kennt und wertschätzen weiß, der sollte ein paar Hunderter mehr aus dem Geldautomaten holen und sich über das Original freuen.

Bestellt werden darf sorglos, denn die Einfuhr des Goophone nach Deutschland ist legal. Es handelt sich nicht um ein Plagiat, sondern nur um ein Klon, welches dem iPhone 5c zum Verwechseln ähnlich sieht.

Hier geht es zur Website von Goophone.

Die Specs im Überblick

Obwohl die Angaben für die Kamera nicht stimmen, schienen uns die restlichen Specs plausibel.goophone

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  1. Wie soll sich denn ein iOS Nutzer „größtenteils“ wohl fühlen wenn es sich um Android handelt? Ich denke das sich iOS Nutzer, denen es nicht lediglich um’s Hip sein geht, bewusst für iOS und seine nahezu perfekte Verzahlung innerhalb der iOS/OS Welt und den daraus resultierenden Vorteilen entschieden haben.

      1. Vielen Dank für den Hinweis, es muss natürlich Verzahnung heißen. Nachdem lediglich auf einen Rechtschreibfehler aufmerksam gemacht wird gehe aus, dass der Inhalt Zustimmung erfährt.

        1. na ja, du hättest z.B. auch … und den daraus resultierenden Vor- und Nachteilen entschieden… schreiben können. Das hätte wesentlich authentischer geklungen. Das die Verzahlung zwischen iOS und anderen Betriebsystemen katastrophal ist ist ja kein Geheimnis, und dass es innerhalb der iOS/OS Welt durchaus auch mal zu Problemen bezüglich der Verzahlung kommen kann, sollte man als authentisch wirken wollender Mensch auch nicht unbedingt verschweigen….

          Jetzt bitte nicht flamen, auch ich nutze Apfelgeräte

        2. Ich hab zB mal gehört, dass es bei Apple vorkommen kann, dass bei der Tastatur ab Werk die Tasten G und K vertauscht sind. Da muss man sich dann auch erstmal umgewöhnen…

  2. Das Teil gibt es seit ende 2013 auch in Deutschland zu kaufen. Aktuell für 140 Euro. Keine Ahnung wie man die Kopie selber beim Zoll durchbekommt. Einige Händler scheinen wohl gute Kontakte zu haben.

    1. Das bekommt man locker durch den Zoll, weil kein Apple Logo zu sehen ist. Hat Lexus in den 90ern auch nicht anders gemacht. Der sah auch aus, wie die S-Klasse, trotzdem wurde er in Deutschland verkauft. ;-)

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