Mario Kart 8: Der Pflichttitel hält seine Versprechen [Test]

MK8Gizrank

Am 30. Mai erschien das von vielen sehnlichst erwartete Mario Kart 8. Mit dem Funracer zog Nintendo alle Register, um die schwächelnde Wii U endlich an den Mann zu bringen. So viel vorab: Zwar hat der Titel den ein oder anderen (meist unwesentlichen) Kritikpunkt, doch ist er definitiv das geworden, was er sein sollte - ein Kaufgrund für die Wii U. Wir haben uns ins Kart gesetzt und getestet.

Die Temperaturen klettern nach oben und ihr sitzt doch nur drinnen? Der einzig vernünftige Grund dafür dürfte derzeit neben der Angst vor einem Sonnenbrand Mario Kart 8 sein. Seit einer Woche bekriegen sich Menschen rund um den Globus wieder mit schwerem Geschütz wie Schildkrötenpanzern, Bananen und Bumerangs, nur um eines zu erreichen: Den ersten Platz wie Ruhm und Ehre. Trotz einiger Neuerungen geht Nintendo keine größeren Experimente ein. Und das ist gar nicht einmal schlecht. Die Serie nutzt sich einfach nicht so schnell ab, sodass mit jedem neuen Ableger eine Frischzellenkur in Maßen ausreicht.

Mario Kart 8: Was ist schon Schwerkraft?

Das auffälligste neue Feature ist die Fähigkeit mit den Fahrzeugen in bestimmten Streckenabschnitten die Schwerkraft auszuhebeln. Überfahrt ihr ein blaues Feld, drehen sich die Reifen und ihr schwebt wenige Zentimeter über der Oberfläche an Wänden und der Decke, sogar Wasserfälle hinauf. Was verwirrend klingt, fügt sich überraschend unaufdringlich in das Gameplay ein. Dank sich meist mitdrehender Kamera müsst ihr nie den Kopf verdrehen, um noch in die richtige Richtung zu lenken. Die erste Wandfahrt wird womöglich noch von Schlangenlinien gekennzeichnet sein, doch später habt ihr diese Abschnitte genauso gut im Griff wie bisher. Dennoch ist es witzig anzusehen, wie eure Konkurrenten auf einer alternativen Route über euch fahren oder die Welt Kopf steht.

Während ihr an Wänden fahrt, könnt ihr oftmals Gefahren aus dem Weg gehen.

Die nun waagerecht stehenden Reifen bieten außerdem eine neue Möglichkeit, sich einen zusätzlichen, vorübergehenden Boost zu verschaffen. Rammt ihr Gegner oder streift rotierende Gegenstände auf der Straße, dreht sich das Gefährt, bevor ihr dem Fahrer hinter euch Abgase ins Gesicht blast. Insgesamt macht das Anti-Schwerkrafts-Prinzip viel Spaß, ohne die Spielmechanik groß zu verändern. Erfreulich ist außerdem, dass die Cups mit diesem nicht vollkommen überladen wurden. Gerade die 16 recycelten Strecken aus früheren Serienablegern wurden nur an sinnvollen Stellen um Gravitations-Abschnitte erweitert.

Alles neu macht die Hupe

Mit Mario Kart 8 fliegt auch ein neuer Schwung Items über den Asphalt und sorgt für Terror. Und was dabei ganz entscheidend ist: Das Item-System wurde dadurch spürbar ausbalanciert. Die in Mario Kart 7 wieder eingeführten Münzen liegen nicht mehr nur noch herum, sondern können auch nach dem Durchfahren einer ?-Box erscheinen. Ihr unmittelbarer Nutzen ist recht gering: Mit jedem Groschen wird die Geschwindigkeit kaum spürbar erhöht. Wer fleißig Sammelt, schaltet nach und nach neue Fahrzeugteile frei. Außerdem ersetzen sie die Banane als häufigstes Item für den Erstplatzierten, sodass dieser oftmals schutzlos darauf hoffen muss, sich bald wieder verteidigen zu können.

Mario Kart 8

Die Piranha-Pflanze zählt zu den neuen Items von Mario Kart 8. Einmal Weg-Freiräumen, bitte!

Spannender steht es um die Bumerangblume: Sie lässt euch drei Mal einen Bumerang noch vorne oder hinten werfen und trifft mit etwas Zielwasser gleich mehrere Gegner auf einmal. Die Piranha-Pflanze hingegen macht es sich vor eurem Kart/ Motorrad gemütlich und schnappt nach allem, was in Reichweite ist – Widersacher, Münzen, Bananen. Nichts entgeht ihr. Außerdem verleiht jedes Hervorschnellen dem Fahrzeug einen leichten Schub.

