Test: Klein, kleiner, Jawbone ERA

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"Era" heißt das neue schicke und überraschend kleine Bluetooth-Headset von Jawbone. Trotz seiner geringen Größe soll es durch seinen guten Tragekomfort und satte Klanqualität punkten. Wer glaubt, hier gebe es einen Haken, liegt nicht ganz falsch. Wir haben uns das Era für euch ins Ohr geklemmt.

Nun mal Butter bei die Fische: Wer verwendet bisweilen regelmäßig, wenn überhaupt, ein Bluetooth-Headset zum Telefonieren? Blickt man sich unterwegs um, haben sich die kleinen Geräte, welche uns beide Hände während eines Telefonats frei halten wollen, noch nicht so recht in der Masse etabliert. Vielmehr lassen sie uns an Poseure des gehobenen Business denken. Mit dem Era möchte Jawbone dieses Denken nun durchbrechen und ein kleines, smartes Headset unter die Leute bringen.

Jawbone Era: Hält und gefällt

Gerade einmal sechs Gramm wiegt das Jawbone Era, welches  abgesehen davon, durch sein kleines Format auffällt. Gerade einmal 46,6 x 21,2 x 13,0 mm ist es groß. Gehalten wird das Bluetooth-Headset von einem Silikonkissen, welches je nach Bedarf durch mitgelieferten Ersatz in zwei Größen am rechten, beziehungsweise linken Ohr getragen werden kann. Ähnlich ist diese Polsterung bereits beim Bose QuietComfort 20 gestaltet, auch wenn sie hier deutlich einfacher im Ohr zu befestigen ist. Dabei spannt sich der weiche Bogen in den Windungen der Ohrmuschel auf und bleibt dort ohne Druckgefühl sitzen. Man mag es dem Äußeren nach kaum glauben, aber selbst heftiges Kopfschütteln lässt Era nicht einmal ansatzweise aus dem Gehörgang rutschen. Aufgrund seiner Leichtigkeit bemerkt man schnell kaum noch, dass man ein Headset trägt.

Mit dem Era erhaltet ihr nebst dem Headset selbst vier verschiedene Halterungen, ein USB-Kabel und – gegen Aufpreis – ein Ladegehäuse.

In vier Designs/ Farben ist das circa 100 Dollar teure Era erhältlich: Schwarz, Silber, Rot und Anthrazit. Das uns zu Testzwecken zur Verfügung gestellte silberne Modell ist das einzige, welches sich nicht nur in der Farbe von den anderen unterscheidet. Die sonst geradlinigen Flächen verlaufen hier kreuzweise.

Simple Bedienung

Wer immer kleinere Geräte baut, muss sich zwangsläufig auch damit auseinandersetzen, wie die einfache Bedienbarkeit weiterhin gewährleistet wird. Bedingt durch die geringen Ausmaße von Era gibt es nicht viele Bedienelemente – zwei, um genau zu sein. Zum einen wäre da der Power-Schalter, sowie der größere Multifunktions-Knopf am hinteren Ende des Headsets. Mithilfte der Jawbone-App, die sich kostenlos im App-Store und Play-Store herunter laden lässt, lassen sich die einige ursprüngliche Einstellungen selbst anpassen (am Rande hilft euch die App unter anderem, das kleine Gerät mittels Tonsignal schneller zu finden. Außerdem kann die Ansagestimme geändert oder eine direkte Ansteuerung von Google Now oder Siri eingestellt werden).

In der Praxis funktioniert die Bedienung gut, wurden die Drück-Intervalle für verschiedene Befehle erst einmal verinnerlicht. Primär wird mit dem Jawbone Era telefoniert, hier reicht also ein einmaliger Druck zur Anrufannahme. Etwas weniger gefällt mir die Lautstärkeeinstellung. Haltet ihr während eines Gesprächs oder des Hörens von Musik die Taste gedrückt, schwankt die Lautstärke zwischen laut und leise hin und her. Bei gewünschter Lautstärke lasst ihr wieder los. Das klappt zwar gut, allerdings ist es womöglich für empfindsame Ohren weniger angenehm, kurzfristig die maximale Lautstärke in den Gehörgang gedröhnt zu bekommen. Persönlich fand ich diese Spitze noch erträglich.

NoiseAssassin: Attentat auf Umgebungsgeräusche

Umgebungsgeräusche stören gerade bei Headsets den Gesprächspartner sehr. Um dagegen etwas zu tun, hat sich Jawbone das NoiseCancelling-System NoiseAssassin ausgedacht. Das System filtert entsprechende Geräusche heraus. Dies geschieht mittels Digital-Mikrofonen und einem integrierten Kiefersensor. Dadurch kann Era die Stimme des Benutzers bei Bedarf der Umgebungslautstärke anpassen. Und tatsächlich ist die Sprachqualität des Gerätes in beide Kommunikationsrichtungen sehr hoch. Dass das Headset über einen anständigen Sound verfügt, beweist bereits der satte Startton, mit dem Era den Nutzer begrüßt.

Für Musik eignet es sich ebenfalls, wenn natürlich kein Vergleich mit echten Kopfhörern angestellt werden kann. Für ein paar Minuten Beschallung nebenher reicht es jedoch allemal. Nun klingt all dies, als wäre Era das Nonplusultra der Headsets. Doch so viele positive Eigenschaften es auch vorweisen kann, einen Haken hat die Sache.

Akku oder kein Akku – das ist hier die Frage

Leider zählt die Akkuleistung des Gerätes nicht zu seinen Spitzenwerten. Der Hersteller gibt eine Sprechzeit von bis zu vier Stunden an. Dieser Wert wird zwar nicht merklich unterschritten, dennoch wirken vier Stunden nicht unbedingt beeindruckend. Wer zusätzliche Power benötigt, muss sich das separat oder im Bundle erhältliche Ladegehäuse zulegen. Dieses schlägt mit 30 Dollar zum ohnehin schon nicht günstigen Headset recht teuer zu Buche. Dafür spendiert es zusätzliche sechs Stunden Sprechzeit und kann gleichzeitig mit dem Era geladen werden. Eine leuchtende Anzeige gibt dabei Auskunft über die verbliebene Leistung.

Der Zusatzakku ist durchdacht, muss aber zusätzlich erworben werden.

Der Zusatzakku ist durchdacht, muss aber zusätzlich erworben werden.

Praktisch: Das Mikrof0nteil kann einfach angesteckt und in die Schale geklappt werden. Mit einer Schlaufe ist das Duo sicher am Schlüsselbund aufbewahrt. Die gemeinsame Ladung geht dagegen schnell von der Hand. In etwas mehr als einer Stunde sind beide Geräte voll aufgeladen und startklar.

Fazit

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In Kombination mit dem Ladegehäuse hat Jawbone sehr gut abgeliefert. Sprachqualität, Tragekomfort und Design wissen zu gefallen. Vor allem der feste, aber keineswegs störende Sitz im Ohr hat mir besonders gefallen. Beim Akku ist definitiv noch etwas Luft nach oben, was den Durchschnittstelefonierer aber wenig stören dürfte. Nicht nur diejenigen, die sich hieran stören, sollten sich unbedingt das Ladegehäuse mit anschaffen. Leider wird somit der ohnehin schon nicht ganz günstige Preis weiter in die Höhe getrieben. Wer darüber hinwegsehen kann, darf ein sehr gutes Headset sein Eigen nennen.

plusPerfekte Passform/ Sehr guter Halt

plusGute Klangqualität

plusLeichtigkeit

plusFunktionsverwaltung über kostenlose App

plusminusPraktische Ladeschale…/ …die aber separat erworben werden muss.

minusAkku etwas schwach

minusHoher Preis

 

Technische Daten

Größe/ Gewicht: 46,6 x 21,2 x 13,0 mm/ 6 g
Unterstützte Profile: HFP 1.6, A2DP 1.2, AVRCP 1.4, HSP 1.2, SPP
Verbindungen: Bluetooth, Micro-USB
Akkuleistung: Bis zu vier Stunden Gesprächszeit (sechs zusätzliche mit Ladegehäuse)

Tags :
  1. Die Headset braucht keiner. Die wirken einem so daneben, so dass ich oft nicht weiss, ob er mit mir oder mit dem Headphone redet. Absolutes NoGo bei meiner Anwesenheit!

    Spielzeug für Wichtigtuer und Hyperbusinessler…

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