Setz´ dich in Szene! Dieser Algorithmus macht dir dein perfektes Bewerbungsbild

Style Transfer for Headshot Portraits   YouTube

Ein in den USA entwickelter Algorithmus überführt den Style eines Bildes auf dein eigenes Portrait. Damit lässt sich nicht nur die Farbtemperatur transportieren, sondern auch die exakte Szenerie des Lichts. In einem Video sieht man die beeindruckenden Ergebnisse.

Wissenschaftler des MIT, der Universität von Virginia und von Adobe Systems entwickelten gemeinsam den Algorithmus, mit dem man den charakteristischen Style eines Bildes auf sein eigenes Portrait legen kann. Offiziell vorgestellt wird die Entwicklung im August auf der ersten Siggraph Grafik-Konferenz.

Spätestens seit Instagram ist der “Style Transfer” ein blühendes Geschäft. Mit Siggraph wollen Yi Chang Shih, die Professoren Frédo Durand und William Freeman, Sylvain Paris von Adobe und Connelly Barnes von der Universität von Virginia den Standard solcher Style-Transfers deutlich erhöhen und vor allem für Portraits aufbereiten.

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“Die meisten bisherigen Methoden sind global. Das heißt man bestimmt globale Parameter wie Belichtungswert, Farbverschiebung oder globalen Kontrast”, sagt Shih. “Wir begannen ebenfalls mit solchen Filtern, aber stellten fest, dass sie für menschliche Gesichter nicht besonders geeignet sind. Unsere Augen sind zu sensibel bei menschlichen Gesichtern. Wir sind einfach intolerant gegenüber jedem kleinsten Fehler.”

Darum konzentrierte sich das Team auf den lokalen Transfer. Hierbei wird mittels einer Software zunächst ein Portrait identifiziert, das ähnliche Charakteristika aufweist, wie das zu bearbeitende Bild. “Dann finden wir Übereinstimmungen – wie Augen und Augen, Bart und Bart, Haut und Haut – und transferieren sie lokal”, erklärt Shih. Das Gesicht wir also in Einzelteile zerlegt, um auf die Parameter verschieden reagieren zu können. Das funktionierte auch bei Videoaufnahmen besser als bei vorheriger Technik.


[Quelle: YouTube]

Der lokale Transfer alleine reichte laut Shih aber immer noch nicht aus, um die modifizierten Fotos wirklich natürlich wirken zu lassen. Darum erweiterten sie die ganze Sache um eine Komponente, die sie “mehrskalige Abgleichung” nennen.

“Das menschliche Gesicht besteht aus Texturen verschiedener Ausmaße”, so Shih. “Wir wollen die kleinen Objekte wie Poren oder Haare [getrennt betrachtet] gleich behandeln und ebenso wollen wir die großen Objekte wie Nase, Mund oder Ausleuchtung gleich behandeln.”

Für jedes Bild generiert der Algorithmus eine Laplace-Operator-Pyramide, die die charakteristischen Merkmale der unterschiedlich großen Objekte identifizieren und anhand dessen unterschieden kann. Die Modifikationen werden dann anhand dieser Unterscheidungen durchgeführt.

Bei der Modifikation der Augen entstehen, abhängig von den Reflexionen des Lichts, gelegentlich Ergebnisse, die wie eine Verkrümmung aussehen und die Person für viele “unsympathisch” wirken lassen. Darum lässt sich das Feature für die Augen beim Prototyp auch abstellen.

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Laut Shih funktioniert die Technik am besten, wenn die beiden Bilder einigermaßen gut zusammenpassen. Ansonsten könnte so etwas “wie die Überblendung von Falten und einem Kindergesicht” entstehen. In Experimenten mit 94 Fotos, die man Flickr entnahm, soll der Algorithmus aber durchweg gute Ergebnisse erzielt haben.

“Wir wollen mit dieser Technologie eine Endkunden-App kreieren”, sagt Robert Bailey von Adobe, ehemaliger Director of Design bei Picasa. “Nirgends erhält man solch starke Stilisierungen mit dieser Art von Filter. Woanders kannst du den Kontrast erhöhen, es schmutzig aussehen lassen, aber du kannst nicht den Lichteffekt auf dem Gesicht nachträglich von Grund auf verändern.”

Sobald die App fertig ist, kann wohl ziemlich jeder Selfie im Badezimmer zu einem hervorragenden Portrait mit scheinbar professioneller Lichtsetzung aufgewertet werden. Fazit: Nie wieder teure Bewerbungsfotos.

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[MIT, Bild: Screenshot YouTube]

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