Uroboros: Dieser Virus braucht keine Internetverbindung

Uroboros Virus

Der Virus Uroboros sichert heimlich Daten von Windows-Computern, die nicht im Internet sind, sobald nur ein Rechner im Netzwerk online ist. Große Parallelen zu einer alten russischen Spähsoftware nähren den Verdacht, der russische Geheimdienst stecke hinter dem Virus.

Es ist ein Schreck für jeden, der hoffte sich mit Anti-Viren-Programmen oder gar dem Kappen der Internetverbindung die teils lästigen, teils gefährlichen Viren vom Hals zu halten. Nun entschlüsselte Ralf Benzmüller von der Sicherheitsfirma G Data die Spionagesoftware Uroboros (ägyptisches Symbol: die Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt), die zuvor völlig unbemerkt von nichts und niemandem aufgehalten wurde.

Der Virus sichert heimlich Daten und versucht sie über andere Rechner des Peer-to-peer-Netzwerks, die online sind, zu versenden. Dies zu unterbinden ist bei größeren Netzwerken eine nahezu unmögliche Aufgabe. Unternehmen, die ein Windows-Betriebssystem nutzen, sind also besonders gefährdet und genau dafür scheint Uroboros entwickelt worden zu sein. Seit drei Jahren sammelt und sendet Uroboros Daten, aber wohin?

Diverse Indizien sprechen dafür, dass Uroboros aus der Feder des russischen Geheimdienstes stammt. Zum einen ist Uroboros sehr ähnlich aufgebaut und genauso verschlüsselt wie das Spähprogramm Agent.btz, das russischer Abstammung ist. Zum anderen überprüft Uroboros ob Agent.btz bereits installiert ist. Dass Agent.btz vor drei Jahren, also seitdem Uroboros aktiv zu sein scheint, aufgedeckt wurde, erhärtet den Verdacht, der russische Geheimdienst spähe sogar Computer ohne Internetverbindung aus.

Zugegeben: Ganz neu sind solche Vorfälle nicht. Schon 2007 arbeitete die NSA im Rahmen des Stuxnet-Angriffs auf iranische Atomanlagen an der Technik, die mithilfe kleiner Funkwanzen Computer, die nicht mit dem Internet verbunden sind, ausspähen soll. Das macht die Angelegenheit aber noch lange nicht zu einem Kavaliersdelikt. Umso besser, dass dem Drachen nun von Anderen in den Schwanz gebissen und Uroboros aufgedeckt wurde.

[Quelle: G Data]

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    1. Gute Frage! Die “größeren” Konsequenzen werden sich eventuell noch ergeben, wenn ganz sicher ist von wem das stammt. In erster Linie ist das aber das Informieren der Öffentlichkeit, wie hier geschehen.

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