Test: Sony SmartWatch 2 – edel und vielseitig

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Smartwatches könnten zum Inbegriff der Technologie-Welt 2014 werden. Fast jeder große Hersteller möchte einen Teil vom Markt der Wearables abbekommen. Sony ist mit seiner Smartwatch der zweiten Generation schon fast in Vergessenheit geraten. Warum wir so überzeugt von der intelligenten Armbanduhr waren, lest ihr in unserem Langzeittest.

Die Sony SmartWatch 2 ist bereits seit vergangenem Jahr auf dem Markt und damit wesentlich jünger als die Samsung Galaxy Gear, aber auch etwas älter als die Gear 2. Sonys Wearable kann also noch als aktuell betrachtet werden. Pebble hat demnach sein Sortiment erst auf die Pebble Steel erweitert und die Qualcomm Toq liegt schon etwas zurück.

Technische Daten

sonySony beschreibt seine SmartWatch 2 selbst als ‘Smartphone-Fernbedienung’. Die SmartWatch 2 zwei besitzt die Abmessungen von 42 mal 9 mal 41 Millimeter und ist damit von der Größe mit regulären (Männer-)Armbanduhren zu vergleichen. Mit 122 Gramm ist sie auch nicht wirklich schwer, sondern liegt gut am Armgelenk. Die SmartWatch 2 wurde IP57 zertifiziert und ist damit spritzwasserfest und kratzfest. Das Gehäuse besteht aus Aluminium und das Display misst 1,6 Zoll. Die Auflösung von 220 mal 176 Pixel enttäuscht allerdings ein wenig, auch wenn das in vielen Punkten nicht direkt ins Auge fällt.

Über NFC verbindet sich da Gadget mit dem Smartphone. Vorteil hier gegenüber der Konkurrenz von Samsung: Sonys SmartWatch 2 ist mit allen Android Devices ab 4.0 kompatibel. Dafür hat Sony nur Bluetooth 3.0 integriert. Geladen wird über Micro-USB.

Die Einrichtung der SmartWatch 2

sonySony gibt an, dass die SmartWatch 2 bei “geringer Nutzung” bis zu sieben Tage durchhält. Das können wir bestätigen. Zudem gibt es hier einen Pluspunkt, denn die Uhr hielt auch bei normaler Nutzung (circa 2 Stunden täglich mit beleuchtetem Display) knapp eine ganze Woche.

Die Einrichtung der SmartWatch 2 verlief einfach. Im Langzeittest nutzten wir ein Samsung Galaxy S 4 als Endgerät. Über NFC erkannte das Smartphone sofort, dass es sich um Sonys Produkt handelt und lud die passende App (hier: Smart Connect) aus dem Google Play Store. Über Smart Connect kann man aktuell 250 Applikationen für die SmartWatch 2 herunterladen. Darunter befinden sich meist Erweiterungen für E-Mail, SMS, soziale Netzwerke, Wetter, Taschenrechner, Watchfaces und Co. Allerdings findet man auch immer wieder lustige Minigames wie Blackjack und Snake und einige ganz abstruse Anwendung wie etwa die Nyan Cat.

sonyWenn man sich dort erst einmal satt gesehen hat, beginnt die eigentliche Beschäftigung mit der Smartwatch. Über den großen Powerbutton auf der rechten Seite der SmartWatch 2 wird das Gerät aktiviert und das Display erleuchtet. Die grundlegende Navigation findet durch Wischgesten am Touchscreen statt, obgleich Sony bei seiner SmartWatch 2 erneut die typischen Android-Buttons wie Home, Zurück und Untermenü angelegt hat. Dadurch gelangt man meist relativ rasch und vor allem gewohnt durch das Menü. Einen Nachteil bei der Aufteilung der Applikationen gibt es aber: Je nachdem welche App zuerst oder zuletzt installiert wurde, erscheint diese auch auf der Smartwatch. Das heißt, man kann nicht nach Favoriten sortieren.

So verhält sich die SmartWatch 2 in der Praxis

sonyIm Menü des Smartphones lässt sich einstellen wie oft eine App aktualisiert werden soll. So lassen sich SMS, E-Mail und soziale Netzwerke unabhängig von einander aktualisieren. Zudem kann der Nutzer entscheiden ob Bilder auf der SmartWatch 2 geladen werden sollen oder nicht. So bekommt man, wenn alle Nachrichtendienste eingeschaltet sind, einen Haufen Nachrichten auf seine Smatwatch. Für einen schnellen Blick ist das ideal. Danach kann entschieden werden, ob die jeweilige E-Mail wichtig ist oder nicht. Leider gibt es aber keinerlei Antwortmöglichkeit, sodass man im Zweifelsfall immer auf das Smartphone zurückgreifen muss. Hier kann Samsungs Galaxy Gear und Gear 2 mit der Telefon-Funktion und kurzen Bestätigungsnachrichten punkten.

Außerdem vermissten wir eine eigentlich wichtige Funktion, nämlich die Anfertigung von Notizen – entweder per Sprache oder per Eingabe. Hier muss man extra auf dem Smartphone unter einer eigenen App Notizen anfertigen. Termine im Kalender werden hingegen optimal übertragen.

sonyTrotzdem lässt sich das Smartphone in manchen Bereichen durch die SmartWatch 2 fernsteuern. So kann man beispielsweise die Lautstärke, das WiFi, Mobile Daten und Bluetooth des Smartphones an- und ausschalten. Zudem lässt sich die Kamera des Smartphones über die SmartWatch 2 fernsteuern. Und die Daten von Runtastic, was bei Sonys Wearable kostenlos dabei ist, werden direkt von der Uhr aufgezeichnet und auf das Smartphone übertragen.

