Herr der eigenen Daten (4) – Mit FreeNAS und owncloud die Kontrolle behalten

owncloud

Ein nicht kleiner Teil der Internetnutzer fühlt sich bei dem Gedanken unwohl, eigene Daten (natürlich mehrfach gespiegelt) überall auf der Welt verstreut zu haben. Sich Google, Dropbox & Co. ganz zu entziehen, ist aber auch keine Lösung. Mit freier Software wie owncloud lässt sich dieses Problem umgehen, wenn man bereit ist, Abstriche bei der Verfügbarkeit zu machen.

Diese liegt bei den großen Anbietern bei 99,99% mit Ausfallzeiten von maximal einigen Minuten im Jahr. Solche Werte können mit eigenen Lösungen natürlich nicht erreicht werden. Sehr wohl jedoch das befriedigende Gefühl, buchstäblich wieder Herr der eigenen Daten zu sein.

Seit einigen Jahren entwickelt ein Team um Frank Karlitschek die freie und für Privatanwender kostenlose Server-Software owncloud. Mit der neuesten Version liefert das Team eine erstaunlich stabile und funktionelle Server-Suite, die es dem Nutzer ermöglicht, eine eigene Cloud zu basteln.

Wie in den vorangegangenen Artikeln beschrieben, haben wir bereits einen FreeNAS-Server vorliegen. Auch owncloud ist mittlerweile in der aktuellen Version 6 als Plugin verfügbar. Die aufwendige Einrichtung der benötigten Web- und Datenbankserver entfällt, alles ist bereits mit an Bord.

Nach der automatischen Installation ist der Server sogleich einsatzbereit. Zum produktiven Betrieb braucht es dann noch die jeweilige Client-Software. Die Desktop-Version bspw. synchronisiert ähnlich wie bei Dropbox ausgewählte Ordner automatisch mit dem Server. Die entsprechenden Smartphone/Tablet-Apps gibt es zu kleinen Beträgen (0.79 € im Android Play Store) in den App Markets.

Sogleich kann damit begonnen werden, z. B. Kalender- oder Kontaktdaten über WebDAV-Protokolle zu importieren. Die wichtigsten Funktionen sind bereits enthalten, über den App-Button können weitere Dienste nachgeladen werden. Seit der Version 6 können sogar einfache Dokumente gemeinsam bearbeitet werden.

Owncloud Login

Zunächst ist der Server nur im Heimnetzwerk verfügbar. Idealerweise soll er aber auch aus dem Internet erreichbar sein, was natürlich ein gewisses Risiko mit sich bringt. Unerfahrene Nutzer sollten daher besser eine verschlüsselte VPN-Verbindung in das Heimnetzwerk einrichten, wenn Sie von auswärts auf die eigene „Cloud“ zugreifen.

Falls mehrere Personen die owncloud-Instanz nutzen, ist es ratsam, statt dem integrierten SQLite ein leistungsfähigeres Datenbanksystem wie MySQL einzurichten. Leicht verständliche Anleitungen hierzu gibt es in der ebenso sehr aktiven owncloud-Community zuhauf.

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  1. Unter OS X ist die Lösung nicht wirklich ausgereift, es gibt zu viele negativ Punkte. So hat der Anbieter noch sehr viel Arbeit vor sich, um einen reibungslosen Austausch zwischen verschiedenen Computern und der Cloud bereit zu stellen.

    1. Wo liegen denn die negativen Punkte unter OS X bei ownCloud? Ich konnte bisher keine wirklichen entdecken und habe das System nun eine ganze weile am Laufen. Einziger Schwachpunkt den ich finden konnte, ist der Umgang mit großen Dateien. Ich vermute hier aber ein Problem im Zusammenspiel mit MAMP. ownCloud läuft bei mir Lokal auf dem iMac.

      Ich nutze das ganze aber noch recht experimentell. Seit Version 5 der ownCloud hat sich aber wirklich viel positives getan. Das es jedoch noch Baustellen gibt, steht auch für mich außer Frage. Nutzbar ist es aber allemal und für die Zukunft eine gute Alternative zu den Angeboten im WWW.

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