Test: Gigabyte Tegra Note 7 – So viel Tablet für so wenig Geld

Gigabyte Tegra Note 7 Gizrank

Für viele sind 7-Zoll Tablets nichts halbes und nichts ganzes – eher ein Kompromiss zwischen eBook-Reader und Tablet. Wer trotz kleinem Format dennoch kaum Abstriche machen möchte und die Präzision eines Stylus schätzt, für den könnte das Tegra Note 7 interessant sein. Im Test verraten wir, warum.

Nach EVGA geht nun auch Gigabyte für den Vertrieb des Tegra Note 7 ins Rennen. Namensgeber für das Tablet ist der Tegra 4 Vierkern-Prozessor von Nvidia, welcher bereits in der tragbaren Spielekonsole Nvidia Shield verbaut wurde. Deren zu großes Format soll besagter 7-Zöller wett machen, um sich, dank seiner Leistungsfähigkeit, als deutlich mobilere Alternative zu profilieren. Klar ist, das Tablet richtet sich, nicht ausschließlich, aber durchaus an Gamer. Der Tegra 4 taktet mit bis zu 1,8 GHz. Er ist damit etwas langsamer als das Modell, welches im Shield zum Einsatz kommt. Das uns vorliegende Testmuster lief mit einer kaum merklich von Nexus-Geräten unterscheidbaren Android-Version 4.2.2. Ein Update auf 4.4.2 KitKat ist möglich.

Zubehör

Neben dem Tegra Note 7 selbst befinden sich selbstverständlich ein USB-Kabel sowie ein Netzteil zum Datenaustausch und zur Stromversorgung im Lieferumfang. Dazu gibt es die obligatorische Schnellanleitung. Die meiner Meinung nach unverzichtbare Schutzabdeckung „Slide“, welche sich gleichzeitig als verstellbarer Aufsteller nutzten lässt und den Bildschirm beim Schließen deaktiviert, muss leider separat erworben werden, was den Preis von etwa 200 Euro leicht erhöht. Herausstellungsmerkmal des Geräts ist der sogenannte DirectStylus, welcher sich als äußerst nützlich erwies. Dazu später mehr.

Die Slide genannte Abdeckung ist nicht mit dabei. Sie haftet an mehreren Stellen magnetisch auf der Rückseite. Die Anschaffung lohnt sich definitiv.

Tegra Note 7 Rundumblick

Insgesamt macht das Nvidia-Tablet einen durchweg hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse ist robust und wirkt trotzdem leichtfüßig. An den beiden Enden befinden sich auf fast voller Länge Stereo-Lautsprecher, die in Kombination mit dem an der rechten Seite liegenden Bassreflexkanal einen Sound erzeugen, der deutlich über das übliche blecherne Gequäke hinaus geht, welches man von vielen Tablets kennt. Sogar Musik lässt sich recht angenehm damit hören. Das 7-Zoll-IPS-Panel löst mit 1.280 x 800 Pixeln auf und zieht somit im direkten Vergleich mit dem Nexus 7 (2013) in Sachen Pixeldichte den Kürzeren.

Rückseitig ist das Tegra Note 7 überwiegend gummiert, auch wenn die Oberläche es nicht schafft, für die nötige Rutschfestigkeit zu sorgen. Abhilfe schafft hier die Slide genannte umklappbare Abdeckung. Mit ihr liegt das Note vorzüglich in der Hand. Die Ränder sind mit microUSB-Anschluss, 3,5 mm-Klinke und Mini-HDMI, microSD-Karten-Slot für bis zu 32 GB erweiterbaren Speicher sowie knackigen Tasten an Lautstärkewippe und Ein-/Ausschalter bestückt. Die Klapphülle kann, soweit sie zusätzlich erworben wird, seitlich in das Tablet eingeschoben werden und sitzt dort sicher. Andernfalls befindet sich an dieser Stelle ein Kunststoff-Dummy, welcher den Spalt schließt.

Tegra Note 7

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Tegra Note 7
Für ein Tablet dieser Größe verfügt das Tegra Note 7 über durchaus gute Stereo-Lautsprecher.

Stifte raus, Klassenarbeit!

