Facebook kauft Oculus und das Internet weint. Zu Recht? [Kommentar]

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Egal wo man hinsurft: Die Empörung über die Oculus-Übernahme durch Facebook ist enorm. Das fängt im Forum von Oculus VR an und hört mit dem Ausstieg des Minecraft-Entwicklers noch lange nicht auf. Wird Facebook den VR-Nerd-Traum vernichten und das sympathische und hoch innovative Projekt Oculus Rift in einen mit Werbung gepflasterten Abgrund reißen? Ich befürchte es.

Das Oculus Rift Facebook Mockup von brandsumo.com bringt es auf den Punkt. Dort soll die VRSTANDARD 350 Dollar kosten. Mit Werbeeinblendungen, einem Facebook Store und kostenlosen Social Games versteht sich. Für nur 50 Dollar pro Monat extra werden externe Apps erlaubt und die Werbung ausgeblendet. Genau dies ist die größte Angst der (ehemaligen) Fans der Oculus Rift: Die komplette Verkommerzialisierung der Oculus Rift.

 

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Update: Ich nehme es Oculus VR nicht übel, dass sie reich werden wollen. Ganz im Gegenteil: Ich gönne es ihnen! Allerdings verpassen sie jeden einzelnen Kickstarter-Unterstützer mit der Entscheidung Facebook das Sagen zu überlassen eine schallende Ohrfeige. Hier geht es nicht darum, dass ich es Facebook nicht zutraue die Hardware entsprechend weiterzuentwickeln. Vielmehr hatte ich vorher die Hoffnung unzählige Indie-Gaming-Entwickler würden mit der Oculus Rift wahre Traumwelten erschaffen und die Zukunft des Gamings maßgeblich mitbestimmen. Diese Hoffnung ist tot. Ich befürchte, Facebook wird auf der Oculus Rift eine hochrestriktive Umgebung schaffen und nur ausgewählten externen Entwicklern die Oculus-Türe öffnen. Twitter, Google+ und Pinterest wird es sicher niemals auf der Facebook-VR-Brille geben. Vorher wollte Oculus Rift eine Revolution sein. Nun ist sie Facebook.

Was sagt ihr? Ist das Projekt Oculus Rift durch die Übernahme durch Facebook dem Untergang geweiht? Oder kann der gewinnorientierte Einfluss von Facebook dem Virtual Reality Traum sogar helfen?

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    1. Es ist mal wieder das Standard-Rumgeheule von ein paar Menschen im Internet, die der Meinung sind dass ihre Stimme andere dazu bewegen kann, den selben Schrott zu denken/tun wie sie selber.
      Google kauft nest – paar User heulen auf Gizmodo rum
      Facebook kauft WhatsApp & Oculus – wow ich bin cool und gegen Facebook, ich bewerte WhatsApp im AppStore negativ und schreibe ins Kommentarfeld wie schlimm Mark Zuckerberg ist.
      Dass diese, sorry – dämlichen, Menschen nicht sehen wie sinnlos es ist, sich über Facebook im GOOGLE-Playstore oder APPLE-AppStore zu beschweren – diese Menschen können einem nur leid tun, auch wenn es meistens irgendwelche minderjährigen Dummköpfe handeln muss. Anders kann ich mir nicht erklären wie man in eine App-Bewertung oder auch in Blog-Kommentare harte Beleidigungen schreiben kann/muss.
      Facebook hat die Mittel aus der Oculus Rift etwas noch Besseres zu machen – wer wirklich glaubt soetwas wie im Mockup angedeutet würde FB produzieren wollen, dem ist das Rumgehate etwas zu Kopf gestiegen.

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      1. Naja, das Rumgeheule kann ich schon verstehen. Ich unterdrücke auch ein paar Tränen. Ich hatte wirklich große Hoffnung in Occulus Rift gesetzt. Facebook hat, denke ich mal, ganz andere Ziele im Kopf, als die meisten Visionen, die für Occulus Rift herumschwirren. Facebook wird sicherlich nicht sagen, “hier habt ihr ein Stück Hardware, das komplett losgelöst von unserer Software ist, macht damit, was ihr wollt”. Also wird es auf die eine oder andere Art eine Facbook Software auf dem Gerät laufen… und für mich persönlich wird diese Hardware dadurch unbenutzbar.

      2. Facebook ist nun einmal leider eine veraltete, reiche Krake die sich nun neue Geschäftsfelder einverleibt. Das ist ja soweit noch legitim. Aber Occulus Rift ist nicht Whats App. Occulus Rift hat irgendwie den kleinen Nerds dort draussen gehört. Den Herscharen von Indieentwicklern. Den Kickstart Backern. Und ja, ich habe mich darauf gefreut. Vielleicht auch weil das Teil mit seinen Fans wuchs.
        Und nun hat’s Facebook angefasst.
        Als hätte ein Hund mein Eis angeleckt. Klar, ist immer noch ein Eis. Aber trotzdem bin ich damit fertig. Danke Facebook

      3. sry du hast da glaube ich etwas falsch verstanden. Schade ist es das Große Firmen die kleinen aufkaufen, weil sie fürchten das die kleinen Aufsteiger zu mächtig werden, oder weil die analysten der größeren firma reevaluiert haben, das das aufkaufen der kleineren firma evtl. einen neuen markt erschließt oder neue kunden anlockt.

        natürlich mach fb sehr viele games selber oculus 3dvr games würde also das spektrum an games noch erwitern. aber das gefühl etwas miterschaffen zu haben, oder dabei gewesen zu sein wie eine kleine firma den großen zeigt wie mans richtig macht ist damit weg. demnach auch enttäuschung.
        wenn man sieht das sie ganze multimediale industrie immer und immer wieder darauf abziehlt einen eigenen geschlossenen (meist auch vor der konkurrenz verschlossenen) zu 100% kontrollierten meist auch noch abhängigmachenden markt aufzubauen dann ist das doch sehr ernüchternd/demotivierend/verärgernd wenn man sieht das hier und da die Weichen auf (wir zocken euch bald ab oder verkaufen eure informationen) gestellt werden.

        einfach nur schade weil im endeffekt wir die endkunden auf lange dauer immer dafür bezahlen müssen.

  1. Ich frage mich ja wo in dem Artikel das “Kommentar” ist. In der Einleitung stehen die Meinungen aus dem Internet, der erste Absatz befasst sich mit einem Mockup und im 2. Absatz werden die Leser nach ihrer Meinung gefragt. Von “Kommentar” keine Spur.

    1. Hi Sonari, ich gebe dir völlig Recht, sorry dafür. Ich habe meine Meinung nun genauer ausgearbeitet. Was hältst du von der Übernahme?

  2. Coole idee, erstmal mit kickstarter abzusahnen und die neu gegründete firma direkt zu verkaufen, um noch mehr kohle zu machen. Ich wäre froh, wenn mir das eingefallen wäre!

  3. gute produkte brauchen entwicklung. entwicklung kostet geld. woher soll man das geld nehmen wenn man sein produkt nicht überteuert verkauft? Ahhhh investoren ;)

  4. Ich befürchten es.
    ich es Facebook nicht zutrauen die Hardware entsprechend weiterzuentwickeln.
    Vielmehr hatten ich vorher die Hoffnung
    sie reich werden wolle.

    Ich bin kein Rechschreibnazi, aber es nimmt viel an Glaubwürdigkeit raus,
    wenn soviele Fehler auf einmal passieren.

  5. Bin gespannt, was Facebook damit anstellen wird.
    Das Zeug, der GoogleGlass Konkurrenz zu machen, hat sie nicht, sie hat ja ein ganz anderes Konzept.
    Im Grunde genommen, darf Facebook auch kaufen, was sie möchten, sind schließlich in einer freien Marktwirtschaft.
    Und Respekt hat der Deal verdient, genauso wie der Kauf von WhatsApp. Man braucht sich ja bloß vor Augen führen wie viele Kaufangebote die WhatsApp-Entwickler davor konsequent abgelehnt haben.

