Durovis dive: VR-Brille mit verschenktem Potential

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VR-Brillen könnten das nächste große Ding im Bereich der Unterhaltungselektronik werden. Dass hierbei der Preis überhaupt nicht entscheidend ist, beweist die VR-Brille 'dive' von Durovis. Doch leider hat dieses Start-up sein Potential verschenkt.

Vollkommen in eine fremde Welt der Spiele abtauchen, das ist der Traum eines jeden Gamers. Nachdem Sony und Oculus Rift die ersten Vorgaben geliefert haben, ließen auch andere Firmen nicht auf sich warten. In unserem aktuellen Test zur Durovis dive haben wir uns das Konzept einer kostengünstigen, aber dennoch spannenden Virtual-Reality-Brille näher angesehen.

durovisDie Durovis dive stellt eine VR-Brille dar, die den Display des Smartphones als Hardware nutzt. Denn eigentlich liefert dive nur eine Halterung für 3D-Games. So kann der Nutzer jederzeit sein aktuelles Smartphone mit dive verwenden. Über das Side-by-Side-Verfahren verwandelt der dive Launcher, die kostenlose App von Durovis, den Display eures Smartphones in einen Split Screen. Via Bewegungssensor und Gyroskop des Smartphones ermöglicht dive eine authentische Bewegung im virtuellen Raum. Für 50 Euro wäre dive eine wirklich preisgünstige Alternative zur Oculus Rift, doch fehlen hier einfach die Spiele.

Ersteindruck der Durovis dive

Vorab sei gesagt: Durovis verschenkt einen Haufen Potential, sowohl bei der Verarbeitung als auch bei der Entwicklung von kompatiblen Games.

durovisDie Verpackung der dive stellt sich als sehr spartanisch heraus. Ein einfacher weißer Pappkarton enthält die VR-Brille, zwei Tragetaschen, ein Handbuch, verschiedene Polster, eine Hülle für das iPhone 4/4s und ein kleines Handbuch. Das klingt vielleicht nach wenig, reicht aber vollkommen aus. Lediglich der Aspekt, dass nur ein Case für das iPhone 4/4s mitgeliefert wird, erschien uns etwas mager. Denn Smartphones ab 3,5 Zoll werden kaum unterstützt. Erst ab 4 Zoll Displaygröße wird die VR-Brille nämlich interessant. Und ab über 5 Zoll wird die dive schon wieder uninteressant, denn dann passt kein Smartphone mehr in die Form. Also warum unterstützt Durovis nur das iPhone 4/4s? Hier gäbe es genügend Alternativen, die auch einen Case verdient hätten. Wobei wir beim nächsten Problem wären.

Die Auflösung

Die Durovis dive macht nur so lange Spaß, wenn die Auflösung des Smartphones angemessen ist. Denn unter 540 mal 480 Bildpunkten pro Auge macht die Auflösung der VR-Brille wahrlich keine Freude. Smartphones wie das iPhone 5, das Samsung Galaxy S3 oder das LG G 2 haben hingegen keinerlei Probleme ein gutes Bild zu erzeugen.

Auswahl an Games

durovisdurovisZwar hat Durovis ein SDK für die Entwicklung von Games veröffentlicht, doch scheint sich kaum ein Entwickler dafür zu interessieren. Denn obwohl die VR-Brille bereits im März 2013 veröffentlicht wurde, gibt es bis heute nur drei magere Demo-Spiele von Durovis selbst. Andere erhältliche Games sind kaum der Rede wert, denn diese kosten entweder zu viel oder sind auch nur halbwegs interessante Demoversionen – oder beides.

Aktuell bietet Durovis ‘The Height’, ‘Wings’, ‘Bubble Cars’ und ‘DiveCityCoaster’ an, vier Demos, welche zwar relativ spannend sind, aber leider jeweils nur für zwei Minuten Unterhaltung bieten. Danach stellt man fest: Ich habe 50 Euro ausgegeben für ein interessantes Produkt, doch leider kann ich nichts weiter damit anfangen.

Verarbeitung der dive

durovis-klappeHier darf bitte nicht zu viel erwartet werden. Denn für 50 Euro bekommt man kein Produkt dieser Kategorie aus Aluminium oder Ähnlichem. Wirklich minderwertig ist die Durovis dive dennoch keinesfalls. Nur die Klappe auf der Vorderseite, in die das Smartphone eingeschoben wird, hätte man besser konstruieren können. Zwar testen wir dive schon länger, doch der simple Plastikverschluss wird früher oder später den Geist aufgeben.

