Erste Eindrücke vom kostenlosen TV-Streamer Magine

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Fernsehen übers Internet gibt es schon länger. Einen Anbieter, der alle Vorzüge und Angebote vereint, aber gleichzeitig auf Gebühren verzichtet, hat sich bislang nicht gefunden. Magine versucht nun eben jenen Standard zu erfüllen und die Verfügbarkeit des Fernsehangebots zu revolutionieren.

Was du willst, wann du willst, wo du willst. Solch vielversprechende Credos hört man nur zu oft. In der Regel muss man für optimale Angebote auch dementsprechende Preise zahlen, doch Magine arbeitet kostenlos.

Das schwedische, Cloud-basierte Unternehmen bietet in Deutschland ein Streaming-Angebot von 67 TV-Sendern, die auf allen Geräten geladen werden können. Der größte Clou und Unterschied zum Konkurrenten Zattoo: Auch die Privatsender von RTL und ProSieben lassen sich  hiermit kostenfrei sehen.

[Mattias Hjemlstedt, CEO und Gründer von Magine erklärt.]

[Mattias Hjemlstedt, CEO und Gründer von Magine, erklärt, dass sich alle Inhalte nach Kategorie, Sender, Sucheingabe oder aktueller Ausstrahlung filtern lassen.]

Die hübsche Anwendung soll auf allen Geräten laufen, ganz gleich ob Android-, iOS- oder Windows-Tablet. Auf dem Computer funktioniert Magine einfach über den Browser. Hauptaugenmerk liegt laut Mattias Hjelmstedt aber auf Smart-TVs. Samsungs Geräte sind bereits kompatibel. Bei LG und Philips sieht es laut Hjelmstedt auch schon gut aus.

Wir haben Magine auf einem Laptop mit Windows 8 ausprobiert. Zum Registrieren gibt man einen Namen sowie seine Mail-Adresse an. Alternativ lässt sich auch der eigene Facebook- oder Google Plus-Account verwenden. Anschließend verlangt Magine die Handynummer, an die ein Code gesendet wird. Damit soll sichergestellt werden, dass nur deutsche Nutzer den für Deutschland lizenzierten Inhalt sehen können. Wer sich aber im Ausland eine deutsche SIM-Karte besorgt, könnte diese Sperre einfach umgehen.

Nach der zügigen Registrierung muss man noch Microsofts Plug-In Silverlight installieren, um das kopiergeschützte Angebot sehen zu können und dann geht es auch schon los. Fernsehen auf allen Geräten. Sendungen, die gerade laufen, sind in unserer Zeitleiste türkis hinterlegt. Timeshift und Catch-Up zum Anhalten und Zurückspulen der Sendungen sowie dem Zugang zu allen Inhalten der letzten sieben Tage sind aber noch stark limitiert.

"Sorry, diese Sendung kannst du leider nicht zurückspulen", hieß es auf fast allen Programmen. "Sorry, dieses Programm ist nicht mehr verfügbar".

[“Sorry, diese Sendung kannst du leider nicht zurückspulen”, hieß es auf fast allen Programmen. “Sorry, dieses Programm ist nicht mehr verfügbar.”, Bildquelle: Screenshot Magine]

Bislang sind in Deutschland lediglich die Kindersender Nick, Joiz, Yfe, Duck TV und Ric sowie DMAX, Viva, Eurosport, Comedy Central, TLC und Bloomberg TV mit Timeshift und Catch-Up versehen. In Kürze soll sich diese Funktion aber auf weitere Sender ausweiten, um das “Fernsehen wann ich will” auch wirklich in die Tat umzusetzen.

Gelegentlich trat bei aktuell laufenden Sendungen ein Fehler auf, der den Stream nicht ermöglichte. Nach wenigen Refreshs war das Problem behoben und das Programm lief. Insgesamt stellte uns das verfügbare Angebot aber zufrieden, schließlich ist es ja umsonst.

