PlaceAVote will Politiker durch Internetwahlen ersetzen

placeAVote

Eine neue politische Partei, gegründet von Softwareentwicklern und Ingenieuren, steigt in die politische Landschaft Kaliforniens ein. Sie verspricht Ihren Unterstützern, bei einem Wahlerfolg alles dafür zu tun, dass künftig jedes Gesetz auf der Mehrheitsentscheidung der Wähler basiert.

Überlegungen in diese Richtung sind nichts Neues, allerdings stellt die Diskussion darüber einen Mehrwert an sich dar. Meist stehen sich zwei Extrempositionen gegenüber. Auf der einen Seite die fortschrittsgläubigen Befürworter, auf der anderen die scharfen Kritiker, die sowohl Sicherheits-, als auch politische Argumente vorbringen.

Dass demokratische Entscheidungen nicht automatisch gute Entscheidungen sind, dürfte hinlänglich bekannt sein. In Europa gibt es aber mit der Schweiz eine recht erfolgreiche direkte Demokratie. Ein weiterer Grund, warum die Diskussion auf dem alten Kontinent lebhafter als in Amerika geführt wird.

Seit einigen Jahren jedoch befinden sich die politischen Institutionen in den USA in einer schweren Akzeptanzkrise. Deshalb geht PlaceAVote noch einen Schritt weiter: Sie will Politiker sozusagen ganz abschaffen, indem es Gesetze direkt von den Wählern bestimmen lässt, und zwar über das Internet. Zwei Kandidaten gibt es bereits, die im Falle einer Wahl in den Kongress versprechen, nur das zu tun, was das Internet ihnen sagt.

Was Demokratietheoretiker vermutlich aufschreien lässt, dürfte auch IT-Sicherheitsexperten erschaudern lassen. Deshalb soll für PlaceAVote Sicherheit auch die allerhöchste Priorität haben. Die Kandidaten müssen ihren Wählern irgendwie einen digitalen Schlüssel zukommen lassen. Dieser berechtigt, zusammen mit einer eindeutigen Identifikation, in Amerika meist die Sozialversicherungsnummer, zur Teilnahme an dem System.

Es gibt sehr viele und gute Argumente gegen ein solches System, allerdings sollte die Popularität solcher Konzepte Politikern Anlass genug sein, für eine größere Akzeptanz demokratischer Institutionen zu sorgen.

Bild: Shutterstock / Tatiana Popova

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising