Test: 3Doodler – der 3D-Stift für Bastler, Künstler und den ganzen Rest

Titel-3Doodler

Mit dem 3Doodler erweiterst du deine Zeichenvielfalt um eine Dimension. Der Stift funktioniert nach dem Prinzip einer Heißklebepistole, die die dünnen Kunststoff-Filamente binnen weniger Sekunden wieder kühlt. Wer ausreichend übt kann mit dem 3Doodler tolle Geburtstagsgeschenke kreieren.

“Was wäre, wenn du Dinge so zeichnen könntest, wie du sie dir vorstellst? Was, wenn du deinen Stift vom Papier abhebst und wirkliche Objekte erschaffst?”

Mit diesen Fragen wird das Produktvideo des 3Doodler eröffnet. Das erfolgreiche Kickstarter-Projekt kann bei CoolStuff bestellt werden soll als erster 3D-Stift das einfache Kreieren von dreidimensionalen Objekten ermöglichen und angeblich sogar zu manchen Reparaturzwecken taugen. Wir waren nach den ersten Versuchen ein wenig ernüchtert. Doch das änderte sich!

Funktion

Der 3Doodler wird zunächst über ein mitgeliefertes Netzteil an einer Steckdose angeschlossen. Anschließend stellt man den OFF-Schalter auf das zu verwendende Plastik, entweder ABS oder PLA, und wartet eine Minute, bis die rote LED blau bei ABS, beziehungsweise grün bei PLA aufleuchtet. Dann hat der 3Doodler die nötige Schmelztemperatur erreicht.

PLA und ABS unterscheiden sich vor allem in ihrer Haftung. So bleibt der Kunststoff PLA laut Hersteller besser auf Papier, Glas, Metall und Keramik und eignet sich auch mehr für das Malen von Winkeln und Ecken. Dagegen erhärtet ABS schneller und sollte zum Malen in der Luft eingesetzt werden. Die Eigenschaften von ABS haben sich im Test bewiesen, der biologisch abbaubare PLA wurde uns nicht mitgeliefert. Für Anfänger soll sich ABS besser eignen, da der Kunststoff am vielseitigsten ist.

[Die 25 Zentimeter langen Kunststoff-Filamente gibt es in 30 verschiedenen Farben]

[Die 25 Zentimeter langen Kunststoff-Filamente gibt es in 30 verschiedenen Farben]

Zum Laden des 3Doodlers mit Kunststoff schiebt man eine der 25 Zentimeter langen Kunststofffasern in die Öffnung am hinteren Ende. Sie ließ sich etwa sechs Zentimeter in den 3Doodler einführen und sollte anschließend vom Stift erfasst werden. Drückt man länger auf einen der beiden Geschwindigkeitsknöpfe, wird der Kunststoff etwas hineingezogen. Gelegentlich mussten wir ein wenig anschieben.

Die beiden Geschwindigkeitsknöpfe für langsames oder schnelles Malen liegen am vorderen Ende des 3Doodler. Hält man ihn wie einen gewöhnlichen Stift, lassen sie sich mit dem Zeigefinger erreichen. Der 3Doodler lag insgesamt gut in meiner großen Hand und war auch nicht zu schwer. Zierliche Damen werden das wahrscheinlich anders beurteilen.

[Nach ein paar Sekunden ließ sich die Linie von der Spitze lösen. Achtung: Nie mit den Fingern nachhelfen!]

[Nach ein paar Sekunden ließ sich die Linie von der Spitze lösen. Achtung: Nie mit den Fingern nachhelfen!]

Den Unterschied der beiden Tasten bemerkt man in der Geschwindigkeit, mit der man den 3Doodler führt. Im schnellen Modus lassen sich auch schnellere Bewegungen ausführen, da etwas mehr Kunststoff freigesetzt wird. Im langsamen Modus wurden die Linien bei gleicher Geschwindigkeit dünner. In beiden Modi tritt der Kunststoff recht gemächlich aus der Stiftspitze, sodass uns ein relativ präzises Malen möglich war.

Auch wenn der 3Doodler mit seinem einfachen, schwarzen Design nicht besonders auffällt, beim Arbeiten kann er sich nicht verstecken. Dazu ist der Stift nämlich deutlich zu laut. Das scharfe Geräusch, das an einen Rasierapparat erinnert, rührt von der Kühlung her. Die Kunststofffasern werden nach dem Schmelzen und Austreten aus der Spitze des 3Doodlers abgekühlt, um schnell in der gemalten Position zu erstarren.

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[Stiftspitze, Geschwindigkeitsknöpfe, LED, Kühler, Kabel. (von Rechts)]

Nach langen Strichen wurden die Knöpfe des 3Doodler allmählich heiß. An die Spitze sollte man auf keinen Fall fassen, ich habe mich dort noch vor dem Erreichen der Höchsttemperatur gebrannt. Hier warnt auch der Hersteller vor Verbrennungen, weshalb man den Gebrauch des 3Doodler nur Erwachsenen empfiehlt.

Möchte man eine Kunststofffaser wechseln, muss man beide Geschwindigkeitsknöpfe gleichzeitig drücken. Dann blinkt die LED auf und der 3Doodler gibt den Kunststoff zum Herausnehmen frei. Lugt die Faser nicht mehr aus dem Stift, war ein Wechsel der Farbe nicht mehr möglich. Dann genügt ein einfaches Nachfüllen mit der nächsten Kunststofffaser.

Die ABS- und PLA-Kunststofffasern stellen keine gesundheitliche Gefahr dar. Auch wenn es bei uns während der Arbeit nicht gestunken hat – Lüften wird während des Bastelns mit einem 3Doodler immer empfohlen.

