Snakebyte Vyper – die eierlegende Wollmilchsau? [Test]

Snakebyte Vyper Gizrank

Konsole, Smart-TV und Android-Tablet – das Snakebyte Vyper, ehemals Unu, will all das sein. Mit reichlich Zubehör und Anschlüssen kommt der Siebenzöller daher, doch wie gelungen ist die Verschmelzung all dieser Komponenten? In unserem Test erfahrt ihr es.

Snakebyte Vyper – alles in einem

„Wie erreiche ich mit einem Gerät eine möglichst breite Käuferschicht? Indem ich von allem ein bisschen hinein packe!“, dachten sich wohl die Entwickler des 7-Zoll-Android-Tablets Snakebyte Vyper. Dank HDMI-Anschluss lässt sich der womöglich nicht ganz so aktuelle Fernseher zu einem Smart-TV aufrüsten. Mit der beiliegenden Airmouse, einer Fernbedienung ähnlich der Wii-Remote mit rückseitiger Tastatur lässt sich bequem durch Whatchever und Co. navigieren. Ebenso Gamer sollen durch das mitgelieferte Bluetooth-Gamepad zufrieden gestellt werden. Wen nun das Gefühl beschleicht, das Snakebyte Vyper wolle alles können, aber nichts perfekt, wird im Laufe dieses Tests bestätigt: Wie sich herausstellte, bekam es dem Tablet nicht, auf zu vielen Herdplatten gleichzeitig zu kochen. Doch nicht zu viel vorweg.

Grundlegend ist das Snakebyte Vyper ein handliches 7-Zoll-Tablet, welches mit 1.280×800 Pixeln auflöst. In seinem Inneren befinden sich ein Rockchips Cortex A9 1,6 Gigahertz Vierkernprozessor und Mali 400 MP Grafikchip. Daneben verfügt es über eine fünf Megapixel Rück- und 1,9 Megapixel Frontkamera und einen 3.000 mAh-Akku. Als Betriebssystem befindet sich eine angepasste Version von Android 4.2.2 an Bord, die den besonders schnellen Zugriff auf Apps bestimmter Kategorien gewährleisten soll.

Zubehör satt

Wer sich die Gaming-Edition des Snakebyte Vyper nach Hause holt, den erwartet eine etwas größere Verpackung als bei herkömmlichen Tablets. Das liegt am großen Umfang des mitgelieferten Zubehörs. Neben dem Tablet selbst sind ein Xbox-/ Wii U GamePad Pro-ähnlicher Controller, die Airmouse-Fernbedienung, eine Docking-Station, je ein HDMI- und Ladekabel inklusive Netzteil sowie eine Neopren-Schutzhülle inbegriffen.

Gamepad und Airmouse werden wie das Snakebyte Vyper über ein und dasselbe Micro-USB-Kabel geladen. Es kann also ein Weilchen dauern, solltet ihr alle Komponenten vollständig laden wollen. Insgesamt macht der Controller einen überdurchschnittlich wertigen Eindruck, auch wenn er für viele möglicherweise zu klein proportioniert ist und nicht an die Ergonomie besagter Vorbilder heranreicht. Besonders sind die frontal angebrachten Android-Buttons, welche es euch ohne aufzustehen ermöglichen, das Home-Menü oder die zuletzt geöffneten Apps aufzurufen. Positiv aufgefallen sind die analogen Schultertasten. Lediglich die Aktions-Tasten machen einen etwas klapprigen Eindruck.

Bereits vorinstallierte Spiele lassen sich mit dem Controller wesentlich präziser spielen als mit dem Touchscreen. Allerdings funktioniert das System nur mit darauf angepassten Games wirklich gut. Diese können über den unu-Store heruntergeladen werden, welcher bislang noch nicht zur Verfügung steht.

Snakebyte Vyper

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Snakebyte Vyper
Das Snakebyte Vyper ist robust verarbeitet. Die Rückseite ist leicht gewölbt, weswegen es, flach auf den Tisch gelegt, ein wenig wackelt.

