Der Kampf um eine bunte Welt! The Last Tinker: City of Colors [Review]

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Im bunten 3D-Jump´n´Run-Abenteuer "The Last Tinker: City of Colors" schlüpfst du in die Rolle des jungen, extraordinären Außenseiters Koru, der seine Heimat Colortown wieder vereinen und von der kollektiven Trostlosigkeit befreien möchte.

Als kleiner Junge Koru lebst du in den Slums von Colortown in Tinkerland, einem Ort, in dem alles aus Klebstoff und Papier hergestellt werden kann. Tinkerland wurde von den Bewohnern selbst erbaut, bis ein großer Streit um die Farbe für Tinkerland entbrannte. Daraufhin teilte sich die Stadt in farbliche Distrikte und die roten, grünen und blauen Bewohner hatten nichts mehr füreinander übrig.

Als junges Straßenkind ist es deine Aufgabe das Volk zur Einheit zurückzuführen und wieder Phantasie in deine Heimatstadt zu bringen. Schließlich bist du der letzte Tinker und verfügst über besondere Fähigkeiten wie Schnelligkeit, Stärke und Kreativität. Dazu nutzt du die Kraft der Farben Rot, Grün und Blau. Jede Farbe steht für einen Gefühlszustand, mit der du deinen Gegner manipulieren und bekämpfen kannst. Keine Sorge: Im Spiel gestaltet sich das ganze unterhaltsamer und abwechslungsreicher, als es sich liest.


[Quelle: YouTube]

Etwa acht Stunden soll man laut Herstellerangaben brauchen, um Colortown von der Trostlosigkeit zu befreien. Wir schlüpften vor dem offiziellen Marktstart für eine Stunde in den jungen Koru und wollten nicht mehr aufhören.

Von Anfang an überzeugte uns The Last Tinker: City of Colors mit seiner traumhaften Welt und der mitreißenden Handlung. Über diverse, aufeinander aufbauende Aufgaben lernten wir das Gameplay des Titels binnen weniger Minuten. Laufen, Springen, Schlagen. Sehr bald hilft man einem Pilzbauern und besucht einen rasanten Kampfworkshop, um sich das Startgeld für das berüchtigte Kanalläuferrennen zu verdienen.

[Bomber und Biggs folgen deinem Pfeifen]

[Bomber und Biggs folgen deinem Pfeifen]

Was erst wie ein buntes 3D-Jump´n´Run für Kinder anmutet, entpuppt sich schnell als durchaus actionreiches Abenteuer, bei dem man gegen einfarbige Kreaturen kämpft und Geschicklichkeitsspiele bewältigt. Wer vor allem auf die Kampfszenen betucht ist, könnte trotz der spektakulären Ausweich- und Kombo-Schläge etwas enttäuscht sein, weil man hierfür lediglich die Maustasten drücken muss. Durch schnelles, wildes Klicken der beiden Maustasten konnten wir auch ein halbes Dutzend Gegner problemlos K.O. schlagen.  Im Laufe des Spiels sollte diese Komponente aber noch anspruchsvoller werden. Uns machte auch das einfache, dafür ansehnliche Kämpfen mächtig Spaß, schließlich entsteht auf diese Weise kein Frust und die Handlung spult sich stetig weiter ab.

[Bildschirm-Foto Gizmodo]

[Koru gehört zu keinem Farb-Distrikt und wird verspottet. Bildschirm-Foto Gizmodo (Dieses Bild ist kein Screenshot, die Farben sehen im Spiel deutlich schöner aus!)]

Koru besaß anfangs fünf Gesundheitspunkte, die sich bei einem Sturz ins Wasser, gegnerischen Schlägen oder einer Konfrontation mit einem stacheligen Busch um je einen Punkt verringern. Aber halb so wild: In der ganzen Welt fanden wir hölzerne Kisten und Fässer, die wir zerschlagen konnten, um an einen goldenen Gesundheitspunkt oder einen blauen Kristall zu kommen. Letztere dienen in Colortown als Währung.

