Kommentar: Wie viel Sinn macht eine CeBIT heute noch?

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Unter dem Leitmotto Datability ging letzten Freitag die Neuauflage der CeBIT zu Ende. Nach den stetig sinkenden Besucherzahlen der vergangenen Jahre beschloss die Deutsche Messe in Hannover den Kurs der CeBIT 2014 zu ändern. Folglich liegt der Fokus ab diesem Jahr allein auf Business-Lösungen und nicht mehr auf einer Mischung aus B2B- und Konsumentenmesse.

Die Besucherzahlen lagen entsprechend mit 210.000 Besuchern rund 75.000 unter dem Wert von 2013. Das sind laut Veranstalter leider auch nur 90 Prozent von dem, womit die Deutsche Messe gerechnet hat.

Ob das Konzept aufgegangen ist, lässt sich anhand der blanken Zahlen jedoch nur schwer einschätzen. Die Umsetzung war auf jeden Fall pragmatisch. Vor allem die Stände von IBM, SAP, Samsung oder Telekom erzeugen einen Wow-Effekt, was die Größe und Präsentation angeht.

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Anzufassen gab es es dann aber relativ wenig. Ganz im Sinne der Neuausrichtung der CeBIT auf Geschäftskunden. So gab es kaum wirkliche Neuankündigungen von den „Großen“ zu sehen. Dafür aber von den mehr als 300 Startups, die mit teils interessanten Ideen, dafür winzigen weil teuren Ständen die CeBIT auflockerten. 50 von ihnen nahmen übrigens am CODE_n-Programiertwettbewerb explizit für Startups teil. Dieser lief unter dem Hauptmotto der CeBIT 2014, Big Data.

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CeBIT oder Fachmessen?

Dass das Hype-Thema Big Data, also riesige nutzer- und maschinengenerierte Metadaten im Leitmotto Datability (Mischung aus Big Data und Responsibility) zusammengefasst worden ist, war auch eher politischer Natur. Viel zu sehen von Big Data gab es nämlich nicht. In den Talks wurde es zwar thematisch angesprochen, die wirklichen konkreten Ansätze und Beispiele fehlten aber. Der verantwortungsvolle Umgang mit Nutzerdaten aus Big Data ist wohl auch eher ein Thema für Fachmessen im Bereich Sicherheit, wie die it-sa in Nürnberg. Mit dem Partnerland Großbritannien und dem Abhörskandal um den britischen Nachrichtendienst GCHQ wurde zumindest mit dem Namen Datability ein Impuls in die richtige Richtung gegeben.

Ob die Messe ihr Ziel erreicht hat, können auch von der Deutschen Messe erstellte Infografiken nicht unbedingt beantworten. Laut Aussagen eines Mitarbeiters eines nicht näher benannten internationalen Unternehmens, stellt sich eine Frage: Was ist der Sinn einer Messe, die das gesamte Spektrum an IT-Themen abdecken möchte?

Ein Kunde, der an unseren Produkten interessiert ist, informiert sich auf der Webseite oder über andere Kanäle und lässt sich die Lösung dann von uns präsentieren. Deshalb stellt sich die Frage, ob eine CeBIT heutzutage noch Sinn macht. Inwiefern hier tatsächlich so viel Neugeschäft generiert wird, wage ich zu bezweifeln. Sinnvoller sind da eben eher die spezialisierten Fachmessen.

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Quo vadis, CeBIT 2015?

Das Konferenzprogramm hat uns übrigens gut gefallen und überzeugte mit IT-Größen wie Apple-Gründer Steve „The Woz“ Wozniak, Wikipedia-Gründer Jimmy Wales oder Eugene Kaspersky vom gleichnamigen Security-Anbieter. Dass der Fokus mit reinen Businessthemen für uns Gadget-Liebhaber und Digital-Lifestyler nur mittelmässig interessant ist, ist eine Sache, passt aber zum neuen Konzept der CeBIT. Themen, die „etwas näher am Bürger“ sind, hätten die Ausrichtung aber nicht verwässert und der Messe sicherlich gut getan.

So bleibt also abzuwarten, wie sich die CeBIT 2015 zeigt. Ob es für die Unternehmen aus geschäftlicher Sicht sinnvoll ist. Oder ob es letztlich nur darum geht, Präsenz zu zeigen. Für den reinen Konsumenten ist die CeBIT rein informativ gesehen tot und die IFA die bessere Alternative.

(Fotos: Deutsche Messe, Sabine Körfgen)

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