Studie: Warum Wildtiere Überlandleitungen meiden

koronaentladung

Dass die meisten Tiere Stromleitungen meiden wusste man zwar schon, jetzt hat man auch den Grund dafür gefunden. Neuesten Forschungsergebnissen zufolge sehen Tiere dort Koronaentladungen und Lichtblitze im UV-Bereich, die für den Menschen unsichtbar sind.

Die Erkenntnis offenbarte sich als Teil einer Studie über wilde Rentiere in Norwegen. Diese können im Gegensatz zu uns Menschen UV-Licht erkennen, das ab und an auch von Stromleitungen ausgeht, so Professor Glen Jeffry vom University College London gegenüber The Independent:

Rentiere sehen auch im UV-Bereich, da die Arktis reich an UV-Licht ist. Isolatoren senden solches Licht aus. Die Tiere sehen vermutlich nicht nur einzelne Blitze, sondern eine Reihe von Blitzen über dem Horizont.

Das UV-Leuchten selbst entsteht durch die Bildung von ionisiertem Gas, das in einer sogenannten Koronaentladung oder als Lichtblitze freigesetzt wird, wie unten im Video zu sehen:

Einer anderen Studie zufolge sind nicht nur Rentiere, sondern etwa 35 verschiedene Spezies in der Lage, UV-Strahlung zu sehen. Das Problem dieser Erscheinungen ist nicht nur die unmittelbar beunruhigende Wirkung auf die Tiere, sondern auch die Tatsache, dass sie für die Zersplitterung von Tiergruppen verantwortlich sein können.

Die Videos oben und unten wurden mit speziellen UV-Kameras aufgenommen. Da UV-Blitze Zeichen von Leitungsproblemen sein können, werden diese Kameras für Inspektionen genutzt. Die Kameras erfassen allerdings nur einen Teil des UV-Lichts – wie hochempfindliche Tiere das Licht wahrnehmen, können wir damit nicht genau bestimmten. [The Guardian, The Independent]

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