Jeder will mobiles Fernsehen – kaum einer hat es. Warum eigentlich?

Mobile TV

Mobiles Fernsehen gewinnt zunehmend an Wert. Doch noch immer gibt es kaum brauchbare Lösungen. Woran das liegt und welche Lösung es auch heute schon gibt erklärt Jonathan Dähne in einem Gastbeitrag.

„Gebt den Menschen, was sie wollen, wann sie es wollen, in der Form in der sie es wollen.“

Das konstatierte Kevin Spacey unlängst in seiner Rede im Rahmen des Edinburgh International Television Festivals. Spacey bringt damit eine bemerkenswerte Entwicklung auf den Punkt: Zu den wesentlichen Veränderungen des Fernsehens im digitalen Zeitalter gehört die Möglichkeit, sich von Ort und Zeit der Ausstrahlung unabhängig zu machen und ihren linearen Konsum zu ergänzen.

Voraussetzung für den modernen TV-Konsum ist der Abruf skalierbarer Inhalte über unterschiedliche Medienkanäle. Und das maßgeblich auch mobil. Der Bedarf an zeitlich unabhängiger und mobiler Fernsehnutzung ist in den letzten Jahren konstant gestiegen; das so genannte Triple Play, bestehend aus Internet, Fernsehen und Telefonie, wird durch den Mobilfunk zum Quadruple Play erweitert.

LTE ist auch keine Lösung

Laut der ARD/ZDF Onlinestudie 2013 sind für 10 Prozent der Unterwegsnutzer Videos bereits die wichtigste Anwendung. Problematisch sind hier jedoch die netztechnischen Voraussetzungen. Wenn ich unterwegs das Fußballspiel meines Lieblingsvereins streamen möchte, bin ich darauf angewiesen, dass mein Empfang stimmt.

Die Netze der dritten Generation – 3G oder UMTS – kommen dabei schnell an ihre Grenzen. Je nach Position starten Sendungen teilweise gar nicht oder ausgesprochen langsam, ruckeln oder setzen aus. Besserung sollte da der neue LTE Standard bringen, der mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde deutlich höhere Downloadraten erreichen kann.

Doch egal was die Mobilfunkanbieter suggerieren – Deutschlands LTE-Netze hinken im internationalen Vergleich hinterher. Zum einen ist die Verfügbarkeit bisher – wenn überhaupt – nur in den Ballungsräumen garantiert, zum anderen wird das viel gepriesene High Quality Netz an Standard verlieren, sobald mehr Nutzer hinzukommen. Wenn sich zukünftig 100 Smartphone-Nutzer an einem Mobilfunk-Mast per LTE einbuchen, den sich aktuell nur 10 Leute teilen, wird sich das zwangsläufig auch auf die Geschwindigkeit auswirken.

Streamabbruch vor dem Abschlusspfiff

Bisher sind LTE Tarife allerdings ohnehin zu hoch für einen Massenmarkt Uptake. Selbst Einsteigertarife schlagen mit 30 bis 40 Euro monatlich zu Buche. Hinzu kommt die übliche Drosselung des Datenvolumens. Das mobile Streamen von TV-Inhalten verbraucht rund 15 MB meines Inklusiv-Volumens – pro Minute. Was nützt mir also mein Standard-LTE Paket mit 1 GB, wenn ich damit nur 88 Minuten meines Fußballspiels in HD streamen kann?

Ein niedriges Datenlimit steht ausgiebigem, mobilem Videokonsum im Weg. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass sich die Nutzer nicht auf kurze Clips beschränken, sondern bevorzugt längere Formate wie Serien oder Spielfilme gucken. Ohne Datenflatrate auf Anbieterseite sind Streaming Apps derzeit daher nur bedingt geeignet.

Abgesehen von der Nutzung des Inklusiv-Volumens wird auch der Akku beansprucht. Streaming Apps ziehen rund 3 Prozent des Akkus pro Minute. Hier werde ich also unter Umständen ebenfalls Probleme haben, wenn das Spiel in die Verlängerung geht.

Videokonsum 2014 – Fernsehen immer und überall

Mobilität wird auch 2014 weiter steigen. Wer in Großstädten wie Berlin oder München U-Bahn fährt, kann beobachten, dass jeder zweite Fahrgast mit seinem Smartphone beschäftigt ist, obwohl die Internetverbindung mangelhaft und Streaming daher praktisch unmöglich ist. Klar wird: Es gibt einen immensen Bedarf an Lösungen, die es dem Zuschauer erlauben, Konsum und Übertragung von TV-Inhalten zu trennen.  Eine dieser Lösungen möchte dailyme TV sein.

Die kostenlose App Dailyme TV bietet ein personalisiertes Angebot, das bevorzugte TV-Inhalte intelligent im WLAN lädt. Unterwegs sollen sich die Filme oder neuen Folgen der Lieblingsserie im Offline-Modus uneingeschränkt konsumieren lassen. So lässt sich erfüllen, was Kevin Spacey im Zitat eingangs forderte: TV Inhalte, die verfügbar sind, wann, wo und wie es der Zuschauer sich wünscht.

 

 

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  1. Da kann was nicht stimmen, 15MB pro Minute verbraucht das Fernsehen an Volumen, pro MB sollen ca 3% des Akkustandes verloren gehen. Das wären dann also 45% weniger Akkuladezustand in einer Minute, extrem unrealistisch.

  2. Ich weiß ja nicht, ist da wirklich ein so großer Bedarf? Falls ja gäbe es ja mehr Smartphones mit Fernsehempfänger oder irgendwelche bekannten Softwarelösungen… Wie es da anderen geht weiß ich nicht, aber ich komme ohne die permanente Berieselung von inhaltsleeren Sendungen bis jetzt ziemlich gut zurecht.

  3. so wichtig am oder im TV? Warum soll ich diese massenhafte Gleichschaltung überall verfügbar haben? Denkt noch jemand die Hungergames wären eine Fiction?

  4. Wer 2014 die gesellschaftliche Relevanz am Thema TV nicht wahrnimmt, der hat wohl wieder nur heimlich Dschungelcamp geguckt… Find das ganze Modell von dailyME technisch sehr spannend und muss mich an dieser Stelle als heute spontan überzeugten
    Erstnutzer outen, löblich finde ich übrigens die BBC Auswahl neben den Perlen des deutschen Privatfernsehens wenngleich mir die englische Originalfassung noch fehlt. ;-)

  5. Es gibt Empfehlungen der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten an die Hersteller, DVB-T in die Smartphones zu integrieren. Das deckt zwar nicht den Bedarf Was ich will, aber zumindest Wo und Wann ich will.

  6. Ich fahre jeden Tag eineinhalb Stunden U-Bahn in Berlin und bin wahnsinnig dankbar, dass es dailyme TV gibt. Mit Edge und GPRS, was meistens in den U-Bahn-Tunneln zur Verfügung steht, kommt man einfach gar nicht weit. Da ist an Streaming überhaupt nicht zu denken. Mit dailyme TV kann ich aber trotzdem die aktuellste Tagesschau-Sendung schauen, da sich die Sendung vorher zuhause oder im Office, als ich also noch im wlan war, automatisch runtergelden hat. Daher wundere ich mich, dass nicht viel mehr Pendler und Commuter die App nutzen. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen!

  7. Gesichtsausdruck fotogtrafieren (ohne Spiegelbild), Foto aber nicht anschauen.
    4 Wochen keine Nachrichten, kein TV, keine Zeitung, keine Illustrierte.
    Gesichtsausdruck fotografieren und nun beide Bilder nebeneinander platzieren.
    Wer will kann auch die Blutwerte und sonstigen Gesundheitsparameter vorher und
    nachher checken lassen.
    Jetzt nicht nachdenken oder bewerten, einfach mal machen.
    Es sind bisher keine Todesfälle aufgetreten ;-)

  8. Jeder will mobiles Fernsehen – kaum einer hat es. Die Überschrift wiederlegt sich selbst. Mobiles Fernsehen ist verfügbar, kaum einer hat es. Ich glaube eher „kaum einer will es“. Diese Aussage ist wiederlegbar sobald die Datenmengen der Flatrates entsprechend höher angesetzt werden, wenn es dann immer noch niemand will…

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