    WhatsApp hat natürlich seine Kunden verraten, aber egal – 90+% der Nutzer hatten sowieso schon eine Facebook-App auf ihrem Handy und Facebook damit nichts erfahren, was sie nicht schon wussten.

    Auch Oculus hat seine Kunden verraten und hier wiegt der Fall schon schwerer. Denn viele davon hatten richtig Geld und/oder Know-How investiert – nicht in eine Developer-Version sondern in eine Idee.
    Es sah ja vieles nach offenen Schnittstellen und OpenSource aus.
    Auch Facebook wird Schnittstellen schaffen, aber OpenSource wird ein Traum bleiben. Auch Flexibilität und Kundenorientierung sind nicht gerade Punkte, die Programmierer bisher bei Facebook finden konnten.

  6. schlimm, aber Anstiftung zum Verrat (das ist die Unterbreitung eines Kaufangebotes in diesem Fall) ist kaum besser. Beide Seiten sind Fälle von mangelnder Geschäftsethik. Aber warum aufregen. Einfach cool auf FB und deren ganzen Quatsch verzichten. Als aktiver Nichtnutzer hast Du viele Vorteile.

  7. Wie süß, diese Aufregung. 2 Milliarden. Hallo? Das sind 2000 Millionen oder auch 2.000.000.000 Dollar. Man könnte meinen, das es für die meisten Pflichtbetroffenen hier nur Peanuts sind. Dabei vermute ich, dass viele Aufgeregte schon für einen kleinen Bruchteil davon ihre Mutter in die Sklaverei verkaufen würden. Aber das ist nur eine Vermutung.

    1. Also da bin ich wirklich ganz anderer Meinung. Es mag ja sicherlich auf einige Leute zutreffen, dass sie ihre “Mutter für Geld verkaufen würden”, aber in den allermeisten Fällen behandelt man solch eine Idee, die langsam ausreift und zum Produkt wird, wie sein eigenes Kind. Meinst Du vielleicht, wenn man dem Hoeneß, oder genauer der Führungsetage des FC Bayern, 100 Mrd. Euro für den Verein angeboten hätte (und vielleicht haben das ja sogar mal irgendwelche Scheichs), dass diese darauf eingehen würden?
      Wenn mal Dein gesamtes Herzblut in einem Produkt steckt, dann trennst Du Dich nicht so leicht davon. Wobei ich jetzt nicht sagen möchte, dass sich OR von seinem Produkt getrennt hätte, aber sie haben sich ihrer eigenen Entscheidungsgewalt beraubt.
      Vielleicht bin ich da anders, aber wenn ich mir aussuchen könnte, ob ich der Typ bin, der Occulus Rift erfunden und entworfen hat, oder der Typ, der Occulus Rift verkauft hat und damit stinkreich geworden ist, wär ich lieber ersteres. Ich wäre lieber Wozniak als Jobs (wobei der Vergleich auch hinkt, da der Steve Jobs niemals sein Apple verkauft hätte… denk ich zumindest…).

  8. Wieviele von Euch haben hier mit dem Facebook Button den Kommentar eingeloggt ? ;-)

    Ich bin emotional auch negativ getroffen von der Mitteilung, obwohl ich nicht einmal so sicher bin, dass es objektiv so viele schlechte Auswirkungen haben wird. Ich glaube, alleine schon die Möglichkeiten der VR selbst bieten FB soviele Anwendungsfelder, dass sie schlicht a) selbst eine sehr vielversprechendes junges Unternehmen gekauft haben weil es schlicht später noch viel mehr Wert sein wird, und sie durch ihr Funding, was sie ja hoffentlich reinstecken werden, die Entwicklung beschleunigen können. Und die Gamer Szene ist seit jeher ein Treiber der Hardware Entwicklungen im Consumer PC Bereich, also werden sie das Gaming schon noch zentral stehen lassen – mit den Gamern kommen die Prozessoren und Grafikkarten, die dann wieder die Casuals mit billigeren aber leistungsfähigen Mittelstarken Grafikkarten nach sich ziehen, die dann in tolle virtuelle Erlebnisse abtauchen können. Und dort wartet dann der Zuckerdaddy mit seinem FB und hat alle möglichen verlockenden Angebote des VR social interactings anzubieten. Nur bei diesem Punkt hoffe ich natürlich, dass es dennoch offen geschieht, er also den Wettbewerb mit anderen zuläßt. Außerdem ist es an Jedem selbst, ob er genau diese Angebote annimmt, die mehr über seine Interessen, Freunde, Kommunikation aussagen. Ich sehe das reine Gaming aber kaum in Gefahr, sondern eher erstmal im Vorteil durch die größeren Investitionen von Oculus in eine noch bessere Consumer Version des Rift.

