Ersteindruck: Transistor ist schön kopflastig

TransistorArtwork

Eine Opernsängerin ohne Singstimme, ein mysteriöser Fremder gefangen in einem Schwert, und eine Metropole, die langsam aber sicher von einem Virus gefressen wird – das sind die Eckpfeiler, auf denen Supergiant Games neuestes Werk aufbaut. Wir haben Transistor für euch angespielt.

In Transistor geht es um Red, eine Opernsängerin der die Stimme gestohlen wurde, und die sich mit dem Transistor – einem sprechenden Schwert – auf die Suche nach den Übeltätern begibt. Die wunderschön gestaltete Science-Fiction-Metropole Cloudbank bietet den verträumt-bedrohlichen Schauplatz des Spiels, und natürlich müsst ihr im Verlauf der Geschichte nicht nur Red rächen, sondern gleichzeitig auch noch die Stadt vor dem Untergang bewahren.

Transistor wurde von Supergiant Games entwickelt, die auch für den Indie-Hit Bastion verantwortlich zeichnen. Das Spiel ähnelt seinem Vorgänger an vielen Stellen, steht aber vor allem was die Atmosphäre angeht für sich selbst und ist keinesfalls als Fortsetzung zu sehen. Das fällt nicht unbedingt nur positiv ins Gewicht – wo Bastion von der ersten Minute an mit seiner schrägen Welt und dem grandiosen Erzähler faszinierte, nahm mich Transistor erst nach einigen Stunden Spielzeit wirklich gefangen. Bis dahin ist es gar nicht so einfach, der kompliziert präsentierten Story zu folgen. Um alle Fakten zusammenzubekommen, müssen unter anderem die Fähigkeiten der Spielfigur in allen verfügbaren Kombinationen geskillt werden – erst dann werden Hintergrundinformationen zu allen Charakteren freigeschaltet. Zusätzlich sollte man unbedingt alle Terminals und Lookouts aktivieren, um möglichst viele Zusatzinformationen zu bekommen.

Transistor_Ambient

Das Kampfsystem ist gut gelungen, auch wenn das zu Anfang nicht auffällt. Die ersten Kämpfe sind nämlich so einfach, dass das Planen der Attacken im Rundenmodus überflüssig erscheint.

Spätestens im schon aus Bastion bekannten Game+ Modus werden die Begegnungen mit den Bösewichtern aber anspruchsvoll und erfordern die richtige Kombination der eigenen Fähigkeiten. Diese können entweder aktiv auf Funktionstasten belegt, oder in Upgrade- und Passivslots eingesetzt werden.

Wirklich nervig ist das Save-System. Da das Spiel freies Speichern nicht zulässt, müssen Abschnitte des Öfteren wiederholt werden. Wer am Vorabend nicht die Zeit hatte, bis zum nächsten Checkpoint zu spielen, hat Pech gehabt. Das ist im Zeitalter des Autosaves leider wieder modern, hätte aber auch besser gelöst werden können, zum Beispiel mit einem „Save+Quit“ Befehl, der anders als der Autosave auch außerhalb festgesetzter Punkte speichert.


[Youtube: Transistor – Launch Trailer]

Der Soundtrack ist dafür richtig gut geworden. Interessierte können sich alle Tracks kostenlos auf Spotify anhören. Ein toller Einfall: Im Spiel hält Red auf Knopfdruck inne, summt Vokalpassagen zur Hintergrundmusik, und verwandelt so die verlassenen Gehsteige von Cloudbank auch ohne Singstimme jederzeit in eine Bühne.

Zum Spielen nutzt ihr Maus + Tastatur oder Gamepad, beide Eingabemöglichkeiten funktionierten im Test tadellos. Überhaupt sind am Release relativ wenige Bugs zu bemäkeln, und die wenigen konfigurationsbezogenen Probleme wurden von den Entwicklern recht zügig per Update behoben.

Transistor_Sonnenaufgang

Fazit

Transistor lohnt sich definitiv, auch wenn es nicht mehr so  überraschen und faszinieren kann wie seinerzeit Bastion. Beim Anspielen beeindruckten vor allem Atmosphäre, Kampfsystem und die verzwickt präsentierte Geschichte. Letztere ist gleichzeitig auch die größte Schwäche des Spiels – wer hier nicht am Ball bleibt, wird von der streckenweise arg verkopften Erzählweise schnell genervt. Wer damit leben kann, und außerdem Lust auf originelle Einfälle um ein ordentliches Kampfsystem hat, wird mit Transistor seinen Spaß haben.

Alle Bilder: [Supergiant Games]

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