Test: LG G Pad 8.3 – Das äußerst gelungene Tablet-Comeback von LG

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LG mausert sich mehr und mehr zum Smartphone-Primus. Kein Wunder, sind sie doch besonders auf zwei für mobile Geräte sehr wichtigen Gebieten wahren Experten: Display-Technik und Akku-Entwicklung. Jetzt wagt LG mit dem LG G Pad 8.3 nach drei Jahren Abstinenz auf dem Tablet-Sektor einen erneuten Vorstoß - und hat sich richtig Mühe gegeben. Wir haben das LG G Pad 8.3 im Test.

Haptik und Verarbeitung

Das LG G Pad 8.3 wirkt rundum wertig verarbeitet. Hier finden sich weder großen Spaltmaße, noch knackt oder knarzt bei einer Torsion etwas. Bis auf einen oberen und unteren Plastikstreifen von etwa einem Zentimeter Breite besteht die Rückseite aus gebürstetem Aluminium. Schön: Die Aluminiumrückseite ist um die Seiten gebogen und reicht fast bis zum Display-Rand.

Das LG G Pad 8.3 kommt in einer schwarzen und einer weißen Version, die wir beide bei uns in der Redaktion vorliegen haben. Und tatsächlich zeigen sich hier ein paar kleine Unterschiede. So ist die Rückseite der schwarzen Variante deutlich anfälliger auf Fingerabdrücke als die weiße Variante. Allerdings zeigten sich an den hinteren Rändern des weißen LG G Pad 8.3 nach wenigen Tagen leichte Verfärbungen. Woher die kamen ist mir unklar. Sie ließen sich jedoch mit einem Radiergummi wieder entfernen. Dennoch fühlen sich beiden Varianten hervorragend an!
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Auch erwähnenswert: Auf der Rückseite befinden sich zwei Stereolautsprecher, die durch ihre geschickte Anordnung beim Halten des LG Pad 8.3 nur selten von den Händen verdeckt werden. Sie sind zwar laut, besitzen aber – wie so ziemlich alle Tablet-Lautsprecher – keinen nennenswerten Bass.

Display

LG gehört zu den besten Display-Herstellern im Smartphone- und Tablet-Bereich. Das zeigt sich auch im LG G Pad 8.3. Das (Überraschung!) 8,3 Zoll große IPS-Panel löst mit sehr guten 1.920 mal 1.080 Pixel auf, bietet eine hohe Blickwinkelstabilität und eine hervorragende Farbtreue. Und obwohl andere Tablet-Displays heller leuchten, finden wir, dass das im LG G Pad 8.3 verbaute Panel Tablet-übergreifend zu den Besten gehört.

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Akku

Auch beim Akku stoßen wir auf eine Königsdisziplin von LG. Der Akku hat eine Kapazität von sehr starken 4.600 mAh. Allerdings kommt er uns sogar noch stärker vor. So hält sich das Tablet nun bereits seit 12 Tagen mit aktiviertem WLAN im Standby und verfügt noch immer über 50 Prozent der Akkukapazität. Ein hervorragender Wert!

Kamera

Ja, es gibt zwei Kameras: eine vorne, eine hinten. Die 5 Megapixel Kamera auf der Rückseite macht ganz passable Bilder. Farblich wirken die Ergebnisse richtig brauchbar, allerdings sind sie beim näheren Betrachten ziemlich matschig. Alles in allem ist fast jede Kamera in aktuellen Mittelklasse Smartphones besser als die Kamera im LG G Pad 8.3.

Die vorderseitige Kamera lässt sich für Video-Chats ganz gut verwenden. Für mehr aber auch nicht. Aber hey, wer benutzt schon regelmäßig die Kamera seines Tablets?!

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Geschwindigkeit

Im LG G Pad 8.3 steckt ein Qualcomm Snapdragon 600. Ein guter Chip, der vor allem die erste Hälfte des Jahres 2013 dominierte und in fast allen Smartphone-Top-Modellen aus dem Zeitraum zum Einsatz kommt. Spätestens seit dem Sommer 2013 setzten die Hersteller bei ihren Flaggschiffen allerdings vermehrt auf den derzeit wohl besten Smartphone- und Tablet-Prozessor: den Qualcomm Snapdragon 800.

Klar ist der 600er ein toller Chip. Trotzdem finden wir es schade, dass nicht der 800er zum Einsatz kam. Vor allem weil es bei der Nutzung auf Grund des Feature-Overloads ab und an zu kleinen Verzögerungen und Mini-Rucklern kommt. Diese Verzögerungen stören zwar nicht wirklich, sind aber dennoch spürbar.

