Greenpeace-Cloud-Ranking: Apple blüht, Amazon glüht

(Bild: Facebook)

Apple und Facebook führen im jüngsten Greenpeace-Ranking der Umweltverträglichkeit von Rechenzentren. Dabei untersuchte die Organisation unter anderem Energie-Effizienz und Bezugsquellen der Unternehmen. Besonders schlechte Noten bekamen Twitter und der Amazon Web Service.

Sowohl Apple als auch Facebook wurden in den Kategorien „Transparenz“ und „Bekenntnis zu erneuerbaren Energien“ mit der Bestnote A ausgezeichnet. Laut dem Greenpeace-Ranking (PDF) ist Apple das einzige der untersuchten Unternehmen, das vollständig auf Strom aus Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerken verzichtet. Damit machte Apple auch die größten Fortschritte seit dem letzten Cloud-Ranking im Jahr 2012.

Facebook, das zur Zeit 49 Prozent seines Stroms aus Quellen wie Wind- und Wasserkraft nutzt, kündigte nun an, Apple zu folgen und ebenfalls nur noch Strom aus „sauberen“ Quellen zu beziehen. Lob von den Umweltschützern gab es auch für die Energieeffizienz von Facebooks Rechenzentren.

Neben Apple und Facebook sollen sich inzwischen auch Google, Rackspace, Box und Salesforce dazu verpflichtet haben, ihre Rechenzentren in naher Zukunft ausschließlich mit Ökostrom zu betreiben.

Laut Greenpeace hätten sie alle bereits damit begonnen, ihre Zusagen zu erfüllen. Die schlechtesten Noten erhielten Twitter und Amazon mit je dreimal „F“ (Schulnote sechs) und einmal „D“ (Schulnote vier), obwohl der Amazon Web Service (AWS) mit 15 Prozent und Twitter mit 21 Prozent sogar noch mehr Ökostrom beziehen, als Ebay.

„AWS baut seine weltweite Infrastruktur sehr schnell aus, ohne auf Umwelteinflüsse oder den Zugang zu erneuerbaren Energien zu achten“, heißt es in dem Greenpeace-Bericht.

Ein Amazon-Sprecher wies die Aussagen des Berichts zurück. Er basiere auf „falschen Annahmen“ und „ungenauen Daten zum Energieverbrauch von AWS“. Details zu Amazons Einsatz erneuerbarer Energien nannte er jedoch nicht. In dem Bericht heißt es weiter, Amazon sei in Spitzenzeiten für mehr als 31 Prozent des Internetverkehrs in den USA verantwortlich. Zu Amazons Kunden zählen unter anderem Netflix, Pinterest, Spotify und Vine. Die günstigen Preise würden Greenpeace zufolge also auf Kosten der Umwelt angeboten.

„Amazons Geschäftsmodell ist es, den größtmöglichen Marktanteil zu erreichen, selbst wenn damit niedrigere Margen einhergehen“, sagte David Pomerantz, einer der Autoren des Greenpeace-Rankings, im Gespräch mit CNET.

Das von Greenpeace untersuchte Cloud-Computing sei in Relation zu den einzelnen Staaten der sechstgrößte Stromverbraucher der Welt. Nur China, die USA, Japan, Indien und Russland benötigen demnach mehr Strom. Mit 684 Milliarden Kilowattstunden liegt das Cloud-Computing vor Deutschland, Kanada, Brasilien und Frankreich. Die Zahlen für diesen Vergleich stammen allerdings aus dem Jahr 2011.

greenpeace-scorecard

Quelle: Greenpeace

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de, Bildquelle: CNET.com]

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