Negative Bewertung bei Amazon: Händler verklagt Kunden

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Ein Fliegengitter für 21,50 Euro könnte einen Amazon-Kunden teuer zu stehen kommen: Nach Problemen mit dem Zwischenhändler gab ein Augsburger eine negative Shop-Bewertung ab - und wurde auf 70.000 Euro verklagt.

Über einen Zwischenhändler hatte Thomas Allrutz aus Großaitingen bei Augsburg im Juni 2013 bei Amazon ein Fliegengitter gekauft. Als er sich wegen Problemen mit der Montage an den Verkäufer wandte und eine seiner Meinung nach unkooperative Antwort erhielt, gab er dem Händler eine negative Bewertung.

Zunächst forderte der Händler, Allrutz solle die Bewertung löschen. Als dieser sich weigerte, erhielt er eine Unterlassungserklärung und die Aufforderung, 800 Euro für Anwaltskosten zu berappen. Der enttäuschte Kunde schrieb an Amazon – woraufhin das Unternehmen den Shop des Verkäufers sperrte. Für entgangene Gewinne forderte der dann 70.000 Euro Schadensersatz von Allrutz. Im Juni soll der Prozess beginnen.

„Würde der Kläger mit seinen Forderungen durchkommen, hätte das Folgen für das komplette System der Bewertungen im Internet“, so der Anwalt des Beklagten gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Er sieht gute Chancen, den Prozess gewinnen zu können: „Zum einen ist völlig unklar, ob genau die Beschwerde meines Mandaten zur Schließung des Verkäuferkontos geführt hat. Zum anderen geht es hier um eine erlaubte Meinungsäußerung.“

[Augusburger Allgemeine via Der Standard]

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  1. Tja, dieses Problem hatte ich auch mal bei Ebay. Nur eine neutrale Co wertungen und schon massive Drohungen vom Händler. Selbst Ebay war sprachlos, hat aber nichts unternommen. Für mich gehört das Bewertungssystem essentiell zu Amazon, Ebay und Co dazu, sollte aber grundsätzlich mal überarbeitet werden.

    1. Hallo,
      was haben Sie dann gemacht, damit der Händler Sie in Ruhe lässt? Ich hab zur Zeit das gleiche Problem. Danke in voraus.
      LG

  2. Ein verschnittenes Fliegengitter ist für den Käufer eine höchst ärgerliche Sache. Im Grunde hätte ER ja Anspruch auf Schadensersatz, wenn seine Angaben zutreffend sind. Nur wer macht sich die Mühe wegen 22,51 Euro.

  3. Relevant dürfte sein ob die negative Bewertung der Wahrheit entsprach,
    oder nur eine böswillige verunglimpfende Lüge (üble Nachrede) war.
    Auch die Art des Vortragens (Behauptung oder Meinung) könnte relevant sein.
    Relevant dürfte auch sein, ob Kunde die Beanstandung in negativen Bewertung beweisen kann.

    Daher Tipp: Beweise für negative Bewertungen sichern, z.B.: mit Foto, Schriftverkehr, Zeugen, Aufzeichnung, usw.,
    Besonders wenn sich der Grund für negative Bewertung nicht am Serienprodukt verifizieren lässt.

    Anderseits gibt es auch Kunden die zu faul oder zu blöd sind Bedienungsanleitung zu lesen, und den Preis für Warenkauf mit Leistung eines Service-Handwerkers verwechseln.
    Es gibt auch Käufer die das Produkt durch unsachgemäße Handhabung beschädigt haben, und dann nörgeln / mit üblen Nachrede drohen, um Kaufpreis für beschädigten Produkt zurück zu erhalten.
    Bei nicht beschädigten Waren, besteht gemäß Fernabsatzgesetz Anspruch auch Kauf- Wandlung, innerhalb von 14 Tagen nach Kauf: http://dejure.org/gesetze/FernAbsG

    1. Deiner differenzierter Betrachtung kann ich mich anschliessen. Ist es möglich das du – wenn deine Texte schon so sauber geschrieben sind – die Wörter „die“ und „der“ mit verwendest? Es irritiert beim lesen doch ein kleines bisschen.

    2. Trotzdem gibt es in Deutschland noch eine Meinungsfreiheit. Im Bericht wurde geschrieben, dass der User die Bewertung erst abgegeben hatte, weil er im Support abgefertigt wurde. Ich glaube da muss sich der Händler an die eigene Nase fassen. Diesen dann nun auf solche astronomische Summen zu verklagen ist einfach kein Unternehmertum und sollte geächtet werden.
      Wollt ihr zukünftig bei jeder Bewertung Angst haben, dass ihr auf 5 oder 6-stellige Summen verklagt werdet? Wo sind wir denn nun gelandet, dass ich jetzt schon Fotos machen soll und und und

    1. So ein kompletter Unfug. Daran ist ja wohl überhaupt nichts von Amazon hausgemacht.
      Und mit Amazon selbst hat das ganze auch nicht wirklich was zu tun. Die klagen ja nicht. Im Gegenteil, die haben nach Kundenbeschwerde wegen Drohungen den Shop der Firma die jetzt klagt zugemacht.

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