Test: Samsung Gear 2 – Nettes Gadget mit Luft nach oben

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Die Smartwatch Samsung Gear 2 will alles sein: Zweites Smartphone-Display, Fitness Tracker, MP3 Player, flotte Kamera und noch viel mehr. Ob dies gelungen ist verraten wir im Test.

Gear 2: Optik und Verarbeitung

Die Verarbeitung der Samsung Gear 2 kann sich wirklich sehen lassen. Die Vorderseite besteht zu großen Teilen aus gebürstetem Metall. Der einzige Hardware-Button prangt direkt unter dem Display. Die Kamera wurde im Gegensatz zum Vorgänger direkt im Gehäuse integriert und passt sich dadurch optisch schöner ins Gesamtbild ein. Der Klickverschluss sitzt fest und lässt sich problemlos und der Weite verstellen.

Trotzdem finden wir die uns vorliegende Version in Roségold etwas bieder, fast schon altbacken. irgendwie wirkt die Samsung Gear 2 trotz ihrer modernen Technik wie ein Stück, was auch unserer Großeltern tragen könnten. Aber das ist natürlich Geschmackssache und muss jeder für sich selbst entscheiden.

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Wasserdicht

Die Samsung Gear 2 ist übrigens nach IP67 Standard wasser- und staubdicht. Beim Händewaschen kann die Uhr also bedenkenlos am Arm gelassen werden. Theoretisch ist auch Baden kein größeres Problem, soll sie doch bei einem Meter unter Wasser bis zu 30 Minuten lang dicht halten.

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Display

Das 1,63 Zoll große Super AMOLED löst mit  320 x 320 Pixel auf. Es leuchtet hell und ist dadurch auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Allerdings muss die Helligkeit in dunklen Umgebungen manuell abgeregelt werden, um nicht unfreiwillig eine Taschenlampe am Handgelenk zu tragen. Einen Helligkeitssensor wie am Smartphone, der solche Aufgaben übernimmt, gibt es leider nicht.

An sich funktioniert es ganz gut die Samsung Gear 2 mittels “auf die Uhr schau Bewegung” aus dem Standby zu wecken. allerdings geht die Samsung Gear 2 durch eine unfreiwillige Bewegung auch oft an, wenn eigentlich nicht auf die Uhr schauen will. Das irritiert.

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Kamera

Die 2 Megapixel Kamera kann auch mit viel guten Willen leider nur als müder Witz bezeichnet werden. Ja, sie macht Bilder. Danach anschauen mag sich die allerdings keiner. Sie sind verwaschen und unscharf, deutlich schlechter als die von günstigsten Budget-Phones. Und wer die Samsung Gear 2 nutzt hat wohl in den meisten Fällen ein Smartphone in der Tasche, dessen Kamera um Generationen besser ist als die der Gear 2. Netter Gag. Mehr nicht.

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Immerhin werden die Bilder direkt in den Speicher des Smartphones übertragen. Ausgelöst werden kann die Kamera auch verbal, indem man zum Beispiel “Klick” sagt. Das recht laut Auslösegeräusch lässt sich übrigens nicht abschalten. Hier will Samsung wohl verhindern, dass Personen ohne ihr Wissen unauffällig mit der Uhr fotografiert werden. Videos können nur bis zu einer maximalen Länge von 15 Sekunden aufgenommen werden. Eine schlechte Entscheidung von Samsung.

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Ausdauer

Wir waren positiv überrascht. Denn obwohl die Akku-Leistung mit gerade einmal 300 mAh gegenüber der Samsung Galaxy Gear etwas nachgelassen hat, hält die Gear 2 länger durch. So sind zwei Tage bei voller Display-Helligkeit und regelmäßiger Nutzung überhaupt kein Problem. Bei geringerer Helligkeit hielt das gute Stück auch mal vier Tage durch bevor es wieder ans Netz musste.

Ladeadapter

Uncool finden wir, dass es mal wieder einen Adapter bedarf um die Gear 2 laden zu können. Nicht nur, dass man den gleich mehrmals pro Woche bracht. Ein Adapter kann auch gerne mal verloren gehen. Damit wäre die Gear 2 auf einem Schlag unbrauchbar.