Auch die Linsen zur Fokussierung des Bildes erscheinen uns etwas schlecht verarbeitet. Sie bestehen aus Plastik und könnten bei regelmäßiger Nutzung leicht zerkratzen. Der Nutzer muss hier die Linsen nach Gefühl verschieben, sodass ein scharfes Bild für ihn entsteht – Brillenträger sollten auf Kontaktlinsen umsteigen. Zumindest bleiben die Linsen aber in ihrer Position und verrutschen nicht.

Ansonsten kann man an der Verarbeitung der dive nicht meckern. Die Brille sitzt fest auf dem Kopf, verrutscht nicht und dunkelt relativ gut ab. Allerdings empfehlen wir hier, dass man am besten in dunklen Räumen spielt.

Gameplay

durovisHier kann die VR-Brille dive sowohl überzeugen, als auch gleichzeitig vollständig enttäuschen. Am besten spielt man in abgedunkelten Räumen mit Headphones (wir nutzen die SOL Republic TracksHD). Doch Moment, wie wechselt man zwischen den Games? Als Nutzer von iOS sieht man hier alt aus, denn man darf jedes Mal die Brille absetzen und manuell – mit viel Gefummel – zwischen den Gläsern ein neues Game auswählen. Am besten nimmt man das iPhone heraus, doch dann verstellen sich die Linsen erneut. Für Android gibt es den ‘Dive Launcher’, der es dem Spieler ermöglicht durch Kopfbewegungen das Spiel zu wechseln. Hier macht das Spielen wesentlich mehr Freude, denn man bleibt in seiner virtuellen Welt.

Mit dive lassen sich auch viele Bluetooth-Controller nutzen, doch neben einer halbwegs angepassten Version von ‘Doom’ gibt es bisher keinerlei spielbare Games.

Fazit zur Durovis dive

durovisDurovis sollte den nächsten Schritt wagen und endlich interessante Games anbieten. Denn leider bietet die VR-Brille aktuell kein einziges spannendes Spiel, welches einen Kauf der dive begründen würde. Zudem sollte überlegt werden, ob man die Verarbeitung der Brille etwas hochwertiger gestalten möchte.

Von einem Kauf der dive raten wir also aktuell eher ab. Wer sich aber in das SDK vertiefen möchte, der könnte mit der VR-Brille noch viel Spaß haben. Durovis dive bietet grundsätzlich nämlich viel Potential und macht das Konzept VR-Brille für gerade einmal 50 Euro äußerst interessant. Bis dato gibt es aber nur 2,5 Sterne von 5 Sternen im Gizrank. Also Durovis: Strengt euch an und erweitert euer Angebot (nach einem Jahr) dringend.

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plusplusabsolut günstiger Preis

plussitzt fest auf dem Kopf

minusteilweise minderwertige Verarbeitung

minusminusquasi kein Spiel erhältlich

durovis

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  1. Ich habe mir die 50 Ocken gespart und mir dieses Ding als Ferienprojekt mit meinem Sohn selbst gebastelt.
    Aus einem kleinen Karton, einem Gummiband, den Linsen aus einem Optiker-Baukasten und bissel Spaß am basteln ist eine 3D Brille für Lau geworden.
    Sie sieht zwar nicht ganz so professionell aus, konnte aber jeden der sie bisher aufgesetzt hat überzeugen.
    Mein Nexus 5 bietet eine hohe Auflösung um die Demos zu nutzen.
    Bei einem muss ich dem Autor aber leider Recht geben.
    Das Angebot an unterstützten Games sollte größer sein.
    Ich denke es liegt auch daran, dass sich derzeit die Controller für Handygames einfach noch nicht durchgesetzt haben.
    Denn nur damit funktioniert das dann richtig.
    Wir nutzen dafür einen Logitech PC Controller per USB-OTG.
    Geht aber mehr schlecht als recht.

  2. Ich verwende die 3D gedruckte Variante und vertreibe mir die Zeit bis Spiele erhältlich sind mit 3D Filme schauen. Kann also sehr wohl was mit der Brille anfangen. Das funktioniert direkt über youtube, z.B. mit Oculus Rift Material. Übrigens haben nur Weitsichtige Brillenträger ein Problem.

