Dell Venue 11 Pro – solides Tablet mit wenig Macken

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Mit dem Tablet professionell unterwegs arbeiten - diese Idee vertrat lange Zeit das Windows Surface. Doch auch Dell will nun den Markt der Business-Tablets für sich beanspruchen. Mit dem ausgereiften Dell Venue 11 Pro könnte das sogar gelingen.

Wir haben schon ziemlich viele Tablets gesehen, darunter natürlich hervorragende Modelle und weniger glückliche Produkte. Doch der Dell Venue 11 Pro konnte uns in fast keiner Hinsicht enttäuschen. Wir haben uns die mobile Arbeitsstation für euch einmal näher angesehen.

Die Hardware des Dell Venue 11 Pro

Für unseren Testbericht hat uns Dell das Venue 11 Pro 7130 gesendet. Das Tablet stellt grundsätzlich die high-end Variante der Venue 11 Pro Serie dar. Dementsprechend verfügt unser Testgerät über einen Intel Core i5 Prozessor mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 256 Gigabyte großen SSD.

venueDas Display des Venue 11 Pro kann sich mit 10,8 Zoll sehen lassen. Alle Icons sind schön groß und lassen sich sogar in der Desktop-Variante angenehm auswählen – was bei Windows-Tablets wirklich nicht selbstverständlich ist. Dell zufolge löst das Display mit 1920 mal 1080 Pixel auf. Verbaut wurde zudem ein IPS-Panel mit kapazitivem Touchscreen. Alles in allem haben wir es daher mit einem guten Display zu tun. Leider stößt dieses allerdings in puncto Helligkeit an seine Grenzen und spiegelt daher auch etwas bei Lichteinfall.

Das Gehäuse

venueBeim Gehäuse des Venue 11 Pro konnten wir uns leider nicht mit jedem Detail zufrieden geben. Mit dem ersten Blick auf das Tablet erkennt man zunächst den standardisierten Windows-Button unten und eine kleine Kameralinse oben. Sobald man das Tablet aber in die Hand nimmt, erkennt man Unterschiede zu den Konkurrenten. Größter Unterschied hierbei: Wir haben es mit einem Plastikgehäuse zu tun. Das ist zwar nicht wirklich schlecht, lässt sich aber einfach weniger schön anfassen als etwa ein Surface Pro oder ein Sony Xperia Z. Zudem befindet sich auf der Rückseite ein abnehmbares Backcover, welches einfach keinem Standard entspricht. Das liegt daran, dass es sich mit den Fingern etwas eindrücken lässt und sich bei leichtem Klopfen auf die Rückseite hohl anhört.

venueDoch dabei kann man das abnehmbare Backcover auf der anderen Seite schon fast zu den Highlights des Dell Venue 11 Pro zählen. Denn darunter verbirgt sich die Hardware. Dell erlaubt seinen Kunden dadurch einen direkten Zugriff auf die Hardware. So können Akku, Grafikkarte, Speicherkarte und Co. quasi nach belieben ausgetauscht werden – ein ziemlich einzigartiges Feature bei Tablets.

Buttons und Eingänge

Auch hier unterscheidet sich das Dell Venue 11 Pro nicht merklich von der Windows-Konkurrenz. Ein Power-Button und ein Regler für die Lautstärke machen neben dem „Home-Button“ alle verfügbaren Knöpfe aus.

venueBei den Eingängen lassen sich auf der linken Seite ein USB 3.0 Port und auf der rechten Seite ein mini-HDMI-Port, ein micro-USB-Anschluss und ein Eingang für SD-Karten finden. Auf der Unterseite befindet sich zudem noch der Dockingport. Über diesen lassen sich dann beispielsweise Keyboardcover anheften. Der Eingang für SD-Karten weist hierbei noch eine kleine Besonderheit auf, denn er wird durch eine Abdeckung geschützt, welche man beispielsweise von Apples iPhone kennt. Diese lässt sich lediglich mit einer Nadel öffnen. Ob wir das nun gut finden, können wir nicht ganz klar sagen. Einerseits wird der Slot wahrscheinlich länger halten und damit auch das Venue 11 Pro. Andererseits benötigt man den SD-Karten Eingang in der Regel relativ häufig, sodass eine Abdeckung irgendwann nerven kann. Unser Tipp daher: Wer viel mit Fotos arbeitet, sollte die Abdeckung einfach weglassen.
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Eine ungewöhnlich gute Rückkamera

Das Dell Venue 11 Pro verfügt über eine Rückkamera mit 8 Megapixel. Und damit kann man wirklich etwas anfangen. Denn solange man die Belichtung etwas niedriger einstellt, um Bildrauschen zu vermeiden, können mit der Rückkamera erstaunlich gute Ergebnisse erreicht werden.

