Thermal Touch – Was wäre, wenn alles ein Touchscreen wäre?

thermal-touch-001

Eine Karte aus Papier wird zum Navigationssystem, ein reales Objekt offenbart durch einen Fingerdruck zusätzliche Informationen. Kurz: Beliebige Objekte in einen Touchscreen verwandeln. Was klingt wie Science Fiction will Metaio nun durch Kombination von Thermografie und Augmented Reality in erreichbare Nähe gerückt haben. Metaio nennt diese Technik “Thermal Touch”.

“Alle diskutieren derzeit über tragbare Datenbrillen wie Google Glass, aber kaum einer spricht darüber wie man Geräte dieser Art eigentlich bedienen wird“, sagt Peter Meier, CTO Metaio. „Was wir brauchen, sind natürliche, zweckmäßige Benutzer-Schnittstellen, um mobile Geräte von morgen zu steuern. Der Vorteil von AR-Brillen ist ja, dass man die Hände frei zur Verfügung hat. Mit dem Thermal Touch kann ich beliebige Objekte in einen Touchscreen verwandeln, so dass man direkt mit seinem Finger darauf interagieren kann.“

Metaio Thermal Touch für zukünftige Augmented Reality-Brillen

Derzeit testet das Metaio Thermal Touch auf einem funktionsfähigen Prototyp. Hierzu wurden auf einem Tablet-PC eine Infrarot- und eine RGB-Kamera integriert. Der Prototyp ist in der Lage die Wärme-Signatur, die eine Person durch Berührung einer beliebigen Oberfläche hinterlässt, zu registrieren und zu verarbeiten. Im selben Moment ergänzt Metaios AR-Software das berührte Objekt mittels Augmented Reality und 3D-Objekterkennung. Somit sollen Nutzer auf direkt mit digitalem Content interagieren können.

Thermal Touch verwandelt eine Karte aus Papier in ein Navigationssystem

Mit dem „Thermal Touch“ wären beispielsweise Szenarien wie Folgende denkbar: Fußgänger könnten eine statische Karte zum Touchscreen umwandeln und dem Gerät vorgeben, welchen Weg man navigiert werden möchte. Kinder könnten per Fingerberührung digitale Inhalte direkt von ihrem Spielzeug laden und so neue Spielerlebnisse erleben. Designer wären in der Lage ihre digitalen 3D-Entwürfe auf den realen Gegenstücken zu visualisieren. Service-Techniker könnten Informationen direkt via Fingerberührung des realen Objekts virtuell abrufen.

thermal-touch-002

„Thermal Touch ist derzeit noch ein Prototyp und weit davon entfernt im Alltag eingesetzt zu werden“ so Meier. „Wir möchten die Community allerdings auf die bisher ungelöste Problematik der Interaktion aufmerksam machen und den Herstellern von AR-Brillen gleichzeitig eine mögliche Lösung demonstrieren. Es ist durchaus denkbar, dass in fünf bis zehn Jahren Infrarot-Kameras, kombiniert mit einer Vielfalt an fortschrittlichen Sensoren, in mobilen Geräten zu finden sein werden – inklusive tragbarer Augmented Reality-Brillen der nächsten Generation.“

Eine Live-Demonstration der “Thermal Touch”-Technologie ist vom 27. bis 29. Mai auf der Augmented World Expo (AWE) in Santa Clara (Kalifornien) und am 8. Juli auf der InsideAR Konferenz in Tokyo geplant.

[via Pressemitteilung Metaio]

Tags :
  1. Bin mir recht sicher das das kommt. Wäre möglich, dass eine Zwischenstufe Smartphones ohne Bildschirm sein werden, einfach eine touchoberfläche und die Inhalte werden über die Brille ‘projiziert’ so, dass man den Unterschied gar nicht merkt. Damit könnte sich jeder sein eigenes phone designen

    1. @Reisender

      ich denke schon dass das kommen wird aber ich kann mir nicht vorstellen dass dafür Wärmebildkameras verwendet werden. Es mag zwar sein dass die Baugrösse in den besagten 5 Jahren das ermöglichen würde aber ich kann mir nicht vorstellen dass im gleichen Zug die Sensibilität genug hoch geschraubt werden kann um es sinnvoll zu nutzen. Wie man schon im Video sieht braucht es schon auf der wahrscheinlich guten Demooberfläche seine zeit bis genügend Temperaturunterschied gemessen werden kann. auch Wischbewegungen oder Berührungen mehrmals am selben Ort sind mit der Methode wahrscheinlich kaum umzusetzen. Auch die Berührung eines Proyezierten Gegenstand kann nicht realisiert werden. Ich denke das ganze wird schlussendlich mit Tiefensensoren und normalen Kammeras umgesetzt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising