Anonymous hackt sich in WM-Form

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Die Hackergruppe Anonymous greift, wie bereits Ende Mai angekündigt, die Internetauftritte zahlreicher WM-Sponsoren und brasilianischer Behörden an. In einem Video veröffentlichte man seine Intention, doch nicht alle WM-Proteste waren illegal.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, legte Anonymous unter anderem die Webseiten von Hyundai und Emirates lahm. Darüber hinaus waren auch die Seite des brasilianischen Geheimdienstes, des Justizministeriums sowie der Bank of Brazil kurzzeitig nicht erreichbar.

Anonymous beschreibt die Aktion mit dem Namen „Open Hacking Cup“ und twittert unter dem Hashtag #ophackcup. Folgendes Video wurde von dem Hacker-Kollektiv veröffentlicht, um den „Open Hacking Cup“ zu begründen. Dabei vertritt Anonymous die Ansicht, dass verschwenderische Ausgaben für die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien in keinem Verhältnis zu dem stehe, was vonseiten der Regierung für die grundlegenden Bedürfnisse der Bevölkerung in die Hand genommen werde.


[Quelle: YouTube]

Um mit dieser ohnehin populären Meinung weiter anzuecken, veröffentlichte Anonymous laut Zeit Online eine Liste mit über 60 weiteren Angriffszielen. Darunter auch WM-Hauptsponsoren wie Adidas, Budweiser, Coca-Cola oder Sony. Sie sollen, wie auch Hyundai oder die brasilianischen Behörden, mittels DDOS-Attacken kurzzeitig ihres Internetauftrittes beraubt werden.

[Bild: Cyberwarzone]

[Bildquelle: Cyberwarzone]

Bei DDOS-Angriffen versucht man die Server mit Anfragen zu überhäufen und überfordern. Das geschieht häufig, auch bei Anonymous, über Botnetze, also mit Trojanern infizierte Rechner, die dann automatisch die entsprechenden Anfragen an die Server verschicken, um sie unter der Last zusammenbrechen zu lassen. Die Internetseite ist dann für einen unbestimmten Zeitraum nicht mehr erreichbar. Im Falle des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso war die Webseite aber lediglich für eine halbe Stunde nicht verfügbar, so Daniele Cunha, Sprecher der dortigen Lokalregierung, gegenüber Reuters.

Sportliche Großereignisse sind schon länger beliebte Ziele für Hacker. Aufgrund der damit verbundenen Aufmerksamkeit nahmen Cyberkriminelle zum Beispiel auch die Winterolympiade in Vancouver 2010 und die Olympischen Sommerspiele in London 2012 ins Visier.

Bei der Fußball-WM 2014 litten bislang aber nicht nur Internetauftritte. Zuvor veröffentlichte Anonymous 333 Dokumente aus dem brasilianischen Außenministerium, die Gesprächsprotokolle zwischen brasilianischen Offiziellen und dem US-Vizepräsident Joe Biden beinhalteten. Einem Mitarbeiter des Außenministeriums zufolge hackte Anonymous hierfür 55 E-Mail-Accounts.

So manche subversive Aktivität tritt aber deutlich weniger offensichtlich und aggressiv ein. Unter anderem nutzte Anonymous das Hashtag #becausefutbol, unter dem eigentlich Hyundai eine Marketing-Kampagne laufen hat. Anonymous kritisierte unter #becausefutbol Menschenhandel, Prostitution oder auch Polizeigewalt während der Weltmeisterschaft.

[Via Reuters, Bild: Shutterstock]

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