7TV – Alle Antworten zur neuen App von ProSiebenSat.1 im Interview

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Seit Ende Mai ist die neue App von ProSiebenSat.1 in den Stores von Apple und Google. Sie beinhaltet eine Mediathek und - gegen Bezahlung - auch den Livestream seiner Free-TV-Sender. Rund um die App haben sich noch einige Fragen aufgetan, die wir in einem Interview mit Markan Karajica, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von ProSiebenSat.1 Digital, klären konnten.

Seit dem 26. Mai ist die 7TV-App von ProSiebenSat.1 im Google Play Store und Apples App Store erhältlich. Nach und nach werden Neuerungen und Erweiterungen in die Anwendung integriert, so auch die Verfügbarkeit in den einzelnen Stores. Am 02.06. startete zum Beispiel die Windows-App für Desktop-Computer und Tablets.

Für Smartphones mit Betriebssystemen von Microsoft soll laut Karajica in Kürze ebenfalls die entsprechende Version verfügbar sein. Zudem wird die viel gewünschte Chromecast-Unterstützung demnächst Einzug in 7TV halten. Ein genaueres Datum sei „noch nicht spruchreif“.

Google Chromecast: Alle Vor- und Nachteile.

Wer sich Pro7 Maxx und Sat.1 Gold wünscht, wird in acht bis zehn Wochen auch die beiden jüngsten Sender des Unternehmens in der Mediathek finden. Österreich und die Schweiz sollen bis Ende des Jahres in die Vorzüge von 7TV kommen.

Auch bei den Personalisierungsfeatures wie „Favoriten“, „History-Line“ oder „Später ansehen“ wird sich noch einiges tun. So wird man beispielsweise informiert, wenn neue Folgen der Lieblingsserie online sind.

Sind all diese Arbeiten abgeschlossen, kann sich Markan Karajica auch vorstellen,  unter Umständen eine exklusive Nutzerintegration mit 7TV ins TV-Angebot, ähnlich wie bei „Keep Your Light Shining“ oder dem „Quiz-Duell“ der ARD, zu starten. Das ist aber erst „der zweite Schritt“. Zurzeit ist man noch „am Anfang mit der Mediathek und dem Streaming-Angebot“.

Versprechen wollte der Vorsitzende der Geschäftsführung von ProSiebenSat.1 Digital aber noch nichts, schließlich gilt es bei solchen Projekten auch die technische Komplexität zu stemmen und einige Herausforderungen zu überwinden. Karajica ließ auch die Probleme beim Quiz-Duell nicht unerwähnt.

Das restliche Interview mit Markan Karajica mit Fragen zum angebotenen Content und Werbeschaltungen gibt es hier zum Nachlesen.

[Markan Karajica, Vorsitzender der Geschäftsführung der ProSiebenSat.1 Media AG]

[Markan Karajica, Vorsitzender der Geschäftsführung von ProSiebenSat.1 Digital]

Leider fehlen aus rechtlichen Gründen noch ein paar Serien. [Beispielsweise Navy CIS oder Die Simpsons, Anm. d. Red.]

M. Karajica: „Ja, das stimmt. Wir haben mit diversen Studios Lizenz-Vereinbarungen getroffen, mit den anderen sprechen wir, damit wir möglichst zeitig nachziehen können.“

Gibt es da auch Ausnahmen, bei denen Sie die Rechte zu den Serien nicht bekommen werden?

„Ja, es gibt leider immer Ausnahmen, das wird nicht ausbleiben. Aber wenn ich sie jetzt schon nenne, dann hat das etwas von einer negativen Prophezeiung, deswegen halte ich mich nochmal zurück mit negativen Voraussagen (lacht). Aber realistisch gesehen kann das schon mal die ein oder andere Serie sein, die für die Catch-Up-Ausstrahlung geblockt ist. Wir versuchen natürlich unseren Usern ein möglichst großes Entertainment-Angebot anzubieten. Deshalb haben wir aktuell auch den Fokus darauf, in Gespräche zu treten und die Rechte zu klären.“

Der größte Haken ist aber, dass der Livestream 2,99 Euro monatlich kostet.

