So löschst du dich aus Google

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Etwa zwei Wochen nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs bietet Google nun ein Formular an, mit dem man unliebsame Links, die den eigenen Namen beinhalten, aus den Suchergebnissen entfernen lassen kann. Allerdings muss man sein Vorhaben auch gut begründen können.

Wer dieses Formular ausfüllt, kann nun auf die Entfernung von Suchergebnissen hoffen, die die eigene Person diskreditieren. Über die tatsächliche Löschung entscheidet aber immer noch Google, der jeden einzelnen Fall untersuchen möchte und bei der Entscheidung „zwischen den Datenschutzrechten des Einzelnen und dem Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft und Informationsweitergabe abwägen“ will. Außerhalb Europas sind die Ergebnisse aber nach wie vor sichtbar.

Google will ermitteln, ob die Ergebnisse „veraltete Informationen“ enthalten oder „öffentliches Interesse an den Informationen besteht“. Dazu zählen auch „finanzielle Betrugsfälle, Berufsvergehen oder Amtsmissbrauch, strafrechtliche Verurteilungen oder das öffentliche Verhalten von Regierungsbeamten.“ Um einen Missbrauch des Verfahrens zu vermeiden, muss eine Kopie des „gültigen Führerscheins, Personalausweises oder eines anderen gültigen Lichtbildausweises“ zum Formular hinzugefügt werden. Mit einer entsprechenden Beglaubigung lässt sich der Antrag aber auch für andere Personen einreichen.

Google-Gegner feiern Löschpflichten der Suchmaschine.

Das sogenannte „Recht auf Vergessen im Internet“, nachdem europäische Bürger Google dazu verpflichten können, Links zu unangenehmen Dingen aus dem World Wide Web zu entfernen, bezieht sich selbstverständlich nur auf die Suchergebnisse der Suchmaschine. Die unliebsamen Inhalte werden weiterhin auf den entsprechenden Seiten existieren – sie werden nur nicht mehr so leicht gefunden, denn das EuGH-Urteil gilt für alle Suchmaschinen gleichermaßen.

Inwiefern Googles Verfahren dem Urteil des EuGH gerecht wird, könnte sich an der Zahl derer, die sich nach einer Ablehnung ihres Löschantrags mit einer Klage gegen Google wenden, ablesen. Im Prinzip ist das individuelle Abwägen Googles zu Begrüßen, schließlich darf ein System, das zuweilen als Universum aller (legalen) digitalen Inhalte verstanden wurde, nicht von heute auf morgen zu einem euphemistischen Abzug der Kultur werden, hinter dem sich Verbrechen und schwerwiegende Fehler verstecken könnten. Eine exakte Grenze zu ziehen wird aber kompliziert, denn wer hat letztendlich die umfassende Fähigkeit über eine  zweite Chance zu entscheiden?

UPDATE:
In den ersten 24 Stunden gingen bei Google Medienberichten zufolge etwa 12.000 Löschanfragen ein.

[Google, Bild: Shutterstock]

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