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Performance

Richtig gut! Die Gear 2 reagiert sehr flott auf alle Eingaben. Zu Verzögerungen oder Rucklern kommt es praktisch nicht. Das mag durchaus an Tizen liegen. Oder auch an der klaren und wenig überladen Struktur und Menüführung in Verbindung mit dem Dual-Core-Prozessor.

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Das zweite Handydisplay

Richtig gut und hilfreich ist die Benachrichtigung bei eingehenden Meldungen. Ob das jetzt eine normale Mail, Facebook, Whatsapp oder was auch immer ist. Die Gear 2 vibriert, das Display springt an und man weiß sofort mit einem Blick wer was von einem will. Toll! Beantworten kann man Nachrichten übrigens nicht über die Gear 2.

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Telefonieren wie Michael Knight mit KITT

Auch das Vibrieren bei einem eingehenden Anruf ist sehr hilfreich. Wer will, kann das Telefonat auch direkt mit der Uhr annehmen. Die Gear 2 fungiert dann als Freispecheinrichtung. Das funktioniert sehr gut. Die Gear 2 ist laut genug und das Gegenüber verstand uns beim Testanruf trotz einiger Nebengeräusche überraschend gut.

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Fitnessfunktionen

Richtig gespannt waren wir auf die Trainingsfunktionen. So lässt sich sehr schnell zum Beispiel ein Fahrrad-Workout starten. Die Gear 2 verbindet sich mit dem Handy. um über dessen GPS Signal die zurück gelegte Strecke bestimmen zu können. Außerdem misst der integrierte Herzfrequenzmesser kontinuierlich die Herzfrequenz. Auf Genauigkeit konnten wir den Sensor leider nicht prüfen, rein subjektiv machte der jederzeit auf dem Display ersichtliche Puls jedoch einen plausiblen Eindruck.

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So weit, so gut. Leider wurde dieses eigentlich geniale Konzept nicht konsequent genug zu Ende gedacht. Denn die dazugehörige App “S Health” ist derart limitiert, dass einem bald die Lust vergeht die Gear 2 vor jeder Trainingseinheit zu aktivieren. Denn S Health zeigt einem lediglich die zurück gelegte Strecke und Schritte, die verbrauchten Kalorien, die Dauer sowie den höchsten und niedrigsten Puls an.

Hier wäre mehr drin gewesen! Wir hätten uns zum Beispiel über eine Karte mit unserer zurück gelegten Strecke gefreut. Hier hätte dann angezeigt werden können, wo man welchen Puls hatte. Auch ein Vergleich mit alten Bestzeiten auf der Strecke wäre denkbar, um einen Trainingserfolg sichtbar zu machen. Insgesamt hätten wir uns mehr visualisierte Statistiken gewünscht und wünschen sie uns noch. Samsung, bitte liefert das per Update nach!

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Weitere Funktionen

Die Gear 2 ist ein wahres Multitalent. Ohne jetzt genauer auf die einzelnen Funktionen einzugehen, soll dennoch erwähnt werden, dass ihr mit der Gear 2 Bilder anschauen, den Kalender nutzen, via Infrarot-Sensor Mediengeräte steuern, euer Handy suchen, Musik abspielen oder übertragen, S-Voice nutzen, Rechnen, euch Wecken, die Zeit stoppen, das Wetter ablesen und noch so einiges mehr machen könnt. Gerade diese Nutzungsvielfallt hat uns richtig gut gefallen!

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App Store

Der App-Store ist leider mit nur relativ wenigen Apps gefüllt von denen noch weniger wirklich sinnvoll sind. Die meisten davon sind Uhren Styles und können auch mal bis zu einen Euro kosten. Aber auch ein Taschenrechner und ein paar Flappy-Bild Klone sind an Bord. Es ist allerdings nichts dabei, was man unbedingt braucht, beziehungsweise nicht ohnehin schon vorinstalliert ist.

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Wählerisch

Offiziell funktioniert die Gear 2 übrigens nur mit einigen moderneren Samsung Galaxy Produkten. Inoffiziell soll es jedoch auch mit kleinen Einschränkungen mit anderen Android Smartphones wie der HTC One M8 oder dem Nexus 5 funktionieren. Eine Anleitung wie das funktioniert findet ihr hier.