„Das würde ich jetzt nicht als „Haken“ bezeichnen. Schließlich ermöglicht unsere App mit Video-on-Demand und Live-TV beide Nutzungsszenarien. Die Kosten sind für uns eher eine technische Gebühr. Das zur Verfügung stellen des linearen Signals ist relativ aufwendig und wir denken, dass 2,99 Euro ein fairer Preispunkt für unsere sechs Sender ist. Zudem haben wir ja eine einmonatige Testperiode, in der User das Angebot erstmal gratis ausprobieren können, wie geschmeidig der Übergang vom Video-on-Demand zum Livestream ist.“

Der Anbieter Magine ist aber kostenlos und beinhaltet zudem mehr Sender, das ist natürlich ein Vorteil.

„Ja, das ist richtig. Aber auch Magine benötigt ein wirtschaftlich tragfähiges Finanzierungsmodell.“

Vor ein paar Wochen war Mattias Hjemlstedt, der CEO von Magine, bei uns zu Gast. Er hat gesagt, dass es das Ziel sei, Magine kostenlos zu belassen.

„Echt?“

Ja. Aber natürlich ist es offen, ob die geplante Finanzierung von Magine, die sich an wenigen kostenpflichtigen Kindersendern orientiert, aufgeht.

„Ich stecke natürlich nicht im Business-Plan und den Kalkulationsmodellen der Kollegen und möchte mich an Spekulationen auch nicht beteiligen.“

Wie viele Leute werden nach Ihrer Einschätzung die drei Euro monatlich zahlen?

„Wir haben natürlich unsere eigene Planung gemacht und gerechnet, was uns die App und das Streaming der Programme kostet. […] Unser Ziel ist es, die Conversion hinzubekommen und die Zuschauer von unserem einmaligen Livestream-Angebot zu überzeugen. Wir werden sehen, wie gut das funktioniert. Am Ende wird es davon abhängen, ob die Leute das Produkt gut finden und ob sie diesen Mix aus Video-on-Demand und Live-TV, der in seiner Kombination sehr bequem ist, überzeugend finden. Die erste Resonanz ist schon mal sehr vielversprechend. Wir haben unsere Kalkulation gemacht und am Ende ist das Produkt entscheidend.“

Wird auch ran übertragen?

„Wir werden ran übertragen, wenn wir beispielsweise die UEFA Europa League auf kabel eins oder Boxen in Sat.1 haben. Ran ist eine Marke, die breit positioniert und zwischen den Sendern angesiedelt ist. Wir haben das Angebot noch nicht als durchgehenden Livestream, aber die Inhalte, die wir haben, wollen wir in der App vertiefen. Perspektivisch können wir uns neben Boxen und der UEFA Europa League auch Tennis vorstellen.“

Wird ansonsten noch Werbung hinzugeschaltet?

„Auch das werden wir so langsam hochfahren. Das ganze ist eine kostenlose Mediathek und wird schließlich durch Werbung finanziert. Es wird nach und nach auch Pre-Rolls, Mid-Rolls und den normalen Werbeblock geben, damit die App für Nutzer auch kostenlos bleiben kann.“

Sie haben eingangs mal erwähnt, dass 7TV die größte Mediathek sei, beziehungsweise werden soll. Ist sie das schon?

„Ich glaube, sie ist es jetzt schon, wenn man mal durchzählt welchen Content wir haben. Verglichen mit den anderen deutschen TV-Sendern, die ja alle eine „Ein-Brand-Strategie“ fahren haben wir natürlich einen großen Vorteil: Wir bieten die Fernsehinhalte aller sechs Sender in nur einer Mediathek an und erweitern zudem unsere App sukzessive mit neuem Content. Wir betrachten uns mit der 7TV App als Vorreiter und werden dafür sorgen, unseren Zuschauern auch zukünftig die größte kostenlose Mediathek Deutschlands anzubieten.“

Herr Karajica, herzlichen Dank für das nette Gespräch.

Erste Eindrücke vom kostenlosen TV-Streamer Magine.

[Bilder: ProSiebenSat.1]

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  1. Ich finde diese App sehr klasse. Man kann die Serien nachträglich schauen, wenn man keine Zeit hatte diese im Fernsehen zu sehen. Jedoch vermisse ich die Serie Vampira Diaries. Wird diese auch noch hinzugefügt werden?

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