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Software

Hier wäre weniger mehr gewesen. Denn LG meint es an einigen Stellen leider zu gut. Andere Features wiederum wirken komplett unausgereift. Beispiel gefällig? LG bietet neben dem  Standard-Theme „Basic“ eine Alternative an. An sich ganz ok, doch das vorinstallierte, alternative Theme „Marshmallow“ ist derart quietschbunt mit grell-rosa Popfarben und einer Art Comic Sans Schrift(!), dass hier wohl jeden, der sein 7. Lebensjahr vollendet hat, ziemlich schnell schlecht wird und wieder auf „Basic“ switcht. Nun bietet LG glücklicherweise an, mehr Themes zu laden. Funktioniert hat das bei uns allerdings nicht.

Ein weiteres Feature der Rubrik „nicht mitgedacht“: Slide Aside. Klar ist es ganz nett durch einen Wisch mit drei Fingern bis zu drei Apps auf die Seite schieben zu können und bei Wunsch wieder zu öffnen. Allerdings bietet Android diese Multi-Tasking-Funktion gefühlt schon seit Ewigkeiten und sie funktioniert deutlich intuitiver ohne komplizierte Dreifingergeste. Beim LG G Pad 8.3 muss dafür lediglich der Home-Button eine Sekunde lang gedrückt werden.

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Neben diesen beiden Beispielen verstecken sich noch jede Menge weitere Quatsch-Features im LG G Pad 8.3, auf die ich hier nicht näher eingehen will. Allerdings kann man die meisten der unnützen Funktionen einfach ignorieren oder ganz abschalten. Einen Nachteil haben sie jedoch: zum einen können sie Android-Anfänger verwirren, zum anderen – und das ist in meinen Augen gravierend – mache ich sie dafür verantwortlich, dass das LG G Pad 8.3 trotz  starker Hardware in einigen Situationen kleine Ruckler und Verzögerungen zeigt.

Noch ein positives Software-Feature zum Schluss: Die beliebte Funktion KnockOn hat es in das LG G Pad 8.3 geschafft. Damit lässt sich das Tablet über ein doppeltes Tippen auf das Display anschalten und auch ausschalten.

Hier gehts zur offiziellen Seite des LG G Pad 8.3

Fazit

LG, danke, dass du wieder im Tablet-Markt mitmischst. Das LG G Pad 8.3 ist ein Mords-Tablet und kratzt an der 5-Sterne-Wertung! Hochwertig verarbeitet, Spitzen-Display, Riesen-Akku – diese Kombination macht das LG G Pad 8.3 so stark und findet sich bei anderen Android-Tablets leider nur selten. Noch dazu ist es mit derzeit 280 Euro wirklich bezahlbar. Abzüge gibt es lediglich bei der überladenen Software. Sie wirkt teilweise nicht nur unausgereift sondern ist auch der Grund, warum es trotz starker Hardware zu minimalen Rucklern kommt. Hier wünschen wir uns ein Update.

Als Android-Alternative zum LG G Pad 8.3 können wir euch das Nexus 7 (2013) empfehlen.

plusplusHervorragende Akkulaufzeit

plusWertige Verarbeitung

plusSehr gutes Display

minusÜberladene und teilweise redundante Software-Features

LG G PAD 8.3
DISPLAY:           LCD IPS, 8,3 Zoll, WUXGA (1.920 x 1.200 Pixel, 273 ppi)
SYSTEM:            Android 4.2.2 (LG Optimus UI)
PROZESSOR:           Qualcom Snapdragon 600, Quad-Core, 1,7 GHz
ARBEITSSPEICHER:          2 GByte
INTERNER SPEICHER:          16 GByte (durch microSD um 64 GByte erweiterbar)
KONNEKTIVITÄT:          WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0, Infrarot-Sensor
KAMERA:           5 Megapixel, LED-Blitz (Rückseite), 1,3 MP (Vorderseite)
AKKU :           4.600 mAh
ABMESSUNGEN:         216,8 x 126,5 x 8,3 Millimeter
GEWICHT:           338 Gramm
PREIS:          etwa 280 Euro (Feb. 2014)

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  1. Wenn man zwischen den Zeilen liest, ist das ja nicht so toll. Oder sind die beschriebenen Macken heutzutage etwa normal. Ich wurde mich über derart unausgereifte Dinge jedenfalls schon ärgern

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