Insgesamt leben zahlreiche bunte und witzige Charaktere in Tinkerworld, die den andersartigen Koru mit dem affenähnlichen Gesicht das Leben gerne schwer machen. Natürlich hegte nicht jeder Groll gegen uns. Einige Gefährten schätzen Koru auch für seine sportlichen, kreativen und kämpferischen Talente.

[Die blauen Wesen sind durchweg traurig und unzufrieden.]

[Die blauen Wesen sind durchweg traurig und unzufrieden.]

Vor allem sportlich ist Koru allemal. Unser Eigenanteil war hier aber eher gering. Das Springen von Stein zu Stein erfolgt über die Leertaste. Dabei mussten wir uns lediglich in die ungefähre Richtung bewegen, der Rest geschah automatisch. Auch Klettern, Hangeln oder das Grinden auf der rasanten Transportschiene gestaltete sich ausgesprochen leicht. Dafür ist auch der kleine Tap verantwortlich, der in den Anfangsszenen alles erklärt und uns beim Drücken der Taste “T” stets den Weg zeigen kann.

[Im Traumland sieht es neblig aus.]

[Im Traumland sieht es neblig aus.]

Als ausgerechnet Tap bei einer wilden Prügelei gegen eine rote Bande von dessen Anführer Bonzo schwer verletzt wird, wurden wir nachts vom violetten Farbgeist überrascht. Er verlieh uns, als talentierten Tinker, die Macht, unserem Freund zu heilen. Dafür mussten wir ihm bei einer ganz besonderen Aufgabe helfen, für die wir ins ebenso fantastische Traumland reisten. Eine Welt, die genauso schnell verschwinden konnte, wie sie erschien. Der Weg führte uns unter anderem vorbei an den Träumen unserer Freunde, die uns Einblicke in ihre Psyche gewährten und manchmal auch in Erinnerungen vom alten, geeinten Colortown schwelgten. Bis zur neuen Einheit ist es aber noch ein langer, aufregender Weg, den wir wärmstens empfehlen.

Die Gitarre ist immer dabei

The Last Tinker: City of Colors 2

Das Abenteuer von Mimimi Productions wurde von zeitlosen Klassikern wie Zelda, Jak & Daxter und Banjo Kazooie inspiriert. Am 12. Mai wird The Last Tinker: City of Colors für Windows, Mac und Linux über Steam erscheinen. Eine Konsolen-Version ist laut Hersteller ebenfalls in Arbeit. Wer sich das Spiel für aktuell 19,79 Euro vorbestellt, erhält den Soundtrack übrigens kostenlos dazu.

Und der hat es in sich. Egal in welcher Stimmung sich das Geschehen befindet, Mimimi Productions lässt immer einen passenden, unverwechselbaren Gitarrensound in die Ohren fließen. Die einzelnen Charaktere sprechen im Übrigen nur unverständliche Laute. Ihre Aussagen werden aber auf Papyrusplatten neben den Köpfen angezeigt. Dadurch ließ sich das Spiel relativ leicht in mehrere Sprachen übersetzen. Es wird in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch erscheinen. Die exakten Systemvoraussetzungen kannst du der Steam-Seite entnehmen.

Sehr gefallen hat das Spiel dem FilmFernsehFond Bayern, der The Last Tinker: City of Colors mit einem 80.000 Euro-Kredit unterstützt. Außerdem wurde das bunte Spiel beim “Selected Project Contest” der Game Connection Europe 2011 zum “Best Project 2012” ernannt. Auf der Casual Connect 2014 konnte The Last Tinker: City of Colors den Audience Award absahnen und sich “Best Game in Show” nennen.The Last Tinker   gamescom 2013 Pre Beta footage   YouTube

Unser Ersteindruck

The Last Tinker: City of Colors ist ein herausragendes Indie-Game. Es macht dank seiner fantastischen Welt und der gut durchdachten, gesellschaftskritischen Hintergrundgeschichte trotz relativ simpler Handhabung sehr viel Spaß! Wer nicht davon überzeugt ist, kann ja zumindest etwas Farbe in seine Stadt bringen und ein paar Wände bunt besprayen.


[Quelle: YouTube]

[Mimimi Productions, via Zockerheim.de, Bavaria – enter the game und Macinplay.de]

 

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