Treibstoff aus der Sonne: Wissenschaftler nutzen Sonnenlicht, um Kerosin herzustellen

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Seit vier Jahren forschen Schweizer Wissenschaftler am Solar-Jet-Projekt, das darauf abzielt, Treibstoff mit Hilfe von Sonnenlicht herzustellen. Jetzt haben sie ihr erstes Glas mit Kerosin gefüllt. Eine entsprechend große Anlage könnte in Zukunft bis zu 20.000 Liter am Tag von dem Sonnentreibstoff gewinnen.

Dem Prozess liegt die Spaltung von Wasser und CO2 durch konzentriertes Sonnenlicht zu Grunde. Bei einer gebündelten Temperatur von etwa 700 Grad Celsius spaltet das Sonnenlicht Wasser und Kohlenstoff, sodass ein synthetisches Gas aus Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid entsteht. Dies geschieht in einem sogenannten Sonnenreaktor. Aus diesem Gas lässt sich danach Kerosin gewinnen, ein Kraftstoff, der vor allem in der Luftfahrt Verwendung findet.

[Solar-Jet.Aero.com via Gizmodo.com, Bild: Youtube]

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  1. Das klingt ziemlich interessant. Leider gibt’s im Video keine Details :( Aber dafür ist ja der Link da.

    Seltsam finde ich nur wieso der Autor hier von 700 °C schreibt!? Im Video werden 2 Temperaturen genannt, 1500 und 900 °C.

  2. fällt diesen Wissenschuften nicht ein, um Sonnenernergie zu nutzen als Treibstoff herzustellen, dessen Verbrennungsprodukte die Atmosphäre vergiften.

    1. So ganz blöd ist das nicht: Das Verbrennungsprodukt wird ja aufgespalten, auf gewisse Weise also klimaneutral und allemal besser als weiter fossile Brennstoffe zu nutzen. So flott werden wir sicher nicht Batterien als vollwertigen Ersatz für Brennstoffe haben und aus dem Verfahren bekommt man gleich zwei verwertbare Sachen, denn Wasserstoff wär ja auch dabei.

      1. denn sieh mal, eigentlich ist den Jungens doch nichts besseres eingefallen als mit Hilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoff Kerosin zu synthetisieren. All die Grütze und Forschungsgelder um einen Treibstoff künstlich herzustellen, von dessen Schädlichkeit man mit Sicherheit weiß, wenn er in der Atmosphäre in Triebwerken verbrannt wird. Ist das Fortschritt? Wäre es nicht sinnvoller gewesen ein wenig grundsätzlicher an das Thema Energie/Sonne heranzugehen, um eventuell ganz vom Verbrennungsmotor wegzukommen? Wissenschaftler, die den Namen verdienen sollten mit Fantasie an die Aufgabenstellung herangehen können und nicht die öffentlichen Geldern bezahlten Huren der Großunternehmen sein, will heißen immer schön den unmittelbaren Profit im Auge zu behalten. Und damit meine ich nicht alle sollten Grundlagenforschung betreiben. Nur etwas mehr Fantasie bei der Arbeit wäre schön ;-)

        1. Das ist ja eben, was ich versucht habe verständlich zu machen: Aus dem CO2, welches aus den Triebwerken kommt, machen sie mit Sonnenenergie wieder Brennstoff für Triebwerke und Brennstoffzellen. Ein Kreislauf der hier entsteht. Und genau der ist unter den aktuellen Umständen keineswegs dumm. Denn z.B. Großraumflieger kannst du nicht mal so eben mit Elektroantrieb bauen, Batterien wären hier viel zu schwer. Wenn aber nun das Abgas wieder recycled wird gibt das Sinn. Schlimm ist der Verbrauch von fossilen Brennstoffen in erster Linie, weil nur gefördert wird und die Abgase einfach erhalten bleiben. Auf die hier genannte Weise wird aber genau das Schadprodukt wieder gewandelt. Sonnenenergie muss ja nun auch irgendwie verfügbar gemacht werden und zur Zeit geht sowas kaum anders als selbige in Strom zu wandeln und per Batterie zu speichern (was momentan nur mäßig effektiv ist, trotz viel Engagement) oder als selbige zu nutzen um per Elektrolyse Wasserstoff herzustellen. Nun ist eine weitere Variante da, in der auch CO2 zurückverwandelt wird. Als Ansatz finde ich das alles andere als negativ.

  3. Und wie den übrig bleibenden, giftigen und schweren Kohlenstoffmonoxid verwerten / entsorgen ?
    Vielleicht in alte Bergwerke ablassen ?

    1. Nun, wenn ich das richtig gelesen habe wird Wasser und CO2 zu Wasserstoff und CO aufgespalten und DARAUS dann Kerosin gemacht. Demnach solte der Rest eher Sauaerstoff sein. Aber ich gestehe das jetzt nicht genauer verfolgt zu haben, nur denke ich, dass man eventuelle Restgifte während der Produktion auch problemlos sammeln kann. Und alles was aus Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenstoff besteht kann man auch wandeln, so man es denn nicht erst extra einfangen muss, sind alles Bestandteile der organischen Chemie.

  4. @honk
    Du hast mit Deiner Argumentation vollkommen recht. Ergänzend sei angemerkt, daß es eben nicht DIE EINE Lösung für unsere Probleme gibt. Das wichtigste ist, daß wir alle uns zu mehr Sparsamkeit erziehen. Denn damit ließen sich schnell große Effekte erzielen.

    Außerdem sollten wir endlich damit beginnen Energie dezentraler zu erzeugen. Denn die Erzeugung und Speicherung regenerativer Energie funktioniert in kleinerem Maßstab bereits sehr gut. In großem Maßstab gibt es aber noch diverse, nur schwer zu bewältigende, Probleme. Dies gilt gerade auch für die Speicherung von Strom. Gerade hier gibt es ERNSTHAFTE technische Probleme zu bewältigen.

    Ganz werden wir auf manche, umweltschädigende, Technologien, wohl auch nicht verzichten können. Größere Flugzeuge werden wir z. b. wohl nie elektrisch betreiben können. Generell werden wir Müll, Abgase, Abwässer nie ganz vermeiden können.

    Deshalb MUß die Wiederverwertung (Recycling) ein wesentlicher Aspekt, nicht nur im Bereich Energie, jedweder zukünftiger Strategie sein. Dies macht uns die Natur im übrigen seit Jahrmilliarden so vor.

    Und last but not least: Falls es sich bei dem Synthesegas um Methanol-Synthesegas (2 x H2 + CO) handelt, bleiben am Ende der Reaktion nur drei Atome Sauerstoff übrig (2 x H2O + 1 x CO2 = 2 x H2 + CO und 3 x O). Vorrausgesetzt, ich habe gerade richtig gerechnet.

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