Zu guter Letzt der wohl gravierendste Eingriff in das Item Balancing. Die so genannte Superhupe macht Mario Kart 8 fairer als je zuvor. Bisher lies sich jede Waffe des Funracers nach dem Schere-Stein-Papier-Vorgehen mit einem anderen Gegenstand effektiv abwehren. Alle bis auf einen: Der blaue Stachi-Panzer. Das verhasste Item verfolgte gnadenlos den ersten Platz um dort zu explodieren. Gerade in Mario Kart Wii machte es dieser Panzer äußerst schwierig, eine Drei-Sterne-Wertung in den 150 cc-Cups zu erlangen, da die Konsole ihn als erstes Mittel der Wahl nahm, um zu gute Fahrer auszubremsen. Die Superhupe macht dem ein Ende. Wer sie aktiviert, verbreitet eine Schallwelle, die alle Gegner in der Nähe ausbremst und, das ist am wichtigsten, den Stachi-Panzer abwehren kann, wenn er bedrohlich über euch kreist. Nun könnte man meinen: “Toll, dann habe ich Online ja erst recht keine Chance gegen einen starken Konkurrenten zu gewinnen!” Das ist jedoch falsch. Nintendo hat sich bei der Sache etwas gedacht und spendiert dem Führenden nur recht selten die olle Tröte. Zumal ein Blitz allen Fahrern die Items nimmt.

Nach exzessivem Fahren kann ich sagen, dass die Superhupe oft genug erscheint, um auch einmal das Glücksgefühl bei erfolgreicher Abwehr zu verspüren, aber selten genug, um dem Ersten nicht einen unfairen Vorteil zu verschaffen. Trotz allem geht es auf der Piste nicht weniger chaotisch her. Es ist übrigens nicht mehr möglich, ein Item hinter sich herzuziehen, während ihr ein zweites aufsammelt. Auch das bricht die Allmachtsstellung eines übermächtigen Gegners.

Von allem das beste

Mario Kart 8 vereint von allen bisherigen Serienablegern die besten Eigenschaften. Unmittelbar aus den Vorgängerteilen auf Wii und 3DS haben es die Bikes, Gleitschirme und Unterwasserfahrten in das aktuelle Spiel geschafft. Schön ist es auch wieder anzuschauen, wie euer Fahrer Items in der Hand hält, wie es einst in Double Dash!! der Fall war. Hinzu kommen bereits erwähnte Münzen aus Super Mario Kart (SNES) ,welche überall verstreut liegen. Mit ihnen schaltet ihr in gewissen Abständen neue Fahrzeuge, Reifen und Gleitschirme frei, die über unterschiedliche Eigenschaften in Handling, Haftung oder Geschwindigkeit verfügen. All das macht Mario Kart 8 sehr rund und vielfältig und schlussendlich vielleicht sogar zum besten Teil der Serie.

Mario Kart 8

Zu Land, zu Luft oder zu Wasser. Durch die verschiedenen Fortbewegungsarten sind unglaublich kreative Streckengestaltungen möglich.

Steuerung

In Sachen Steuerung lässt euch Nintendo nahezu alle Türen offen: Egal ob ihr mit dem Wii U GamePad, GamePad Pro, der Wii Remote alleine oder mit Nunchuck oder mit dem Wii Pro Controller fahren wollt, bleibt euch überlassen. Vergleichsweise wenige Knöpfe für Gas, Bremsen, Item-Abwerfen, Driften und umsehen benötigt man, sodass auch Anfänger leicht einsteigen sollten. Noch intuitiver und anfängerfreundlicher ist natürlich die Bewegungssteuerung, bei der das Wii U GamePad oder die waagerecht gehaltene Wii-Remote als Lenkrad-Ersatz dienen. Zusätzlich lassen sich auf dem GamePad-Bildschirm eine (nutzlose) Hupe aktivieren, eine übersichtliche Karte oder das komplette Spielgeschehen darstellen. Allerdings fällt es schwer, einen Blick auf die Karte zu werfen, um etwa zu sehen, wie dicht euch die Konkurrenz auf den Fersen ist, da das Spielgeschehen viel zu kurvenreich und hektisch ist, um derart weit Fernseher weg zu blicken. Das funktionierte auf dem 3DS aufgrund der dichteren Nähe der Bildschirme besser. Hier behielt man die Strecke zumindest im peripheren Blickfeld. Die Steuerungsübertragung insgesamt funktioniert äußerst präzise und hinterlässt angesichts der Vielfalt der Controller-Auswahl einen super Eindruck.

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