Denkmäler werden internetfähig – dank QR-Codes

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Der älteste noch aktive Steinmetzbetrieb Berlins fertigt Pflastersteine mit QR-Codes. Am Holocaust-Denkmal in der deutschen Hauptstadt konnte sich der QR Cobble, der im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für multimediale Kundenbindungssysteme (DGMK) produziert wurde, bereits bewähren.

QR steht für Quick Response. Das Verfahren ist das selbe wie bei den Strichcodes, nur wird der quadratische Code meist von Smartphone-Kameras gescannt, um zu einer Internetseite weiterzuleiten. Sämtliche Hintergründe zum QR-Verfahren findest du hier.

Die DGMK hat diese Technologie seit Januar 2014 auf dem Holocaust-Denkmal in Berlin eingesetzt. Dabei wurden aber nicht einfach hässliche Sticker auf die Betonsäulen geklebt, sondern aufwendig gefertigte Pflastersteine graviert.

[Bildquelle: D]

[Bildquelle: DGMK]

Die 1880 gegründete Firma Albrecht arbeitet mit Sandstrahlverfahren und verfüllt die Pflastersteine anschließend mit spezieller Farbe und Naturharz. Dadurch sind die Steine rutschfest und beständig. Als Materialien werden Marmor, persisch Beige oder Impala aus Südafrika verwendet. Damit sind sowohl dunkelgraue, hellgraue und weiße kubische Pflastersteine mit zehn Zentimetern Kantenlänge möglich. Wer nun schon große Pläne hat sollte bedenken, dass die Produktion eines Steins zwei Tage in Anspruch nimmt und darüber hinaus 350 Euro netto veranschlagt.

Am Berliner Holocaust-Denkmal spielt dank 23 QR Cobbles seit Januar 2014 das weltweit erste interaktive Konzert per Smartphone. Zu hören ist ein Konzert, das 2008 am Holocaust-Denkmal uraufgeführt wurde.


[Quelle: YouTube]

Solche QR-Codes lassen sich aber überall verlegen und können in ihrer kryptischen Darstellungsform jedwede Inhalte ortsabhängig verfügbar machen. Gehwege oder Mauern können also recht einfach vernetzt werden. Für kurzfristige Werbung eignet sich das natürlich nicht, schließlich ist ein QR-Code selbst mit Erläuterung nicht plakativ genug. So mancher Zeitgenosse könnte sich jedoch einen QR Cobble auf sein Grab legen lassen. Das ist nicht nur optisch stimmig – die Angehörigen könnten sich am Grabe stehend per Smartphone das Lieblingslied des Verstorbenen anhören oder eine Bildergalerie mit schönen Erinnerungen öffnen.

Gänzlich neu ist die Idee natürlich nicht. Rio de Janeiro oder die nordrhein-westfälische Stadt Minden haben bereits seit 2013 QR-Codes in den Gehwegen. Allerdings deutlich größer, auffälliger und nicht in der Qualität der QR Cobbles aus Berlin. Übrigens: 2011 plante Google QR-Codes im Straßenbelag, die den autonom fahrenden Wagen als Hinweisschilder dienen sollten.

[Bild: Shutterstock, DGMK]

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