Deutsche Informatiker knacken Mozilla Persona

shutterstock_65450929

Daniel Fett, Ralf Küsters und Guido Schmitz von der Professur für Informationssicherheit und Kryptographie an der Universität Trier haben das von Mozilla entwickelte Login-System "Persona" analysiert und dabei gravierende Sicherheitslücken entdeckt. Mitterweile wurden sie gestopft.

Die Forscher fanden heraus, dass sich Hacker mit beliebigen E-Mail-Adressen von Google- oder Yahoo-Benutzern bei einer Webseite anmelden können. Über diese Zugänge ist es den Hackern möglich, Daten aus fremden Benutzerkonten auszuspähen und zu verändern.

Webseiten bieten immer öfter Möglichkeiten wie „Login mit Facebook“ oder „Anmelden mit Google“. Bei diesem sogenannten Single-Sign-On (SSO) dient das vorhandene Facebook- oder Google-Konto als „Ausweis“ gegenüber der Webseite. Ein neues Passwort wird überflüssig. Der Nachteil: Google und Facebook haben Kontrolle darüber, wann und wo sich ihre Benutzer einloggen.

Mozilla, die Entwickler des Firefox-Browsers, verfolgen mit dem SSO-System „Persona“ einen neuen Ansatz, bei dem Datenschutz im Vordergrund steht: Wann und bei welchen Internetseiten ein Benutzer sich einloggt, erfährt kein Dritter.

Bevor die Wissenschaftler auf diese Mängel öffentlich hinwiesen, haben sie Mozilla darauf aufmerksam gemacht. Mittlerweile ist diese Sicherheitslücke geschlossen.

Dem Grundkonzept von Persona stellen die Trierer Forscher hingegen ein gutes Zeugnis aus: „Es hebt sich, neben einigen technischen Vorteilen, durch seinen datenschutzfreundlichen Ansatz wohltuend von anderen System ab“, sagt Professor Ralf Küsters. Er warnt aber zugleich davor, Anwendungen blind zu vertrauen: „Sicherheitslücken verstecken sich meist in subtilen Details und sind oft nicht auf einen Blick auszumachen.“

Die Forscher der Universität Trier stellen ihre Ergebnisse im Mai auf der IT-Sicherheitskonferenz „Security and Privacy 2014“ in San Jose (Kalifornien) vor.

Bild: Shutterstock/Lasse Kristensen

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising