Diablo 3 – Reaper of Souls bringt den Spielspaß zurück

ReaperofSouls_Gizrank

Mit Reaper of Souls ist kürzlich Blizzards Add-On für Diablo 3 erschienen. Nach einem ausgedehnten Ausflug durch die Abschnitte eins bis fünf lässt sich vor allem eins sagen: Das Spiel macht endlich wieder Spaß!

Diablo 3 erschien Mitte 2012 und konnte mich damals nicht völlig überzeugen. Zwar kam beim Durchspielen eine Demon Huntress Level 35 herum (schicke Schuhe!), aber die Motivation, sich auf der Jagd nach Legendaries in Blizzards Grindmaschine zu begeben, blieb vergleichsweise gering. Das lag für mich an dem merkwürdig gestaffelten Schwierigkeitsgrad zum Release, sowie dem Umstand, dass die gesammelten Gegenstände viel zu oft für eine andere Klasse als die eigene gedacht waren.

Ich erwartete mir also von Reaper of Souls keine große Wiederbelebung des alten „Diablo-Gefühls“. Ein neuer Akt, eine neue Klasse, das Hauptspiel bliebe ja in etwa dasselbe und das konnte für mich nicht mit dem suchterzeugenden zweiten Teil konkurrieren. Also erstellte ich meine Kreuzritterin, wunderte mich kurz, warum meine Diablo-Avatare immer weiblich sein müssen, und begann mehr oder weniger pflichtbewusst mit dem ersten Akt.

Kreuzrittervorhernachher

Änderungen die Spaß machen

CourtneyHate ist mittlerweile Level 52, und ich werde auch nach dem Durchspielen der Hauptstory sicherlich noch öfter nach Sanctuary zurückkehren. Das liegt an den umfassenden Änderungen, die in den letzten zwei Jahren am Spiel durchgeführt wurden, und die mir als Gelegenheitsteufelsjäger gerade recht kommen.

Zunächst mal hat Blizzard das Echtgeld-Auktionshaus zu Grabe getragen. Die Funktion, auf einem globalen Marktplatz Gegenstände gegen echtes Geld zu handeln, rückte das Spiel gefährlich nahe an die Abzockfront, was die Serie aufgrund ihrer großen Popularität eigentlich nie nötig gehabt hätte. Hier konnten Spieler mit Geld in der Tasche gute Gegenstände abgreifen, ohne jemals das Spiel gespielt zu haben. So wurde die eigentliche Diablo-Mechanik vom Dungeonrun und damit verbundener Belohnung ad absurdum geführt. Das ist nun vorbei – für seine Legendaries muss in Reaper of Souls jeder wieder selbst spielen.

Legendär ist gerade gut genug

Womit wir zum Hauptgrund für meine wiederentfachte Begeisterung kommen: Dem überarbeiteten Beutesystem. Vergangen die Tage, wo euch als Dämonenjäger massenhaft 2-Hand-Waffen und Daibos im Inventar verrosteten. Nun sind gefühlte 90% der Beute für die eigene Klasse nutzbar. Außerdem könnt ihr euch vor Rares und Legendaries kaum ReaperofSouls_Schlachtfeldmehr retten, und die orangen Gegenstände wurden mit originellen bis skurillen Sonderfertigkeiten versehen. Ein Gürtel, der nach dem Looten für 5 Sekunden einen Rüstungsbonus in Höhe des aufgesammelten Goldes spendiert? Eine Hose, die bei Gegnermassen im Nahkampf einen schützenden „Stinktier“-Buff absondert? Scheint, als hätten die Entwickler ihren Spaß gehabt.

Natürlich hat die Schwemme von hochwertigen Gegenständen für die eigene Klasse auch einen Nachteil. Das Spiel wird in den unteren Schwierigkeitsgraden noch leichter als vorher. Beim Durchspielen auf „Schwer“ musste meine Kreuzritterin nur vier Mal ins Gras beißen, davon zwei Mal bei Endboss Malthael. Wo ich zum Release von Diablo 3 oft panisch auf die Q-Taste der Dämonenjägerin hämmerte um ihr den rettenden Heiltrank zu verschreiben, musste ich in Reaper of Souls kein einziges Mal zum Heiler und hatte nach dem ersten Durchlauf sogar noch dreißig Tränke übrig.

KreuzritterDrama

Das liegt neben der hochwertigen Ausrüstung auch an der neuen Klasse. Beim Design des Kreuzritters hat Blizzard sich offensichtlich vom Terminator inspirieren lassen. Je nach persönlichem Geschmack lässt sich die Klasse auf Block-Bollwerk, CC-Kanone oder Fernkampf-Magier (!) umrüsten. Mein persönlicher Favorit gegen Ende des Spiels war die selbst getaufte Todeszonen-Skillung. Diese ist vor allem für Fans von Katastrophenfilmen und Reaktorunglücken geeignet und ihr werdet mich nicht davon abhalten können, hier eine Kurzanleitung für angehende Sendboten der heiligen Apokalypse zu veröffentlichen.

Die Todeszonen-Skillung (Facerolling für Anfänger)

Bei der Todeszonen-Skillung geht es darum, möglichst viele Gegner um den Kreuzritter zu versammeln, und diese dann möglichst schnell in Asche zu verwandeln. Zu diesem Zweck aktiviere man zunächst die Fähigkeit „Schuldspruch„. So entsteht eine verzögerte Explosion um den Avatar herum. Während die Sekunden bis zum Knall verstreichen, werden mit der richtigen Rune immer mehr Gegner in den Explosionsradius gezogen. Ist die Anzahl zufriedenstellend, so appliziere man nun „Richturteil„, was Gegner in einem größeren Umkreis für eine kurze Zeit am Boden festnagelt und (wichtig!), ebenfalls per Rune die Wahrscheinlichkeit für kritische Treffer drastisch erhöht. Mit „Gebot der Tapferkeit“ wird jetzt kurzzeitig die Angriffsgeschwindigkeit erhöht, und während die „Schuldspruch“-Explosion massenhaft kritische Treffer anrichtet, leere man seinen Zornvorrat durch übermäßigem Gebrauch der rechten Maustaste, um vier Versionen von „Himmelsfaust“ in – genau – der Todeszone zu erzeugen. Bei Himmelsfaust sorgt eine Rune dafür, dass die elektrischen Ladungen für kurze Zeit am Boden verbleiben und untereinander Blitze bilden, welche weiteren kritischen Schaden verursachen. Zum Abschluss appliziere man noch „Himmelsfuror“ und beobachte den Strahl göttlicher Energie, der einem heiligen Staubsauger gleich das letzte Leben aus den Widersachen zieht.

ReaperofSoulsExplosion

Das klingt möglicherweise kompliziert. Das ist es nicht. Mit der Todeszonen-Skillung drückt der geneigte Kreuzritter-Spieler einfach die Tasten 2, 1, 3, 4 in kurzer Abfolge hintereinander und bearbeitet dann die rechte Maustaste bis der Zorn alle ist. Profis warten mit letzterem noch, bis Schaden hereinkommt, dank passiver Fähigkeiten und dem richtigen Schild heilt das Ausgeben von Zorn den Helden nämlich wieder hoch. So bleibt ihr in den meisten Kämpfen quasi unverwundbar und könnt auch härtere Bossmonster eine ganze Weile tanken, ohne euch zurückzuziehen.

In höheren Schwierigkeitsgraden immer noch knackig

Solche Skillungen funktionieren in den höheren Schwierigkeitsgraden natürlich nicht, weil die Gegner mehr aushalten und auch noch stehen, nachdem ihr den ersten Schaden gegengeheilt habt. Trotzdem ist der Kreuzritter meiner Meinung nach zu stark geworden. Blizzard wird das wie immer im übernächsten Patch mit der Nerfkeule regeln, das Geheule der Kreuzritterfans wird groß sein und niemand wird sich darüber wundern.

Es ist bei alldem nicht so, dass das Spiel keine Herausforderungen mehr böte. Wer Schwierigkeit sucht, versucht sich an einem Spiel auf der „Meister“-Stufe, oder schaltet nach dem Endboss den „Abenteuer“-Modus frei. Der schickt euch an verschiedene Orte der Spielwelt, wo es bestimmte Monster zu töten oder andere Aufgaben zu erledigen gibt. So wird das Levelrecycling zumindest ansatzweise mit einem Ziel versehen und dem Spieler vermittelt, es gebe in den Weiten der Spielwelt noch einiges zu entdecken. Und wenn man ehrlich ist, braucht der Diablo-Spieler eigentlich nicht viel mehr, um sich in die Monsterhatz zu stürzen.

Fazit

Was für ein Comeback! Mit Reaper of Souls macht Diablo 3 wieder Spaß. Der Kreuzritter ist als neue Klasse zwar zu stark, aber trotzdem eindeutig als Bereicherung der Heldenauswahl zu sehen. Einsteiger bekommen nun mehr vom Spiel mit, weil sie sich nicht erst stundenlang durch verschiedene Modi quälen müssen, um ein gutes Item für ihre Klasse zu finden. Veteranen werden möglicherweise über die leichte Verfügbarkeit ehemals wertvoller Gegenstände maulen, sich aber durch die witzigen Attribute der neuen Legendaries und die Möglichkeiten des Adventure-Modus wieder entschädigt sehen. Schön, dass Blizzard noch weiß, wie man Spielspaß buchstabiert!

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  1. feedback eines amateures…..sorry aber wer sich etwas länger mit diablo 3 befasst merkt schnell, wie langweilig es doch ist…….alle sets für jede beliebige Charakterklasse in mit den besten stats…..kein problem 100std maximal dann wars das auch schon mit dme spielspaß!

    wieso sitzen überall nur die größten Noobs am pc, die diese spiele testen? …

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