Der DirectStylus ist, kombiniert mit der optimal auf ihn abgestimmten Software und dem kapazitiven Panel, das Highlight des Tegra Note 7. Der 12,5 cm lange Stift findet Verwendung an beiden Enden: Die Spitze ist abgeschrägt, sodass mit ihr unterschiedliche Strichstärken erzielt werden können. Beim Schreiben entsteht ein natürlicher Wechsel zwischen dick und dünn. Auch in der Bedienung des Tablets reagiert der Pen äußerst präzise. Auf seine Rückseite trifft dies leider nur bedingt zu. Sie ist abgeflacht und deutlich breiter als ihr Gegenüber. Der Bildschirm erkennt diesen Unterschied und schaltet in Zeichen-Apps auf die Radierfunktion um – so zumindest in der Theorie. In der Praxis funktioniert dies unterschiedlich gut, wenigstens jedoch in drei Vierteln der Fälle. Im übrigen Viertel wird der Radierer einfach als dicke Stiftspitze erkannt und malt, statt zu entfernen. Nach etwas Probieren, stellte es sich als hilfreich heraus, die Fläche auf dem Screen zu platzieren und vorsichtig soweit zu wippen, bis der korrekte Punkt erreicht ist. Es scheint sich also vielmehr um reine Übungssache zu handeln.

Ansonsten liegt der Direct Stylus angenehm in der Hand und ist schnell griffbereit. Wer möchte, kann in den Einstellungen diverse Apps festlegen, welche sich beim Entfernen des Stifts aus dem Schacht automatisch öffnen sollen. Das spart Zeit. Komplikationsfrei lassen sich etwa Screenshots erstellen und bearbeiten oder Notizen handschriftlich hinzufügen. Wer das Tablet ausschließlich mit dem Stylus bedienen will, kann dies mit einer Schaltfläche neben den Android-Buttons tun. So werden versehentliche Eingaben mit den Fingern vermieden.

Performance und Gaming

Das kleine Tegra Note 7 hat ganz schön was auf dem Kasten. In der Bedienung ließ sich keine einzige Verzögerung feststellen – so gehört sich das. Viel interessanter sieht die Leistung bei technisch anspruchsvolleren Apps, bzw. Games wie etwa Dead Trigger 2 oder MC4 aus. Hier kann der verbaute Chip überzeugen. Selbst auf höchster Detailstufe laufen diese Games problemlos. Hier fällt es schwer einen negativen Kritikpunkt zu finden.

Lediglich der Umstand der geringen Größe dieses und der Form eines jeden Tablets können den Spielspaß mindern. Vor allem für Personen mit großen Händen. Persönlich hatte ich keine Probleme. Wer trotzdem Wert auf das richtige Feeling legt, kann auf ein zusätzliches Gamepad „Built for Nvidia Tegra“ setzen – beispielsweise das Nyko PlayPad Pro.

Dass das Tegra Note 7 Games wie Modern Combat 4 ruckelfrei darstellt, weiß zu beeindrucken.

Dass das kleine Tegra Note 7 Games wie Modern Combat 4 ruckelfrei darstellt, weiß zu beeindrucken.

Fazit

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Kurzum: Das Tegra Note 7 macht einfach Spaß. Sowohl als täglicher Begleiter für die Arbeit als auch als spaßige Konsole für zwischendurch. Der DirectStylus verpasst dem Tablet einen Mehrwert, der mit dem positiven Gesamtpaket zum Preis von 199 Euro (UVP) seinesgleichen sucht. Punktabzug gibt es trotzdem für die zu rutschige Oberfläche, die nicht im Lieferumfang enthaltene – meiner Meinung nach unverzichtbare – Slide-Abdeckung und in geringem Ausmaß für die etwas unpräzise Bedienung der Radierseite des Stifts. Ansonsten ist der leistungsstarke 7-Zöller auf jeden Fall einen Blick wert.

plusLeistungsstark

plusToller Sound

plusSchickes Design

plusIntuitiver/ präziser Stylus…

minus…dessen Rückseite nicht ganz so präzise funktioniert

minusEtwas rutschige Rückseite ohne Slide-Klappe…

minus…welche nicht im Lieferumfang enthalten ist.

Technische Daten

CPU: 1,8 GHz Quad-Core, Cortex-A15

GPU: 72 Kerne (24 Vertex-Shader, 48 Pixel-Shader)

Arbeitsspeicher: 1GByte

Display: 7 Zoll, IPS-Panel, LCD, 1.280 x 800 Pixel

Kameras: 5 MP AF HDR rückseitig, VGA (Front)

Speicher: 16 GByte eMMC, micro SD-Slot (bis 32 GByte erweiterbar)

Abmessungen: 19,0 x 12,0 x 0,94 Zentimeter

Gewicht: 320 Gramm (ohne Abdeckung)

UVP: 199 Euro

 

 

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