    Aber ich habe ja auch FB bislang soweit widerstanden (habe zwar ein Account wegen einiger Freunde, aber ich habe null Daten über mich darin und kommentiere/kommuniziere auch nicht darüber, also rein passiver Gebrauch). Wer natürlich diese Selbstdisziplin nicht aufbringt, der macht sich u.U. schon begründeter Sorgen.

    1. Einen passiven Gebrauch von FB gibt es nicht. Netzwerke leben von Verbindungen. Diese hast Du als Mitglied.
      Natürlich ist auch die Gleichung Geld ist Zeit und Geld ist Power gültig mit Auswirkung auf Produktentwicklung und Distribution. Aber genau das ist der kritische Punkt. FB ist schon mächtig genug. Ich unterstelle sogar, das Firmenziel ist es, das Internet zu ersetzen. Zumindest einen Großteil davon. Würde ich durch den Beitrag meiner Leistung dieses Ziel stärken wollen? Nein, ganz sicher nicht. Das Teufelchen hat keinerlei Macht uns Dinge tun zu lassen, die wir nicht wollen. Es braucht immer unsere Zustimmung. Deshalb gibt es die Versuchung. Wenn Du ihr nicht erliegst, bist Du stärker als zuvor. Wenn Du ihr nachgiebst und mit dem Teufelchen übereinstimmst hast Du nur eine andere Zahl auf dem Kontoauszug und was wie ein Gewinn aussieht, kann in Wahrheit ein Verlust sein. Gier mag menschlich sein, der Wunsch sie zu meistern ist es aber auch.

  9. Ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen und weiß daher nicht ob es schon jemand erwähnt hat. Aber ich glaube das Problem wird vor allem auf alle anderen kickstarter-Projekte übertragen werden: welcher kickstarter-Unterstützer wird in Zukunft einem vielversprechenden Projekt, das eben aufgrund von kickstarter ja unabhängig von großen Firmen entwickelt werden sollte, noch ohne weiteres Geld geben, wenn es am Ende nur eine finanzielle Unterstützung für einen riesigen Weltkonzern sein könnte, der das Risiko der Eigenentwicklung nicht eingehen wollte? Ich finde mit dem Verkauf an facebook wurden alle backer des Kickstarterprojekts hintergangen.

    1. ich hoffe, dass Backer genügend Intelligenz (Fähigkeit zur Unterscheidung, Differenzierung und nicht Gleichsetzung) aufbringen, und nicht wegen eines schlechten Beispiels die Unterstützung anderer Projekte in Frage stellen.

  10. gewesen die Sache fair und mit mehr Gewinn für alle zu handhaben. Mit Kickstarter hat man alle Mailadressen der Unterstützer. Einfach die Beweggründe für den Verkauf erläutern, ein oder zwei Angebote für die Unterstützer zur Wahl stellen, das Ergebnis bekanntgeben und dann danach handeln. Wir hätten ein herausragendes Beispiel von Geschäftssinn und mehr Leute hinter der Geschâftsleitung und dem Produkt als je zuvor. Das wäre auch im Interesse von FB gewesen. Aber diese Bussinesschnullis werden es nie begreifen. Auch wenn sie in goldenen Badewannen versuchen, sich ihren eigenen Dreck von der Haut zu schrubben.

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