So sieht Googles selbstfahrendes Auto aus

(Bild: Google)

Der Zweisitzer-Prototyp des Suchmaschinen-Konzerns besitzt weder Lenkrad noch Gas- oder Bremspedal. CEO Sergey Brin stellte das autonome Fahrzeug am Dienstag auf der Recode Code Conference vor. Hohe Geschwindigkeiten oder hübsche Optik durfte man aber nicht erwarten.

Rund 100 Testfahrzeuge sollen gebaut werden. Anfangs werden sie noch die altbekannten Steuerelemente besitzen, dann sollen in Kalifornien aber Prototypen ohne Lenkrad getestet werden. Neben dem sonnigen US-Bundesstaat an der Westküste erlauben das nur Nevada, Florida und Michigan.

Optisch passt das Google-Auto schon fast in unsere Galerie zukünftiger Konzept-Fahrzeuge. “Wir haben uns grundsätzlich überlegt, wie ein selbstlenkendes Auto aussehen würde”, sagte Brin. Das Ergebnis ähnelt jedoch schlicht einem Smart im Playmobil-Design.


[Quelle: YouTube]

Ziel des Projekts sei es, selbstlenkende Autos innerhalb der nächsten Jahre “deutlich” sicherer zu machen als von Menschen gesteuerte Fahrzeuge, sagte Brin. Während der Tests sei es zu keinem einzigen Unfall gekommen. Allerdings fahren die Google-Autos auch nur maximal 25 Meilen pro Stunde, also rund 40 km/h, was ihnen mehr Zeit gibt, auf Hindernisse zu reagieren.

Die softwaregesteuerten Roboter-Autos haben inzwischen mehr als 700.000 Testmeilen (1,1 Millionen Kilometer) zurückgelegt, seit Google das Projekt 2009 ins Leben gerufen hat. Das Unternehmen erwartet, dass sie die Serienreife zwischen 2017 und 2020 erlangen. Ein vorläufiger Preis ist zwar noch nicht bekannt – die Sensorik des Prototypen kostet derzeit aber rund 150.000 US-Dollar (circa 110.000 Euro) pro Wagen.

[Diese Zeichnung könnte dem letztendlichen Google-Auto etwas mehr ähneln als der Prototyp. Bildquelle: Google]

[Diese Zeichnung könnte dem letztendlichen Google-Auto noch mehr ähneln als der Prototyp. Bildquelle: Google]

Eine frühere Demonstration von Googles Self-Driving Car Project Mitte Mai zeigte, dass die Fahrzeuge eine topografische Karte nutzen, um sich besser zu orientieren. Diese Karte enthält etwa Informationen zur Höhe der Ampelsignale, Platzierung von Stoppschildern und Füßgängerüberwegen, Tiefe von Gehsteigen, Fahrbahnbreite und zu verschiedenen Fahrbahnmarkierungen.

Zuletzt erzielte das Projektteam große Fortschritte dabei, wie das System auf Objekte reagiert, die nicht auf der Karte verzeichnet sind. In einem Youtube-Video sind einige Beispiele zu sehen, etwa wenn ein Radfahrer einen Fahrbahnwechsel anzeigt oder parkende Autos Teile der Fahrbahn blockieren.

Eine Vielzahl an Sensoren und Kameras erkennen die Umgebung, andere Fahrzeuge und Hindernisse. Starker Regen oder Nebel beeinträchtigt sie aber. Kleine Lebewesen, wie beispielsweise Eichhörnchen, werden vom Google-Auto noch nicht mal als Hindernisse erkannt. Verliert der Wagen seine Internetverbindung, tut er „etwas Sicheres“, so Entwicklungschef Chris Urmson gegenüber dem US-Magazin Wired. Das klingt noch nach einer Menge Arbeit.

Während Google trotz alledem zu den Vorreitern bei der Erforschung und Entwicklung selbstlenkender Autos zählt, ist es in dem Bereich natürlich längst nicht mehr allein aktiv. NissanGeneral Motors und der Autoteilezulieferer Continental wollen selbstlenkende Autos bis 2020 auf die Straßen bringen. Auch Ford hat bereits einen Prototyp vorgestellt. Und Tesla Motors will bis 2016 ein System entwickeln, dass 90 Prozent der üblichen Fahranforderungen erfüllt.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de, Bildquelle: Google]

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