Das Medion Erazer X7611 Slim Gamer Notebook im Test

MedionErazerTitel

Das Medion Erazer X7611 wurde vorwiegend fürs Gaming konzipiert. Ob der Siebzehnzöller als Anschaffung für Computerspieler Sinn macht, haben wir im Test für Euch herausgefunden.

Spezifikationen vom Hersteller

Ersteindruck

Medion nennt seinen Laptop „Slim Gamer“, und tatsächlich: Gerade mal 2,3 cm hoch ist das Erazer in zugeklapptem Zustand. Dabei wurde an Hardware und Anschlüssen nicht gespart, nur ein Laufwerk hat nicht mehr ins Gehäuse gepasst. Das Stromkabel ist mit ca. 1,75 Metern Länge ordentlich bemessen, so können auch weiter entfernte Steckdosen im Raum leicht erreicht werden. Der Akku ist mir etwas zu groß geraten, eine Aussage, die man so auch auf das Gerät selbst treffen kann. Der 17,3 Zoll Bildschirm ist super für die Medienwiedergabe, aber der Gesamteindruck bleibt erstmal „sperrig“, auch wenn das Notebook mit knapp 2,7 Kilogramm schön leicht geblieben ist.

Peripherie und Zubehör

An Anschlüssen hat Medion alles Nötige verbaut, so sind an jeder Seite 2 USB 3.0 Buchsen zu finden. Die fürs Gaming dringend benötigte externe Maus findet also genauso ihren Port wie etwaitige externe Laufwerke. Für mehrere USB Sticks sitzen die Ports ein klein wenig zu eng beieinander. Ein HDMI-Anschluss sorgt für Multimediapotential, genauso wie zwei mini Display Ports. Ein Multikartenleser stellt sicher, dass das Erazer alle Medien von Handys und Kameras verarbeiten kann. Der Line-In-Anschluss ist ein nettes Extra, wurde aber von mir beim Testlauf nicht weiter berücksichtigt. Der Profigamer verbindet sein Headset mittels Mikrofon- und Kopfhörerbuchse, der Autor freute sich, seine neuen Kopfhörer direkt über Bluetooth ausprobieren zu können.

Einen dicken Schnitzer haben sich die Hersteller bei der Position des Stromkabels geleistet. Das befindet sich mittig rechts am Laptop, was ich so noch nie gesehen habe. Führte zu einigen komischen Verrenkungen, vor allem in Kombination mit der externen Maus.

Die Tastatur ist Notebook-Standard, mit Backlight, Funktionstasten und Numpad sind alle Features vorhanden, die man erwarten würde. Ich suchte vergeblich nach einem Knopf zum Einschalten eines „Gaming-Modus“ á la G510, bis ich verstand, dass die linke Windows-Taste einfach weggelassen und der Modus somit überflüssig wurde.

Erazer03

Medienlaptop

Das Display des Erazer ist ein echter Hingucker. 1600×900 Auflösung auf 43,9 Zentimetern Bildschirmdiagonale (17,3″) machen jeden Film und jedes Youtube-Video bei hoher Bildqualität zum Augenschmaus.  Kombiniert mit der Windows 8.1 Oberfläche bleibt ein Gefühl schnittiger Moderne, das es vom Flair her locker mit jedem Appleprodukt aufnehmen kann.

Eine positive Überraschung sind die Lautsprecher, die einen satten und schönen Klang produzieren, und den Anschluss an externe Boxen eigentlich überflüssig machen. Klar, echte Klangfetischisten werden hier sicherlich Kritikpunkte finden, schließlich sind es immer noch Laptopboxen, für den Durchschnittsnutzer reicht die Qualität in jedem Fall aus.

Gaming Laptop

Aber zur Sache – was taugt das Medion Erazer für den engagierten Zocker? Schließlich wird das Gerät explizit als „Gaming Laptop“ beworben und weist vielversprechende Spezifikationen auf.

TitanfallMechaDie Benchmarks ordnen die Leistung im Mittelfeld ein. Die 76,94 FPS beim Open GL Cinebench (483 cb CPU) sind noch erste Klasse, die 3D Mark Ergebnisse stufen die Erwartungen dann wieder etwas herunter. (14801 Ice Storm, 6289 Cloud Gate, 890 Fire Strike). Beim Praxistest mit Titanfall bestätigten sich diese Einschätzungen – das Spiel läuft auf mittleren Einstellungen flüssig und problemlos. (720p, 2x MSAA, 2x Vsync, Sichtfeld 70, Sehr hohe Texturen bilinear, mittlere Beleuchtungs-, Schatten-, Effekt- und Modelldetails).

Ein Plus für Gamer ist die matte Oberfläche des Bildschirms. So konnte ich auch bei Sonnenlicht im 90-Grad-Winkel zum Fenster sitzen und verpasste so gut wie nichts vom Geschehen auf dem Schlachtfeld. Besonders hat mich die völlige Abwesenheit von Spiegelungen beeindruckt. Dafür muss man sich an ein etwas anderes Bild gewöhnen, das Display erinnert mit seiner matten Darstellungsweise schon fast an eine Kindle-Anzeige. Der Kristalleffekt des LCDs bleibt aber gering, die Reaktionszeit geht mit 8 ms fürs Spielen in Ordnung.

Clever gelöst ist die Abfuhr der Betriebshitze. Trotz der geringen Höhe des Geräts konnte ich unter den Tasten auch bei längerem Betrieb so gut wie keine Wärmeentwicklung feststellen, die Hitze wurde größtenteils im oberen Bereich des Laptops abgegeben. Der Lüfter zischt bei Hochbetrieb ordentlich, das lässt sich beim Spielen auf einem Laptop aber so gut wie nie vermeiden und bewegte sich im erträglichen Bereich.

Ganz wichtig für den Spielgenuss ist eine externe Maus. Das Touchpad ist zwar ordentlich verarbeitet, und beherrscht die mittlerweile gängigen Gesten Scrollen, Zoomen und Tipp-Klicken, eignet sich aber zum Computerspielen überhaupt nicht. Für Rechtshänder stört dann die bereits erwähnte Position des Stromkabels, man sollte um das Laptop herum genügend Platz für Kabel und Mauspad einplanen. Der Akku hält beim Spielen eine knappe Stunde, danach muss das Erazer an die Leine genommen werden.

Fazit

Das Erazer X7611 ist ein gutes Laptop in schönem Design zum fairen Preis. Im Vergleich mit anderen Gamingnotebooks schneidet das Gerät gut ab und bietet ordentliche Leistung bei klarem Bildgenuss.

Aber – und das ist ein großes Aber, trotz der Pluspunkte ist mir nicht ganz klar, wer sich das Erazer ausschließlich fürs Gaming zulegen sollte.  Für denselben Preis bekomme ich eine Desktop-Konfiguration, die aktuelle Titel auf höchsten Details flüssig darstellt und auch für die Zukunft länger halten wird. Klar, da sind die 450 Euro für den Monitor nicht mit drin, aber den werden sich nur Leute zulegen müssen, die gerade frisch ins Hobby einsteigen. Für Hardcore-Gamer scheidet das Laptop also aus. Casualzocker werden sich wohl mit einer Konsole zum halben Preis genauso zufrieden geben, weil da FIFA drauf läuft und man nebenher zur Sportschau wechseln kann. Darum ziehe ich für Gamer einen Stern ab.

Als Medienlaptop wird das Erazer durch die hochwertigen Lautsprecher und den nicht spiegelnden Bildschirm wieder interessant, mit WLAN, Bluetooth, miniDisplay, HDMI und dem Multikartenleser sind genügend Schnittstellen in die weite Welt der Bilder und Filme vorhanden. Ein externes Laufwerk ist in dieser Variante natürlich Pflicht, wenn man z.B. auf eine DVD-Sammlung zurückgreifen möchte und noch nicht bei Cloud und Streaming angekommen ist.

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plusplusErazer02Toller Bildschirm, gute Lautsprecher, schönes Design. Im Vergleich mit 1200 Euro preiswert.

minusminusTrotzdem schlechter als Desktop-Setups. Merkwürdig platziertes Stromkabel.

Spezifikationen vom Hersteller

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