Foto mit der Rückkamera des Dell Venue 11 Pro

Foto mit der Rückkamera des Dell Venue 11 Pro

Hierbei können die meisten Konkurrenten wohl nicht mithalten, denn unseren bisherigen Erfahrungen nach kann man die Kamera eines Tablets im Normalfall nicht nutzen.

Die Frontkamera mit 2 Megapixel kommt dann dem gewohnten Tablet-Standard wieder gleich. Dabei kann die Frontkamera lediglich für verwaschene Selfies oder schnelle Videotelefonate herhalten.

Betriebssystem und Programme

Das Dell Venue 11 Pro läuft mit der aktuellen Version von Windows 8.1 Pro und lässt sich wie gewohnt über Kacheln oder den Desktop bedienen. Anders als bei vielen Konkurrenz-Tablet hat Dell jedoch kaum Programme vorinstalliert. Lediglich eine Handvoll wie etwa die „Dell Backup and Recovery“ oder ein Launcher für Office 360 kommen beim Neukauf auf das Tablet. Weitere Software muss dann hinzugekauft werden. Eigentlich ist das aber auch nicht weiter störend, denn so verzichtet Dell zumindest darauf weiter unnötige Apps wie Newsportale von „BILD“, Reiseveranstalter und Co. vorzuinstallieren.

Fazit zum Dell Venue 11 Pro

Das Dell Venue 11 Pro liegt mit aktuell etwa 749 Euro deutlich unter den Preisen der Vergleichsprodukte. Und das stellt den Hauptgrund für einen Kauf dar, denn eine i5 Performance auf einem Tablet für unter 800 Euro ist eine tolle Sache. Wer noch weniger ausgeben möchte und sich auch mit einem Intel Core i3 oder Atom Prozessor zufrieden geben könnte, der findet das Venue 11 Pro sogar schon für 529 Euro online.

venueKeyboardcover und Active Stylus (präziser Touchpen mit druckempfindlicher Spitze) sollten gegen Aufpreis gekauft werden. Und auch Microsoft Word, Powerpoit und Excel müssen im Preis einberechnet werden. Doch selbst dann lohnt sich der Kauf eines Venue 11 Pro noch immer – finden wir.

Abstriche müssen aber bei der Verarbeitung des Gehäuses und dem Booten aus dem Standby gemacht werden. Das Gehäuse entspricht einfach nicht seiner Preisklasse und wirkt billig. Und wer sein Venue 11 Pro aus dem Standby bootet oder sonstige Programme öffnet, muss mit einer Verzögerung von bis zu fünf Sekunden rechnen. Bei der integrierten Hardware in der Top-Ausstattung finden wir das zu langsam.

Dafür kann das Dell Venue 11 Pro mit einer verhältnismäßig tollen Rückkamera punkten. Und das abnehmbare Backcover und die damit verbundene Möglichkeit selbstständig an der Hardware herumzubasteln, ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Hier zeigt Dell volle Nutzerfreundlichkeit.

Also, kaufen oder nicht kaufen? Es kommt natürlich auf den Kunden an. Wer ein solides Arbeits-Tablet mit guter Hardware und großem Display für relativ wenig Geld will, ist beim Dell Venue 11 Pro goldrichtig. Wem 300 Euro oder mehr aber egal sind und lieber auf hervorragend verarbeitete Gehäuse steht, der sollte sich beim Surface Pro 2 oder Pro 3 umsehen.

Windows- und Android-Nutzer, die auf Portabilität setzen und auf das Geld schauen müssen, sollten den Dell Venue 11 Pro kaufen.

plus relativ günstiger Preis

plus auswechselbare Hardware

plus sehr gute Hardware in der teuersten Ausstattung

plus gute Rückkamera

minus kein hochwertiges Gehäuse

minus minderwertiges Backcover

Alle Preise und Details der anderen Venue 11 Pro Modelle findest du hier.

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