Reifensensorik von Pirelli kommt in Pkw

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Bislang hat der italienische Reifenhersteller Pirelli seinen Reifensensor nur bei Lastkraftwagen eingesetzt. Ab November möchte man laut Technology Review die Sensorik auch bei Personenkraftwagen anwenden - zunächst aber nur bei Winterreifen. Die kleine Sensorbox soll Sprit sparen und die Lebensdauer von Reifen erhöhen.

Pirelli zufolge hätten bereits nahezu alle anderen Reifenhersteller Interesse an der Technik bekundet. Bei Lkw-Tests in Brasilien stellte sich nämlich heraus, dass ein um 20 Prozent zu niedriger Reifendruck drei Prozent mehr Spritverbrauch bedeutet. Außerdem sinkt dabei laut Pirelli auch die Lebensdauer der Reifen um 25 Prozent. Bei einem Lastkraftwagen mit zwölf Reifen und 120.000 gefahrenen Kilometer im Jahr resultieren dabei Mehrkosten von 1.000 Euro für Sprit und etwa 750 Euro für neue Reifen – jährlich. Das lockt die Konkurrenz, wenngleich Pirelli noch keine konkreten Angaben zu den tatsächlich eingesparten Kosten seines Cyber-Tyre-Systems machen konnte.

Der Cyber Tyre selbst arbeitet mit einer kleinen, 14 Gramm leichten Sensorbox. Sie misst an der Reifen-Innenseite den Reifendruck sowie die Temperatur während der Fahrt. Diese Daten sendet sie per Funk ans Bordsystem und Besitzer-Handy, um zu Warnen, wenn ein zu niedriger Luftdruck den Spritverbrauch anhebt oder gar den Reifen schädigt. Mittels der kombinierten Daten lässt sich der richtige Füllstand auch bei warmen Reifen errechnen.

Der Cyber Tyre unterstützt sogar die Bremsoptimierung, so werden die Eigenschaften des Reifens auch an ABS- und ESP-Systeme weitergegeben. Zudem soll die Batterie der Sensorbox die gesamte Reifenlebensdauer halten. Pirelli denkt nun bereits über die nächste Entwicklungsstufe von Cyber Tyre nach. Demzufolge könnten zukünftige Sensoren auch die Nässe von Straßen feststellen.

Dieser Goodyear-Reifen für SUV ist ein siamesischer Zwillingsreifen.

[Matteo Ovi, Technology Review, Bild: Shutterstock]

  1. Da die Technik Pflicht in allen Autos ab 1. Nov 14 wird, verwundert es nicht das Pirelli nachzieht.
    Andere Anbieter haben das allerdings schon seit Jahren und auch neuere Gizmos anzubieten.

  2. Da kann ich mich nur anschließen. Das System ist wie alle anderen auch in den Reifen, wo soll dann also der Unteschied zu z.B. Systemen von Bosch sein?
    Das Problem bei der ganzen Sache sind doch am Ende die Kosten. Die Dinger kosten Schweine-Geld und der Reifenwechsel wird auch teurer. Die Batterie hält ein Reifenleben lang, also rechtzeitig neue drauf machen und bloß nicht länger, wer solls glauben?
    Spritverbrauch und Reifenlebensdauer wird optimiert? Wenn der Fahrer 1 mal die Woche die Reifendrücke prüft, idealerweise wenn er sowieso das Profil prüfen muss, dann gibt es KEINEN Vorteil mehr….
    Reine Abzocke und massive Autolobbyarbeit, meine Meinung…

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