Fazit zum Langzeittest mit der Sony SmartWatch 2

Nach knapp einem Monat im Test trauen wir uns eine Bewertung abzugeben. Sonys SmartWatch 2 stellt eine erhebliche Verbesserung gegenüber der Smartwatch der ersten Generation dar. Die gesamt Optik wirkt sehr wertig und edel. Das Gehäuse fühlt sich gut an und bei den Armbänder besteht eine bunte Auswahl zwischen Silikonarmbändern, aber auch Metall- und Lederarmbänder werden angeboten.

sonyTrotz dem Fakt, dass die SmartWatch 2 nicht automatisch hell wird, sobald der Arm bewegt wird, kann die Uhrzeit meist gut abgelesen werden. Selbst bei starkem Sonnenlicht und beleuchtetem Display kann alles gut abgelesen werden.

Die Akkuleistung ist mehr als zufriedenstellend und das Angebot an Applikationen ist üppig. Allerdings gibt es wenig aktive Apps, sondern meist können die Inhalte nur passiv betrachtet werden.

Außerdem bekam das Display einen Kratzer, der an sich nicht sofort erkennbar ist, aber bei einer IP57 Zertifizierung eigentlich nicht sein dürfte. Auch hätten wir uns gewünscht, dass Sony dem Nutzer überlässt wie lange das Display hell bleibt. Denn solange keine Apps genutzt werden wird der Screen nach sechs Sekunden wieder dunkel.

Grundsätzlich sind wir von Sonys SmartWatch 2 aber begeistert gewesen. Der Kunde erhält eine schicke Uhr, die einige Griffe in die Hosentasche zum Smartphone erübrigen. Außerdem ist die Smartwatch im Verhältnis zur Konkurrenz mit aktuell circa 135 Euro deutlich günstiger. Einen Kauf empfehlen wir allen, die sich die Anschaffung einer Smartwatch überlegen, aber dennoch eigentlich eine Uhr am Handgelenk haben wollen. Alle anderen Technikbegeisterten sollten sich dann doch eher an Samsungs Produktpalette wenden.

 

Die Sony SmartWatch 2 erhält im Gizrank 4 von 5 möglichen Sternen.

 

Pro und Contra im Überblick

plusWertige Verarbeitung

plusDesign erinnert eher an eine Uhr als an eine Smartwatch

plusVergleichsweise günstiger Preis

plusViele Apps

minusIP57 Zertifizierung nur bedingt bestätigt

minusEtwas schwache Auflösung

minusKeine Antwortmöglichkeit auf Nachrichten

Zusatzinformation zum Bewertungsverhalten

Bevor wir mit unserem Dauertest begannen, wurden ein paar Punkte definiert, die in unseren Augen wichtig für eine SmartWatch sind. Denn mal ganz ehrlich, wer weiß heutzutage genau, was eine Smartwatch können sollte.

Telefonieren mit dem Armband erscheint uns wenig sinnvoll. Und auch eine Fotofunktion wie bei der Galaxy Gear ist zwar ein schönes Gimmnick, aber keinesfalls sinnvoll, solange Bildqualität und Aufnahmedauer nicht passen. Zudem sollte eine SmartWatch wie jede andere Armbanduhr einiges aushalten können, denn sie ist schließlich ein Gebrauchsgegenstand. Alles in allem sollte eine SmartWatch das Smartphone erweitern und es keinesfalls ersetzen. Das heißt: Ein paar grundlegende Funktionen wie Nachrichten einsehen, Wetter, Fitness, Uhrzeit und Kalender sind wünschenswert. Viel mehr muss es aber nicht unbedingt sein.

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  1. Die smartwatch 2 ist zeitgleich mit der galaxy gear erschienen ich glaube das sie sogar ein wenig eher heraus kam . Auf dem display ist außerdem eine Schutzfolie verklebt das erklärt die kratzer die sollten nur auf der folie sein. Ich habe mittlerweile die 3te smartwatch 2 die erste hatte den bekannten fehler das die uhr nicht richtig mit dem Gehäuse verklebt war und somit undicht wurde darus ergab sich ein wasserschaden . Bei der zweiten viel nach ca 2 monaten der deckel der usb abdeckung ab somit ließ sich diese nicht mehr öffnen und nicht mehr laden. Die dritte funktioniert bisher einwandfrei das Gehäuse scheint mir auch irgendwie robuster geworden zu sein . Die erste hatte nach einer Woche normalen tragens scharten und kratzer die 2te war dagegen nach 2 monaten immer noch wie neu (bis auf den deckel des usb’s ) .

    Wer wirklich nur eine erweiterung zum handy sucht weil er dies nicht ständig in die hand nehmen will und auf textnachricht nicht immer gleich antworten muss dem kann ich diese uhr nur empfehlen . Preis Leistung ist super.

  2. Der IP Code gibt nur Auskunft darüber, wie resistent das Gehäuse gegen das Eindringen von Wasser und anderen Fremdkörpern ist. Die Zertifizierung sagt rein gar nichts darüber aus, wieviele Kratzer, Stöße, etc. das Gehäuse aushält.

    http://www.explosionsschutz.net/ignition_protection/ignition_protected_04.html

    Und übrigens, ” vernsteuern” mit “v” tut gewaltig weh im Auge, auch wenn man kein Rechtschreibnazi ist..
    Ansonsten echt ein guter Test.

  3. Ich bin ja besonders gespannt, wie sich die Sony Smartwatch SW2 in einem Test gegen die kommenden Modelle LG G Watch und Motorola Moto 360 schlägt. Vielleicht legt Sony ja bald ein neues Modell nach. Bei den Android Wear Herstellern ist Sony auf jeden Fall vorerst nicht dabei.

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