eco: Mobile Revolution klappt nicht überall

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Marktversagen attestiert der Eco–Verband vielen zahlreichen vermeintlichen Trends im Mobilfunkmarkt. Schuld sind nicht nur die Hersteller sondern auch die Provider, die innovative Lösungen durch zu hohe Kosten verhindern, so der Verband.

Viele mobile Hypertrends haben sich als Rohrkrepierer entpuppt“, erklärt Dr. Bettina Horster von der Vivai Software AG und Direktorin Mobile im Eco-Verband. Auf der Flopliste des Verbandes stehen Bezahlen mit dem Handy, mobile Werbung, neue mobile Gerätekategorien wie Uhren und Brillen mit Internetverbindung (Smart Watches, Smart Glasses), die Steuerung der häuslichen Geräte per Smartphones (Smart Home), Abhörsicherheit und der Virenschutz mobiler Geräte sowie Geschäftsmodelle für die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M). „Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass sich der eine oder andere Totgesagte noch wie Phönix aus der Asche erheben wird“, räumt die Mobile-Expertin des Verbandes ein.

Handys sind allerdings eine einmalige Erfolgsgeschichte. Mittlerweile besitzen vier Milliarden Menschen ein Mobiltelefon – mehr als eine Zahnbürste haben (3,8 Milliarden). Viermal mehr Menschen verfügen über ein Handy als über einen PC. „Mobile in der Kombination aus Smartphone, ständiger Internetverbindung und Apps ist Emotion pur. Persönliche Momente mit anderen teilen, sich als Teil einer Gruppe fühlen – das Spektrum der emotionalen Kommunikation über mobile Geräte ist breiter als je zuvor bei irgendeiner anderen Technologie“, so Horster.
Viele M2M-Geschäftsmodelle scheitern an mangelnder Wirtschaftlichkeit.

Häufig sind es vermeintliche Kleinigkeiten, die den Erfolg ganzer Trends verhindern“, sagt die Mobile-Expertin. Sie nennt beispielhaft den mangelnden Durchbruch in der Industrie. „Viele M2M-Geschäftsmodelle sind schlichtweg nicht wirtschaftlich, weil die Roaming-Kosten durch die Betreiber der Mobilfunknetze unkalkulierbar sind. Wenn ein Hersteller 20.000 Maschinen mit 50 Sensoren weltweit verkauft, sprengen die Kosten allein für die grenzübergreifende Datenkommunikation jegliches Budget“, gibt Dr. Bettina Horster ein konkretes Beispiel und fordert: „Die Netzbetreiber müssen endlich aufhören, die SIM-Karte als Faustpfand zu verwenden und damit die globale Maschinenvernetzung zu verhindern!“

Bild: Shutterstock

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  1. Hier einige Gründe die den Durchbruch der eingangs erwähnten Technologien gebremst haben:
    – Bezahlen mit dem Handy bedeutet den Provider als kostenpflichtigen Dienstleister in der Transaktion zu dulden. Dazu kann dieser auch noch jede Transaktion überwachen. Sobald das Telefon geklaut wurde kann nicht mehr bezahlt werden. Einfach eine unnötige zusätzliche Gefahrenquelle in vielerlei Hinsicht.
    – Mobile Werbung nervt halt genau so wie jede andere Form der Werbung.
    – neue mobile Gerätekategorien wie
    — Smart Watches sind nicht besonders praktisch. Noch kleinere Displays, noch geringere Akkulaufzeit oder nur funktionsfähig mit einem Smartphone. Dann habe ich zwei Geräte am Körper und trotzdem nur die Funktionen eines Gerätes aufgeteilt. Wem es gefällt ok, aber für die gleichen Funktionen mit mehr Aufwand auch nich mehr Geld ausgeben hat nicht so viele Leute angesprochen
    — Smart Glasses sehen bescheuert aus, sind teuer und haben keinen vernünftigen Zusatznutzen. Man wird nur als Techniknerd eingestuft (ist man dann ja auch).
    – Die Steuerung der häuslichen Geräte per Smartphones (Smart Home) wie Google mit dem Hersteller Nest? Ne, der Handyhersteller kann meine Wohnung ausspionieren, der Gerätehersteller der Heimgeräte ebenso. Profilbildung, Werbung und was weiss wer sonst noch nur dafür um die Waschmaschine oder die Kaffeemaschine einzuschalten? Smarthome ist cool, aber man bindet sich an einen Hersteller und lässt sich durch den überwachen.

    Und zu guter letzt git es genau deshalb ja auch immer noch Ärger um die Smartmeter, mit denen schliesslich das deutsche Smartgrid realisiert werden soll (hoffe das scheitert).

    Das Fazit ist alle diese Technologien bieten nur geringen Nutzen im Alltag, bergen dafür undurchschaubare Risiken und kosten relativ viel Geld. Mobilfunkkosten sind da nur ein kleiner Anteil der Probleme.

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