Rollen bald Lieferwagen von Amazon durch die Straßen?

Amazon

Laut einem Bericht des Wall Street Journals plant Amazon einen eigenen Lieferdienst. Damit reagiert man auf die steigenden Versandkosten und längere Lieferzeiten. In Europa und den USA laufen derzeit erste Versuche.

Wie das Wall Street Journal vor wenigen Tagen berichtete, testet Amazon in London und einigen großen US-Städten wie San Francisco, New York und Los Angeles die Auslieferung bis zum Endkunden mittels eigenem Lieferservice. Kundenberichten zufolge sind die von Amazon gelieferten Päckchen mit den Labels “AMZL” und “AMZN_US” versehen. Das Tracking wurde ohne externe Dienstleister organisiert.

Nach Angaben von ehemaligen Angestellten plant Amazon einen eigenen Lieferdienst, der auch für andere Absender Waren zustellt. UPS, Fedex oder DHL bekommen im Laufe der nächsten Jahre also starke Konkurrenz. Gleichzeitig würden sie aber auch entlastet. Der Preis- und Zeitdruck von Amazon bringt die Logistikunternehmen nicht selten in Bredouille. Vor allem in der Vorweihnachtszeit werden die Grenzen der Lieferdienste deutlich sichtbar.

Um die Kunden mit diesen Grenzen nicht zu sehr zu belasten, macht das Abfangen solcher Belastungsspitzen mit eigenen Lieferwagen auf jeden Fall Sinn.

“Amazon wächst schneller als die Logistiker UPS und Fedex, die für den Versand unserer meisten Pakete verantwortlich sind. Bei diesem Tempo kann sich Amazon nicht weiterhin auf die Lösungen traditioneller Logistikunternehmen verlassen. Andernfalls würden das Wachstum begrenzt, Kosten erhöht und Innovationen im Logistikbereich verhindert”, gab der Konzern bekannt.

Erst kürzlich habe man nach ersten Mitarbeitern für den Versand gesucht. Erfahrungen aus dem Lebensmitteldienst Amazon Fresh, der in einigen US-amerikanischen Großstädten beispielsweise Gemüse binnen 90 Minuten zustellt, würden dem eigenen Lieferdienst zugutekommen.

“Die Mengen reichen bei Amazon in jedem Fall aus, um einen eigenen Paketdienst aufzumachen”, sagte Rico Back, Vorstandschef von General Logistics Systems (GLS) bereits im letzten Jahr der “Welt“.

Mit der Unabhängigkeit eines eigenen Versandsystems würde Amazon seine Achillessehne enorm stärken. Der einfachere und schnellere Versand könnte nach eigenem Belieben, also auch an Sonn- und Feiertagen erfolgen. Einem Manager zufolge will Amazon in London tatsächlich bald an Sonntagen Waren zustellen.

[Quelle: Wall Street Journal, Via Golem, Bild: Shutterstock]

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  1. In Ballungszentren, mit hohen Kundendichte, rechnet sich es für Amazon.
    Und Walachei, mit geringen Kundendichte, können weiter Dienstleister machen.
    Zusätzliche Sendungen für andere Absender lasten das System zusätzlich aus.

  2. Hallo,

    wäre es nicht sinnvoll, wenn Amazon und alle anderen Konkurrenten es unterstützen könnten, daß bestellte Ware in den Paketkästen der Besteller sicher abgelegt werden in der Weise, dass

    der Kunde unter dem großen Angebot der Ware auch einen “Paketschlüssel” mitbestellen könnte, kostenpflichtig oder als Service? Paketschlüssel als Bestellartikel.

    Dieser “Paketschlüssel” wird in Form eines Barcodeaufklebers außen auf das zu versendende Paket mit aufgeklebt, statt in das Paket hineingegeben. Der Barcode enthält eine mehrstellige PIN,
    vom Kunden frei gewählt, an seinem Paketkasten programmiert und bei Amazon als Artikel mitbestellt. Keine Systemumstellung notwendig, einfach neuen Artikel (Barcodeschlüssel) anbieten und verkaufen.

    Mein Paketkasten kann diesen Code lesen und dafür sorgen, daß sich das Paketfach dann von jedem Zusteller, der das Paket in Händen hält, öffnen lässt. Auch nachfolgende Paketzusteller haben mit so einem
    “Paketschlüssel” Zugriff, wenn sie denn ein Paket einwerfen müssen.
    Auch für Retouren geeignet, wenn Abholer den Barcode ( bei Amazon oder Konkurrenten mitbestellt) auf dem Abholauftrag hat. ” Einfach genial”…..

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