Zudem lassen sich – sofern vorhanden – auch Untertitel einblenden und das Erste sowie das ZDF in HD streamen. Die intuitive Bedienung von Magine gestaltete sich selbstredend unkompliziert. Oben ist der TV-Stream. Darunter die Zeitleiste mit allen Sendern.

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[Ein Smartphone diente als Hotspot und der Stream war auch im Vollbildmodus flüssig.]

Mit einem Magine-Account kannst du auf zwei Geräten gleichzeitig sehen. Zudem soll sich ein Tablet oder Smartphone sehr simpel zur Fernbedienung umfunktionieren lassen. Dazu wählt man in der Magine-App einen Button und hält die Kamera auf den Fernseher, auf dem ein QR-Code angezeigt wird. Schon kann man alle Funktionen mit dem Smart Device ausführen.

Die Qualität des Fernsehens hängt selbstverständlich von der Internetverbindung ab. Mit 3G, LTE oder einem guten WLAN-Empfang sollte es aber keine Probleme geben. Das Umschalten zwischen den Sendern dauerte bei uns im LAN selten länger als zwei Sekunden.

Nach Deutschland wird auch Spanien in die Vorzüge des TV-Streamers kommen. Dort läuft derzeit die Testphase. In Schweden, dem Ursprungsland Magine´s, existierte der Dienst natürlich schon vor dem Deutschlandstart. Hjelmstedt berichtete von durchschnittlichen 145 Minuten Fernsehkonsum, die ein Schwede mit Magine pro Tag erreicht. Ohne Magine sind es gerade einmal 119 Minuten. Dieser starke Zuwachs trug neben dem Kopierschutz und der Verifizierung per Handynummer sicher auch dazu bei, die deutschen Sendeanstalten zu überzeugen.

Liste der aktuell vertretenen TV-Sender

[Bildquelle: Screenshot Magine]

[Magine unterteilt sich in Magine Free, bestehend aus 42 öffentlich-rechtlichen Programmen (darunter auch mehrere Regionalprogramme des gleichen Rundfunksenders) und Magine Access, bestehend aus 25 privaten Programmen. Beide sind kostenlos. Bildquelle: Screenshot Magine]

All die Lizenzen  zu bekommen war laut Hjelmstedt “ziemlich schwer”. Mit diesem Erfolg dürfte das Angebot von Magine trotz der (noch) fehlenden flächendeckenden Catch-Up- sowie Timeshift-Funktion den Konkurrenten Zattoo über Kurz oder Lang aber überholen.

Die Frage, die Hjelmstedt wohl am häufigsten gestellt wird, ist die nach der Finanzierung. Magine erhebt keine Gebühren und möchte auch langfristig auf Werbung verzichten. Geld strömt nur über Pay-TV-Sender in die Kassen, die man sich zusätzlich zu den kostenlosen Programmangeboten kaufen kann.

Darunter zum Beispiel das Paket Magine Kids, das für 4,99 Euro pro Monat die fünf Kindersender Boomerang, Cartoon Network, Nick Jr., Yfe und DuckTV freischaltet.

Die zahlreichen Preise, die Magine bereits gewinnen konnte, sprechen für sich. Bei den TV Connect Awards 2014 wurde man vor zwei Monaten sogar zur “Besten TV-App” gekürt. Wenn noch etwas Arbeit in die zeitunabhängige Verfügbarkeit aller Inhalte gesteckt wird, kann man das lineare Fernsehangebot tatsächlich revolutionieren. Wir blicken gespannt auf die nächsten Wochen. Ich persönlich habe nun endlich eine Rechtfertigung für die GEZ-Gebühr.

  1. Magine TV ist nicht Kostenlos, wenn man einige Sender mehr haben möchte !

    Desweiteren bekommt man keinen Sender mehr ( 23.12.2014 ) oder bricht ab ( upps usw. )
    Ich bezahle 10,99 pro Monat und es funktioniert nicht einwandfrei !!!

    Ich bin sonst zufrieden, aber die ständigen Ausfälle

    Ihr Kunde wünscht frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr 2015

    Mfg

    Ulrich Möhker

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