3Doodler

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3Doodler

Das Malen

Frust, Verzweiflung, Ärger. Zu Beginn tat ich mich schwer und produzierte fast genauso viel Abfall wie absichtlich kreierte Objekte. (Böse Zungen würden wahrscheinlich auch meine 3Doodler-Kunst als Abfall bezeichnen.) Große Probleme bereitete der Kunststoff beim Austritt aus der Stiftspitze. Meistens kräuselte er sich sofort und blieb am Stift kleben, sodass eine ständig wachsende Schlinge entstand, mit der ich nichts anzufangen wusste. Mit den Fingern konnte ich sie natürlich nicht entfernen, also zog ich einen Kugelschreiber zur Seite. Leider trat dieses Problem sehr häufig auf.

Es stellte sich heraus, dass man bei geraden Linien erst einen festen Punkt benötigt. Wahlweise kann man mit einem anderen Stift auf das ausgetretene Plastik drücken, um es festzuhalten und dann den 3Doodler wegzuziehen.

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[Mit dem Stift auf den Kunststoff drücken, um eine gerade Linie zu zeichnen.]

Möchte man zwei bereits gemalte Linien verbinden, sollte man an den Verbindungsstellen möglichst große Knödel einpflegen. Ansonsten trennen sich die Kunststoffe sehr schnell von selbst. Einen Sturz aus einem Meter Höhe haben etwa die Hälfte der Verbindungen meiner Konstruktion (siehe Titelbild oben) überlebt.

Bei meinem zweiten Kunststoff-Filament kam dann die nächste Eingebung. Fließt der Kunststoff erst einmal ohne Scherereien aus der Spitze, lässt man ihn einfach ganz langsam aufs Papier sinken. Dort dreht er sich in kleinen Kreisen und lässt zusammenhängende Flächen entstehen.

Bei Gebäuden, wie beispielsweise der bekannten Replik des Pariser Eiffel-Turms, eignet sich diese Variante natürlich nur begrenzt. Hier sollte man erst mit Ebenen arbeiten, die man einzeln nachzeichnet. Bei diesem Ara war es ähnlich.


[Ohne Übung geht so etwas nicht. Quelle: YouTube]

Gerade mit dieser Technik macht ein 3Doodler nach unserer Einschätzung langfristig Spaß. Die Optik der Spaghetti-Ergebnisse muss man dafür in Kauf nehmen. Auf eigene und aufwendige Ergebnisse wird man aber immer stolz sein. Wer beispielsweise ein schnelles Geburtstagsgeschenk sucht, kann sich mit dem 3Doodler schnell ein Unikat basteln. Um auf dieser Basis ein gängiges Klischee zu bedienen: Jeder Mann braucht einen 3Doodler!

[Nach etwas Übung kann man eine hübsche Überraschung für den Partner malen.]

[Nach etwas Übung kann man eine hübsche Überraschung für den Partner malen. Für dieses Herz benötigten wir circa ein Kunststoff-Filament.]

Spezifikationen

Ausmaße: 188 mal 45 Millimeter.

Gewicht: 130 Gramm.

Kunststoffe: ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat), PLA (Polyactide) mit je 25 Zentimeter Länge und 3 Millimeter Durchmesser.

Temperatur: 190 – 200 Grad Celsius für PLA, 230 – 240 Grad Celsius bei ABS.

Stromanschluss: Mitgeliefertes Netzteil mit 24 Watt Ausgangsleistung sowie 12 Volt Ausgangsspannung. 1,8 Meter Kabellänge.

Preis: 99,95 Euro für den 3Doodler bei CoolStuff inklusive 50 Kunststoffstäbe. 9,90 Euro für 25 weitere Kunststoffstäbe.

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4 von 5 Sterne in unserem Gizrank

Fazit

Ganz klar, der 3Doodler von WobbleWorks ist eine super Idee und ein sinnvolles Gadget für Bastler. Nach wenigen Stunden sollte man die Handhabung ausreichend verinnerlicht haben, um sich an spannende Objekte zu wagen. Die beste Vorgehensweise ist aber der Einsatz von Schablonen, mit denen man die einzelnen Elemente auf einer planen Fläche zeichnet und dann zu einem dreidimensionalen Objekt zusammenfügt. Die offiziellen Tutorials sind natürlich ebenso zu empfehlen.

Offiziell für Kinder ab 12 Jahren geeignet und darüber hinaus in jedem Alter ein Spaß. Ganz perfekt ist der 3Doodler aber noch nicht. Darum 4 von 5 Sterne.

Den 3Doodler kannst du für 99,95 Euro bei CoolStuff bestellen.

plus

Mit ausreichend Übung und Geduld lassen sich sämtliche Objekte zeichnen.

plus

Der Wow-Effekt bei Freunden ist garantiert.

plus

Auch zum Verzieren oder für einfache Reparaturen geeignet.

minus

Man darf keine hochwertigen Ergebnisse erwarten.

minus

Anfangs ist man schnell frustriert.

minus

Ohne zusätzliches Werkzeug (in unserem Falle ein Kugelschreiber) stößt man sehr oft an seine Grenzen.

[3Doodler]

Tags :
  1. …bei 9,90 für 25stk mickriges filament ist der langfristige Spaß vorprogrammiert. wenn man ihn dazu bewegen könnte normales zu schlucken wäre es bestimmt ein Klasse teil.

    1. Wir stellen BioFilament her und ich habe den 3Doodler gekauft, um neue Produkte schnell und unkompliziert testen zu können. Der 3Doodler schluckt unser “bioFila” anstandslos.
      Ein prima Testgerät für uns !

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