So funktioniert die Torlinientechnik der Fußball-WM 2014

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Die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft ist nur noch eine Woche entfernt, darum wollen wir heute die Torlinientechnik vorstellen. Während man sich in der Bundesliga noch nicht zu einer technologischen Unterstützung des Schiedsrichters bei Torentscheidungen durchringen konnte, wird sie heuer zum ersten Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft eingesetzt. Den Chip im Ball sucht man aber vergeblich.

Im Februar 2013 hatte Joseph Blatter, mittlerweile umstrittener Präsident der FIFA, die Entscheidung bekanntgegeben. So wird in allen zwölf brasilianischen WM-Stadien unterstützende Torlinientechnologie zum Einsatz kommen. Einen Monat später setzte sich das deutsche Unternehmen GoalControl aus Würselen gegen sieben weitere Mitbewerber um den Einsatz deren Technik durch.

GoalControl-4D arbeitet mit 14 Hochgeschwindigkeitskameras, von denen je sieben auf eines der beiden Tore ausgerichtet sind. Sie erstellen ein Echtzeit-3D-Modell der Situation und erkennen automatisch, wenn der Ball hinter der Linie ist. Dann wird der Schiedsrichter auf seiner Uhr benachrichtigt – soll aber nach wie vor selbst über das Tor entscheiden dürfen.

[Quelle: YouTube]
Beim Eröffnungsspiel des Confed-Cup 2013 zwischen Brasilien und Japan (3:0) feierte die Technik offizielle Premiere. Damals wurde GoalControl-4D noch zusammen mit GoalRef verwendet. Bei GoalRef erzeugen Antennen hinter den Pfosten ein Magnetfeld, das vom Ball, in dem sich eine Spule befindet, gestört wird. Anhand dieser Beeinflussung kann die Position des Balles bestimmt und über die Gültigkeit des Treffers entschieden werden – unabhängig von Wetter und Sichtverdeckung. Dafür muss aber jeder Ball eine Spule besitzen.

Wie diesem Video zu entnehmen ist, wurde auch schon bei der Klub-WM 2012 in Japan Torlinientechnik eingesetzt. Zwei Jahre zuvor, beim 4:1 der deutschen Elf gegen England, war laut Blatter der entscheidende Moment, der die Meinung der FIFA zur Torlinientechnik kippte. Damals war ein Schuss der Engländer von der Latte hinter die Linie und wieder aus dem Tor gesprungen. Was wohl jeder Zuschauer sah, blieb dem Schiedsrichter verwehrt.

Wir sind schon ziemlich gespannt, ob die neue Technik bei der Weltmeisterschaft ab nächster Woche die Torentscheidung beeinflussen wird. Die Stimmung wird sie uns aber nicht versauen, dafür sorgen schon Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA und teure, kurzsichtige Stadionpläne auf den Rücken der brasilianischen Bevölkerung.

[Bild: GoalControl]

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