Dieser Paketkasten macht Online-Shopping noch bequemer

[Classic Line, ..., Creative Line mit Bemalung, ]

Briefe landen im Briefkasten, Pakete dagegen beim Nachbarn oder der Post. Das niederbayerische Start-Up "My Paketkasten" möchte unsere Vorgärten daher mit besonders großen, teuren aber schönen Paketkästen ausstatten. Eine App und sogar eine Kühlfunktion sind derzeit in Entwicklung.

Während immer mehr Waren online bestellt werden, suchen Logistikunternehmen händeringend nach Lösungen. Denn die Adressaten sind häufig nicht zuhause, um das Paket entgegenzunehmen. Die einfachste und beste Lösung scheint derzeit ein Paketkasten zu sein. Wer nicht in einem großen Mietshaus wohnt, dafür aber Zalando-süchtige Töchter hat sowie Wert auf natürliches Design legt, sollte sich die Paketkasten von My Paketkasten genau ansehen.

Paketbox für zuhause   Mypaketkasten

In die obere Türe der 1,70 Meter hohen Box kann der Zusteller normal große Pakete stecken. Der Innenkasten wird anschließend gedreht, sodass das Paket automatisch in den gepolsterten Innenraum der Box rutscht. Von dort lässt sich das Paket über die untere, abschließbare Türe entnehmen. In selbige können große Pakete mit Abmessungen von bis zu 47 mal 53 Zentimetern und 68 Zentimetern Höhe gelegt werden. Dazu benutzt der Zusteller ein elektronisches Einmalschloss.


[Quelle: YouTube]

Der Paketkasten, der von einem jungen Geschwisterpaar aus Deggendorf entwickelt wurde, überzeugt mit zahlreichen, individuell wählbaren Funktionen. Darunter zum Beispiel die Briefkastenfunktion mit mindestens elf Litern Stauraum. Klappt man den Boden des Briefkastens wie eine Falltür nach unten, bietet das ganze Paketfach Platz für Zeitungen und Briefe. Überquillende Postkästen wird man dann selbst nach zwei Wochen Urlaub nicht mehr erleben.

Um für Lebensmittellieferungen, die in den USA bereits gängige Praxis sind, gewidmet zu sein, bietet My Paketkasten eine optionale Kühlfunktion für den Paketkasten. Hierfür kann die Temperatur im Innenraum entweder passiv mit Kühlakkus oder aktiv mit Stromanschluss oder einem Solarpanel gekühlt werden. Für 2015 plant das Unternehmen auch eine Wärmefunktion, die beispielsweise Pizzen warm hält.

hintere-tuerIn Kürze werden die Paketkästen auf Wunsch auch mit einer Tür an der Rückseite versehen, um die Pakete von hinten zu entnehmen.

Auch eine App für Android ist derzeit in Entwicklung. Mit ihr lässt sich bequem die Kühlung des Paketkastens organisieren, der Türzustand überprüfen oder eine Tür öffnen, um beispielsweise der Tochter, die schon von der Schule nach Hause kommt, Zugriff auf ein Paket zu gewähren. Obendrein wird man benachrichtigt, sobald ein Paket abgegeben wurde.

Eine iOS-App soll es laut den Geschwistern auch noch geben. All diese Funktionen werden sich aber auch bequem über die Website von My Paketkasten nutzen lassen. Dafür werden die beiden Medientechnik-Studenten mit Schwerpunkt auf Medieninformatik aber noch einige Monate investieren müssen.

Ebenfalls noch nicht abgeschlossen ist die Arbeit an der Retoure-Funktion. Mit ihr wird es Paketdiensten erlaubt sein, die Retoure, vorfrankierte Pakete oder Pakete mit Abholauftrag aus dem Paketkasten zu entnehmen und zurückzuschicken. Dazu erhält der jeweilige Zusteller einen generierten Code, der über eine Zifferntastatur am Paketkasten eingegeben wird.

Der Paketkasten von My Paketkasten lässt sich an Wänden, mit Erddübeln oder einem betonierten Sockel befestigen, um optimale Sicherheit zu gewährleisten. Die Box selbst besitzt einen Deckel aus Edelstahl, besteht ansonsten überwiegend aus Lärchenholz und wird von einer Firma aus dem bayerischen Wald gefertigt. Siebdruck und Tricoya-Technologie gewähren 50 Jahre Garantie für den Außeneinsatz.

Derzeit erhältlich sind die Classic Line, die Creative Line für Designer sowie die Architecture Line, die sich in Mauern und Zäune einbauen lässt.

[Classic Line, ..., Creative Line mit Bemalung, ]

[Classic Line rot, Classic Line schwarz, Creative Line mit Bemalung, Architecture Line (von links)]

 Am 25. April öffnete der Online-Shop von My Paketkasten seine Pforten. Etwa die Hälfte, der Zusatzfunktionen ist zwar noch nicht verfügbar, dafür aber jederzeit nachrüstbar. Wenn Anfang 2015 alle Elemente in die große Holzbox integrierbar sind, wird der Paketkasten ein interessanter Wettbewerber. Schließlich bietet er dank seiner Größe Platz für mehrere Lieferungen. Nur selten sperriges Gut, wie beispielsweise eine Esszimmergarnitur, wird selbst er nicht aufnehmen können.

Die Paketkästen von My Paketkasten veranschlagen im Online-Shop allerdings 999 Euro oder 1.299 Euro – abhängig von der ausgewählten Linie. Die blechernen Paketkästen von Konkurrenten wie Renz oder Mefa sind bereits ab 200 Euro erhältlich, dafür aber funktional limitiert. Noch billiger ist der Paketkasten von DHL, der zur Zeit in einem deutschlandweiten Pilotprojekt getestet wird. Sein Preis beginnt bei 100 Euro, doch ihn sollen ausschließlich DHL-Lieferer füttern dürfen.

Dabei stützt sich DHL auf die rund zehn Millionen Online-Kunden, die nur bei Anbietern bestellen, die von DHL zustellen lassen. Dieser Vorteil könnte aber zu einem gravierenden Nachteil werden, sobald Amazon seinen eigenen Lieferdienst in Deutschland startet.

Übrigens: Für alle Paketkästen, auch für die der Konkurrenz, gilt: Zuerst muss jedem Paketdienst eine Abstellgenehmigung erteilt werden. Dann sind lästige Zustellprobleme aber für immer vergessen.

[Quelle: My Paketkasten, DHL, Bilder: My Paketkasten]

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