Prähistorische Lithophone geben nächste Woche ihr erstes Konzert

steinspiel

Vor 10.000 Jahren spielten Musiker nicht mit Gitarren und elektrischen Verstärkern, sondern auf Lithophonen. Einige der ältesten Exemplare werden nächste Woche in Paris ihr erstes und letztes öffentliches Konzert in der modernen Zeit geben.

Die Steininstrumente sind auf die Zeit zwischen 2.500 und 8.000 vor Christus datiert und werden an drei aufeinanderfolgenden Abenden im französischen Nationalorchester bespielt. Vier Perkussionisten  werden dabei ein Stück mit dem Titel Paleomusique spielen, das von Philippe Fenelon komponiert wurde.

Erst vor wenigen Jahren realisierten Archäologen, dass die langen, dünnen Steine – gefunden in der Sahara – überhaupt Instrumente sind. Davor vermutete man, dass sie für das Mahlen von Korn genutzt worden waren. The Telegraph zufolge offenbarte sich der wirkliche Verwendungszweck dem Paleomusikologen Erik Gonthier, als er an die Resonanz bei Klavieren dachte:

Ich fand etwas Verpackungsschaum im Mülleimer des Museums und machte daraus Stützen, die ich jeweils unter die Enden des Lithophons platzierte und klopfte auf das Instrument. Es produzierte einen klaren Ton. Mein Herz schlug wie verrückt. Ich wusste, dass ich etwas großartiges entdeckt hatte.

Auf YouTube gibt es bereits viele Beispiele, die aufzeigen, wie die Steinspiele klingen können. Der Finne Mårten Bondestam baut und bespielt seine eigenen Exemplare:

Die isländische Band Sigur Ros nutzte bei einem ihrer Konzerte diese Stein-Marimba:

[The Telegraph]

Titelbild: Trevor Cox: The Musical Stones of Skiddaw

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