  3. Ich bin komplett anderer Meinung als er Artikel.
    Mittlerweile gibt es eine Reihe an Spielen und es wird immer weiter entwickelt. Die Hersteller der Brille bieten Entwicklern sogar eine kostenlose Brille an. Man findet schon viel mehr Spiele. Natürlich sind nicht alle von Durovis Dive selber, sondern auch von anderen VR-Brillen, wie die Refugio 3D oder der Stooksy VR-Spektive.
    Aber auch wenn es noch nicht soo viele Spiele gibt, ist das gefühl einfach hammer in einer Komplett neuen Welt einzutauchen.
    Außderdem ist es toll mitten in der Entwicklung dieser Produkte dabei zu sein. Denn meines wissens, verändert sich die Technik hinter VR-Brillen nicht mehr.
    Darüber hinaus gibt es ja nicht nur die Durovis Dive. Ich besitze eine andere VR-Brille: http://www.stooksy.com/VR-Spektiv/Stooksy–VR-Spektiv–schwarz-.html?refID=37589

    Vlt kann sich Durovis Dive dort etwas abgucken. Diese Brille ist zwar aus keinem Edelmetal und sieht auch nicht so Edel aus, jedoch finde ich den genannten Aspekt eh total sinnlos.
    Es handel sich nähmlich um eine VR-Brille! Diese wird man wohl kaum auf der Straße anhaben, oder in der öffentlichkeit tragen. Auch wenn Freunde zu besuch sind, wird diese nicht benutzt werden. Es handelt sich bei VR-Brillen für Handy nämlich um Gadget für eine einzelne Person. Da geht es ehr um die funktionalität, den Preis usw. Eine VR-Brille aus dem teuersten Material würde nochmal mehr kosten und man hätte angst sie zu verwenden. Die Durovis Dive ist aus plastik. Ein gutes Material. Aber wer mit Plastik nicht zufrieden ist, der kann sich ja mal andere VR-Brillen angucke.
    Die Refugio 3D besteht aus Pappe. (naja, dies macht sie relativ instabil, kostet dafür aber nur 20 €)
    es gibt aber noch eine bessere Lösung, für diejenigen, die nicht gerade Plastik Fans sind. Die Brille, die oben bereits verlinkt ist, hat alle Problme gelöst.. Sie ist stabil, das Hnady liegt sicher, kann nicht verkratzen, besitzt unterschiedliche Bauteile für kleinere Handy und man kann ca. +- 2 Dioptrin ausgleichen.
    Aber um nochmal zum Text zurückzukommen. es wird die Brille nur negativ dargestellt.
    Es gibt genug apps und es wird immer mehr entwickelt. Die Brille wird mit eigendlich allem notwendigem verschickt. Für die Menge an Spielen kann die Durovis Dive nichts! Man kann ja auch keinen relativ neuen Handy Hersteller verantwortlich machen, dass es angeblich im Playstore nicht genügend Apps gibt!

    Also an den Autor und VR-Begeisterte. Dieser Artikel wurde wohl nicht mit gutem wille geschrieben, sondern ehr um die Leute abzuschrecken. VR-Brillen sind die Zukunft, dabei sein ist alles. Ich kann euch nur empfehlen euch eine VR-Brille zu kaufen, da es einfach toll ist in eine komplett neue Welt einzutauchen. Dies stellt dann auch geringe Mängel in den Hintergrund. (Wahrscheinlich das Problem des Autors, dass er entweder keine Richtige Verbindung zu Vr-Brillen hat, oder eben keine besitzt.)

    Guckt euch einfach alle VR-Brillen an, jedes hat seine Vorteile und stärken und lasst euch nicht von so einem unqualifiziertem Artikel abschrecken. (schuldigung an den Autor, jedoch macht mich so eine Abschreckung vor so einem tollen Schritt in die Zukunft wütend ;) )

    MFG
    Mario

  4. Ich habe dieses Gestell für eine gänzlich andere Anwendung entdeckt und da funktioniert das auch hervorragend: als Besitzer eines Quadrokopters (DJI Phantom 2) mit Full HD First Person View System (DJI Lightbridge) kann ich mein iPhone in Kombination mit dem Dive als eine Brille benutzen, die selbst die besten Produkte von Fatshark oder Zeiss alt aussehen lässt.
    Das Potential mag bei den Apps verschekt sein, jedoch können sich Anwender anderer Segmente damit an einem Spitzenprodukt erfreuen :)

  5. hm, das ist an sich eine tolle Ideee. Nur dass mich die LB von DJI müde 1000€ kostet und eine Fatshark oder skoyzone nur einen Bruchteil davon…

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