Fazit

Die Samsung Gear 2 ist wirklich nett. Wer ein Galaxy Gerät besitzt, Armbanduhren mag und etwa 300 Euro übrig hat, kann sich das Teil auf jeden Fall mal anschauen. Einige Funktionen – allen voran die Nutzung als zweiten Handy-Bildschirm – sind wirklich toll. Auch die Fitnessfunktionen sind in der Idee gut, in der Umsetzung leider weniger. Insgesamt ein empfehlenswertes Stück Hardware wenn man mit den Mängeln leben kann.

Trotzdem würde ich wohl empfehlen noch ein wenig zu warten. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass in diesem Jahr noch so einige Hersteller ihrer Version einer Smartwatch vorstellen werden.

gizrank 35 Sterne

plustolles Display

plusAkkulaufzeit mit 2 bis 4 Tage in Ordnung

plusviele, viele Funktionen

pluswertige Verarbeitung

 

minuseinige Funktionen nicht ausgereift (Fitness-Features)

minusFunktioniert nur mit ausgewählten Android-Phones

minusteuer

minusLadeadapter

 

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  1. Wenn samsung mal nichts zum kopieren hat, kommt halt so ein sinnloser schrott raus.

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    1. oh ja technischer fortschritt ist so sinnlos was machst du eigentlich am pc wen du in deiner dunklen höhle hocken könntest? ist doch viel besser da oder nicht?

    2. Nur keine Panik, Atze_jope, im Laufe des Jahres wird gezeigt, wie man es richtig macht. Da kann sich Samsung wieder etwas abschauen. Selbst Motorola wird das besser hinbekommen, als diesen Klotz.
      Die Funktionen sind nicht schlecht, aber die Ausführung ist wie immer nicht zu Ende gedacht.

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      1. Die ist wirklich grauenhaft. Ich konnte sie mir 2 Tage ausleihen und hab sie auch gut genutzt.sie ist klein und leicht und eben kein Klotz.

        1. Ich meinte die gear fit ist im Vergleich zu der gear 2 relativ gut. Aber nur für Benachrichtigungen und zum steuern der Musik waren mir 200 Euro dann doch zu teuer

      2. Aha Motorola…
        Weil für jeden besonders günstig…
        Die Uhr wird ca. doppelt soviel kosten. Und Mp3 Player ohne Handy wird wohl nix. Der Infrarot Sensor auch nicht… usw.

        1. Der Preis ist erst mal nebensächlich. Wichtig ist, gerade bei einer Uhr auch die Optik, und die steht bei Samsung ganz klar an letzter Stelle. Oder willst du mir erzählen, dass die dir gefällt? Alles andere sind nur Spekulationen.

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  2. Ähnliche Handyuhren gibt es aus China bereits seit Jahren!
    Z.B.: http://www.cect-shop.com/de/gadgets/handyuhren

    Und wozu braucht man eine Armbanduhr, wenn Handy auch Uhrzeit anzeigt ?
    Mit lästigen an und ausziehen, ggf. nachstellen, und jetzt auch noch alle 2 Tage Akku aufladen…

    Wobei das Aufladen hätten man sich mit einer Piezo / Dynamo- Bewegungs / Solar Nachladung sparen können.

      1. Galliumphosphat- Kristalle haben piezoelektrische Eigenschaften:
        Umwandlung von mechanischen Energie (wie Druck / Aufschlag) in elektrische Energie.
        (Du kannst mal Einwegfeuerzeug auseinander nehmen, und mit den Piezoteil etwas schmerzhaft rumspielen…)

        Funktioniert aber auch reziprok, also Umwandlung elektrischer Energie in mechanische Energie:
        Z.B. in Piezo- Hochtöner- Lautsprecher.

    1. Hab andorid auf dem Tablet und muss gelegntlich kolegen mit android helfen, kenne also beide betriebssysteme. rein vom betriebssystem her (also ohne app verfügbarkeit) finde ICH WP8 besser.

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