Ebenso wie der Controller, lässt sich die Airmouse via Bluetooth mit dem Tablet koppeln. Sie funktioniert in ähnlicher Weise wie eine Wii-Remote. Zwar müsst ihr nicht unbedingt auf den kleinen Screen des Snakebyte Vyper zeigen, sondern könnt direkt den Fernseher mit der Airmouse ansteuern. In Sachen Präzision besteht aber noch viel Luft nach oben. Ständig muss der Cursor am Bildschirmrand neu ausgerichtet werden, was auf Dauer etwas lästig ist. Trotzdem lässt sich so bequem durch Menüs und Apps navigieren. Die auf der Vorderseite gelegenen Android-Buttons werden durch klassische DVD-Fernbedienungselemente ergänzt. Rückseitig befindet sich eine vollwertige QWERTY-Tastatur, deren Tasten über einen angenehm knackigen Druckpunkt verfügen. Minuspunkte fielen mir allerdings auch hier auf. Weder sind die Tasten beleuchtet, noch finden sich Orientierungsnoppen an der „F“- und „J“-Taste. Gerade in abendlichen Lichtverhältnissen ist dies von Nachteil.

Ähnlich wenig kann die Docking-Station mit Praktikabilität glänzen. Das Snakebyte Vyper wird seitlich fest eingeschoben. Ein einfaches Mitnehmen im Vorbeigehen ist somit nicht möglich. Die Halterung verfügt selbst über einen HDMI- und Micro-USB-Anschluss, die restlichen Anschlüsse, von denen es einige gibt (2x USB Host & OTG; Mini HDMI Out; 3,5mm Klinke; Micro SD Slot [bis 64 GB]), werden verdeckt. Um den Fernseher in einen Smart-TV zu verwandeln reicht es dennoch. Beim Ansehen einiger YouTube-Videos oder Angry Birds-Levels über den größeren Bildschirm fiel ein störendes Krächzen und Rauschen auf, welches an ein schlecht eingestelltes Radio erinnerte. Leider eignet sich die Docking-Station ebenso wenig als Standfuß, um etwa Videos auf dem Schreibtisch zu konsumieren, da das Tablet in einem 90°-Winkel zur Oberfläche steht und sich nicht neigen lässt.

Performance

Die Performance des Snakebyte Vyper ist sehr durchwachsen. Schon beim simplen Swypen durch Menüs kommt es zu teils erheblichen Verzögerungen. Zudem benötigte das Tablet ganze 61 Sekunden zum Booten. Immerhin laufen grafisch aufwendigere Spiele weitestgehend flüssig und werden nicht durch unnötige Aussetzer unterbrochen – soweit ihr nur auf dem Tablet spielt. Neben dem bereits erwähnten unsäglichen Sound, welcher via HDMI-Kabel aus dem Fernsehr getrötet kommt, setzte beim Spielen immer wieder das Bild vollends aus. Das mindert den Spaß an der Nutzung erheblich. Schon nach wenigen Minuten spielen wurde das Tablet recht heiß. Herausreißen kann diese Eindrücke höchstens der vortrefflich reagierende Touchscreen.

Fazit

Alles in allem ist das Snakebyte Vyper das It-Girl unter den Tablets. Es will alles können, aber nichts so richtig. Zocker werden freilich keine Freude daran haben und Tablet-Neulinge vermutlich bessere Alternativen finden. Bestenfalls eignet es sich, um den nicht mehr ganz taufrischen Flachbildfernseher etwas aufzurüsten. Es fällt mir schwer, eine bestimmte Käuferschicht für das 7-Zoll-Tablet einzugrenzen. Ein Kaufargument könnte allerdings der recht günstige Preis sein. Im Internet haben wir die Gaming-Edition bereits für unter 190 Euro gefunden.

+Preis

+Viel Zubehör

+Erweiterbarer Speicher

+Vielseitige Anschlussmöglichkeiten

+Einfacher Anschluss an ein Fernsehgerät

+/- Angepasstes Android 4.2.2

-Probleme bei Bild und Sound im TV-Modus

-Spiele müssen an Controller angepasst sein

-Wenig interner Speicher (1 GB)

-Schlecht durchdachte Docking-Station

-Mäßige Kamera

 

Tags :
  1. Hallo,

    Interessantes Gerät. Ich denke erst mit einem Custom Rom wird es zu dem was Es sein soll. Aber dass Ist meistens der Schwachpunkt der Rom. Wenn ich dass Gerät hätte ich würde ein Custom Rom machen. Wäre nicht das erste Gerät dass durch einen gutem Custom Rom und Kernel dass Kann was Es soll.

    Rainer

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