Elektrisch durch Mallorca: E-Bikes von Derby Cycle im Gizmodo-Praxistest

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E-Bikes – sind das nicht diese motorgestützten Rentnerfahrräder, cool genug höchstens für die eigene Großtante? Das dachten wir auch – bis wir auf Einladung von Derby Cycle zwei Tage lang auf Mallorca die neuesten E-Bike-Modelle testen durften und dabei schnell unsere Vorurteile über Bord warfen.

500 verschiedene Modelle bietet Derby Cycle, Fahrrad-Marktführer in Deutschland, an – davon sind mittlerweile ein Drittel E-Bikes. „Und der Boom ist nach wie vor ungebrochen“, sagt Thomas Raith, Geschäftsführer von Derby Cycle. So wurden im vergangenen Jahr in Deutschland rund 420.000 E-Bikes verkauft, die meisten davon freilich noch an die Altersgruppe 40 Plus. Um auch die jüngere Zielgruppe zu erreichen, setzen die Hersteller auf innovative Technologien und neue Modelle. So gibt es seit wenigen Jahren auch Mountain-Bikes mit Hilfsmotor – zwei davon haben wir auf Mallorca getestet, das Focus Thron Impulse und das Focus Jarifa.

Focus Thron (links) und Focus Jarifa

Focus Thron (links) und Focus Jarifa

Das Fahrrad-Feeling geht auf dem E-Bike nicht verloren

Anders als etwa Mofas, unterstützen E-Bikes, auch Pedelecs genannt, den Fahrer bei der Fahrt lediglich. Man muss noch selber treten, kann sich dabei aber von einem Elektromotor helfen lassen, etwa bei nachlassender Körperkraft auf einer längeren Tour, bei starken Steigungen oder ganz einfach, um nicht verschwitzt in der Arbeit oder der Uni anzukommen. Das spezielle Fahrrad-Feeling geht dabei nicht verloren – im Gegenteil: wie wir auf unseren Touren durch Mallorca schnell feststellen konnten, macht Fahrradfahren mit elektrischer Unterstützung gleich doppelt so viel Spaß.

Focus Thron

Focus Thron

Steile Berge sind kein Problem mehr und können bei leichtem Treten in die Pedalen locker bezwungen werden, und Fahrradtouren mit Freunden sind weniger stressig für alle Beteiligten, wenn auch ungeübte Fahrer durch Zuschalten von mehr Motorleistung zum sportlicheren Teil der Gruppe aufschließen können beziehungsweise die trainierten Fahrer nicht immer auf die schwächeren warten müssen.

Die Neuheit: Impulse 2.0

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Derby Cycle bringt dieses Jahr mit dem Impulse 2.0 ein neues Antriebssystem auf den Markt, das vor allem mit einer neuen Technologie namens Shift Sensor überzeugen will. Der Shift Sensor unterbricht die Kraftzufuhr durch den Motor während des Schaltvorgangs für einen kurzen Moment, so dass die Gänge auch während des Tretens materialschonend gewechselt werden können. „Es gibt kein Knacken mehr beim Schalten“, bringt Christoph Freund von Derby Cycle diesen Vorteil auf den Punkt. Unser Praxistest hat bestätigen können, wie leicht es dank Shift Sensor ist, mitten unter der Fahrt den Gang zu wechseln – ein echter Komfort-Gewinn.

Ein wirkliches Problem: Das Gewicht der E-Bikes

Akku und Antrieb des Focus Thron

Akku und Antrieb des Focus Thron

Impulse 2.0 verfügt über drei am Lenker einstellbare Stufen: Eco, Sport und Power. Sie unterstützen den Fahrer je nach Wunsch mehr oder weniger stark beim Treten. Natürlich lässt sich der Motor auch ganz ausschalten, so dass aus dem E-Bike ein klassisches Fahrrad wird. Allerdings zeigt sich hier einer der großen Nachteile der motorisierten Räder: ihr Gewicht. Motor und Akku wiegen bis zu 10 Kilo, und das macht das Treten ohne Unterstützung ganz schön schwer. Und wer etwa in der Stadt wohnt und keine eigene Garage besitzt, sieht sich so mit einem weiteren Problem konfrontiert: wohin mit dem teuren E-Bike? Vor der Tür möchte man die teilweise mehrere Tausend Euro teuren Bikes kaum stehen lassen, aber um sie in die Wohnung oder den Keller zu tragen, sind sie fast zu schwer. Ein Dilemma, das sich wohl erst mit leichteren Motoren und Akkus lösen lassen wird.

Leidenschaft ohne Leiden

Diese Sorgen hatten wir bei unserem Test auf Mallorca glücklicherweise nicht. Und so konnten wir uns ganz auf den Fahrspaß konzentrieren. Mit dem Jarifa ging es entspannt durch die frühlingshafte Landschaft im Osten der Insel, vorbei an Rentnern, die nicht schlecht staunten, wie leicht wir von kleinen Buchten am Meer aus den Berg wieder hoch geradelt kamen. Und mit dem vollgefederten Thron sind wir Singletrails entlanggeheizt, gepackt von einem Geschwindigkeitsrausch, der einem nicht selten die Kontrolle über das Rad zu entziehen drohte – denn das Fahren mit Motor verleitet leicht zu hohen Geschwindigkeiten.

(Fast) ein Kinderspiel: Fahren im Sand

(Fast) ein Kinderspiel: Fahren im Sand

Lediglich die Rennradfahrer, die Mallorca zum Trainieren nutzen, blickten hin und wieder leicht verächtlich auf unsere motorisierten Bikes. Aber ich bin mir sicher: auch sie kennen Momente, in denen sie sich nichts sehnlicher wünschen als durch nur ganz leichtes Treten auch die furchtbarsten Steigungen mit 20 km/h bezwingen zu können, und, wie es ein Kollege ausdrückte, so der Leidenschaft Fahrrad für einen Moment das Leiden zu nehmen.

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  1. Auf Ferieninseln, wie z.B. Mallorca oder Teneriffa,
    werden leider unverschämte Wucherpreise für mieten von Zweiräder jeder Art verlangt.
    Fahrrad, Pedelec, Roller, Motorrad mieten, ist oft viel teurer als ein PKW.

    Tipp: Manche Fluggesellschaft (z.B. Norwegian) bietet als Sondergepäck Fahrrad / Pedelec Mitnahmen an.
    Und das ist meistens günstiger als die Wucher- Mietpreise für Zweiradmiete für 1 bis 2 Tage auf Mallorca !
    Und man hat eigenes, sicheres und ergonomisch angepasstes Pedelec / Rad mit,
    ohne lästige Administration, Wege und Unwegbarkeiten bei spanischen Vermieter.
    Es lohnt sich meistens diese Option zu überprüfen.

    Interessant wäre, für welchen Preis die Gizmodo-Testräder (normal ohne Jounalistenvorteil) vermietet werden ?

    1. oh mein Gott, wieee langweilig dieser Kommentar doch ist – schau doch einfach selbst was es kostet Räder dort auszuleihen (dann muss man nicht diesen Irrsinn betreiben und für 1-2 sein über 20kg schweres Pedelec mit dem Flugzeug (!) mitzunehmen… Schau doch mal lieber wo´s aktuell den besten Bausparzins oder Rabatte auf Hosenträger gibt… ;-)

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