Die peinlichsten Bilder von Putin, Obama und alten Diktatoren [Galerie]

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Saint Hoax illustriert politische Führer als Drag-Queens. Die digitale Persiflage brachte dem Pop-Art-Künstler aus dem Mittleren Osten über 70 Drohungen ein und zwingt ihn zur Anonymität. Über eine Indiegogo-Kampagne versucht er nun nach New York zu gelangen.

Saint Hoax´ erster Besuch einer Drag Show im Mai 2013 hat ihn auf Anhieb mitgerissen. Die übertrieben geschmückten und geschminkten Männer, die die üblichen geschlechtsabhängigen Sitten einfach ignorierten, ließen ihn in eine beinahe fremde Kultur einblicken. Sofort erstellte er ein Rezept für die unverwechselbare Drag Queen. Die Zutaten: Ein „auffälliger Name, eine wilde, leidenschaftliche Rolle, ein klares Outfit, personalisierte Frisur, die Eigenschaften eines Markenzeichens sowie die Hölle eines PR-Teams“.

Nach kurzem Überlegen dachte er sich: „Genau das braucht es auch, um ein Führer zu werden.“ Hitler´s Oberlippenbart, Bin Laden´s Kopfbedeckung, Obama´s polarisierende Kampagnen oder Saddam´s Narzissmus. Laut Saint Hoax steckt hinter jedem „großen“ Mann eine Queen. Anders als die Drag Queens erkennen die Führer laut Saint Hoax leider nicht den Moment, um aufzuhören. In der Bildergalerie finden sich aber auch „Führer“, die freiwillig aufgaben. Du wirst sicher den Richtigen identifizieren.

Saint Hoax

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Saint Hoax - "War Drags You Out"
Kimmy Jungle (1983) Kim Jong Un, Diktator in Nordkorea

Auffällig ist die gnadenlose Pauschalisierung von Staatschefs, Terroristen, religiösen Führern und Diktatoren. Saint Hoax wirft sie alle in einen Topf und versucht ihre Popularität plakativ zu entlarven.

Die Fotoserie „War Drags You Out“ begann er im Juni 2013. Sie soll laut Saint Hoax eine reine Reflexion der aktuellen politischen Situation sein. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf arabische Länder, sondern spricht von der ganzen Welt. Von politischer Kunst möchte er aber nicht sprechen. „POPlitical“ sei für ihn der passendere Ausdruck.

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Anfangs malte der Künstler die War Drags You Out-Serie auf Leinwände. Ein Kurator traute sich sogar sein Bin Laden-Werk im Zarnegar Park in Kabul auszustellen. Daraufhin erreichten Saint Hoax über 70 Drohungen, auch Morddrohungen. Grund genug, um sorgfältig Anonymität zu wahren. Er entschied sich dazu, die Bilder der War Drags You Out-Serie zu digitalisieren und im Internet aktiv zu werden. Über Facebook und seine Website erlangten die Bilder internationale Bekanntheit.

Normalerweise hat sich Saint Hoax zur Aufgabe gemacht, die Kulturgeschichte durch unterhaltsame, visuelle Lügen umzuschreiben. Dazu benutzt er gerne die Form bekannter Klassiker wie „Aladin und die Wunderlampe“. Politik im Allgemeinen mag Saint Hoax aber überhaupt nicht. Sie kontrolliert den Menschen zu sehr, heißt es auf Zeitjung.

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Mit diesem Foto hat er die Ablehnung seiner Einreise nach Großbritannien verarbeitet.

Saint Hoax verrät nicht viel über sich. Er könnte eine Frau sein, eine Mutter, irgendwo im Mittleren Osten. Auf jeden Fall möchte Saint Hoax raus aus seinem Land. Damit das gelingt und er sich neben der Einreise in die USA auch eine Unterkunft und einen Platz zum Arbeiten leisten kann, sucht Saint Hoax auf Indiegogo noch bis 29. April Unterstützung. Dort gibt es Postkarten, T-Shirts und Magneten für Kühlschränke mit den Motiven seiner Bilder. Leider hat der unbekannte Künstler die Preise etwas hoch angesetzt. Sehr hoch. So konnte er in sechs Wochen erst zwei Prozent seines finanziellen Ziels erreichen.

 

[Bilder: Sainthoax, Via Huffington Post, Indiegogo]

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