Herr der eigenen Daten Teil (2) – FreeNAS einrichten

fnh

Die Kontrolle über seine Daten zu behalten, ist im Zeitalter der Cloud-Dienste gar nicht so einfach. Eigene Lösungen scheiterten bisher v. a. am Aufwand und mangelnden Linux Kenntnissen. Anhand der freien NAS-Lösung FreeNAS wurde im ersten Teil beschrieben, dass diese Zeiten vorbei sind. Wie sich in kurzer Zeit ein FreeNAS Server einrichten lässt, wird im Folgenden gezeigt.

Voraussetzung ist natürlich, dass die entsprechende Hardware bereits vorhanden ist. Da die Systemanforderungen niedrig sind, ist man versucht, einfach einen alten PC aus der Abstellkammer zu nehmen. Da der Server aber idealerweise rund um die Uhr laufen soll, ist der Stromverbrauch nicht zuletzt aufgrund steigender Energiepreise der größte Kostenfaktor. Es empfiehlt sich also, eines der besonders energiesparenden Systeme (z. B. Intel Atom oder AMD Fusion) anzuschaffen. Im Forum der sehr aktiven FreeNAS Gemeinde lassen sich zahlreiche Beispielsysteme finden.

Eine große Stärke von FreeNAS ist das Dateisystem ZFS. Es ist sehr leistungsfähig, benötigt aber mindestens 8 GB Arbeitsspeicher, um selbst in einer kleinen Umgebung mit wenigen Nutzern die volle Leistung zu bringen. Stehen Computer und USB- Stick bereit, kann es auch losgehen. Zunächst steht der Download der 600 MB großen Datei an, die anschließend als Image auf den formatierten USB-Stick geladen wird. Vorausgesetzt, der Server hat nach dem Booten vom Flash-Drive eine gültige IP-Adresse im lokalen Netzwerk, ist das NAS betriebsbereit. Die Adresse im Browser eingeben, root Passwort festlegen und die eigentliche Einrichtung kann beginnen.

Anschließend muss eine Partition erstellt werden. Ideal wäre es, mit mindestens zwei Festplatten ein RAID zu erstellen, damit ein Minimum an Verfügbarkeit und Sicherheit der Daten gewährleistet ist. Die Anforderungen an ZFS sind zwar höher, es lohnt sich aber: Neben dem Erstellen von Snapshots und dem Verschlüsseln aller Daten bietet es zahlreiche weitere Vorteile. Bspw. sind die Daten prüfsummenbasiert vor Übertragungsfehlern geschützt und die zahlreichen RAID-Konfigurationen sind ein Paradies für Serverbetreiber.

Unbedingt sollte noch der Email-Zugang eingerichtet werden, um regelmäßig über den Zustand des Systems und evtl. die Ergebnisse der S.M.A.R.T.-Tests informiert zu werden. Dazu trägt man die Zugangsdaten für einen Postausgangsserver ein. Man erhält nun einmal am Tag einen allgemeinen Zustands- und einen Sicherheitsbericht.

FreeNAS ist recht einfach aufgebaut, dennoch gibt es zahlreiche Stellschrauben, mit denen sich das System genau an die eigenen Bedürfnisse nach Funktionalität und Sicherheit anpassen lässt. Die offizielle Dokumentation ist dafür und auch für die oben beschriebenen Schritte äußerst hilfreich. Im nächsten Teil wird gezeigt, wie sich das System nun als Datei- und Medienserver im Heimnetz einsetzen lässt.

So geht´s weiter! Herr der eigenen Daten Teil 3.

  1. 8 GB Arbeitsspeicher für ein auf Linux basierendes NAS System ?? Ehrlich ?? Da ist ja Windows Home Server schon genügsamer und die rund 60.- Euro machen ihn nicht wirklich teuer.

    Dieser Kommentar hat zu viele negative Stimmen erhalten hat. Klicken Sie hier, um die Nachricht zu sehen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising